Mein Onkel hat Krebs. Keinen netten Krebs, bösen Krebs, von der Sorte die einen schneller umbringt als man den Wikipedia-Artikel dazu durchlesen kann. Vor kurzem noch ging es auf und ab, Behandlung, Therapie, ein oder zwei Jahre sagten die Ärzte da noch. Sie hatten sich geirrt, jetzt liegt er zuhause, die Behandlung wurde abgebrochen, er wartet auf sein Ende, nach und nach versagen die Organe, im Bein ein Blutgerinnsel, er selbst ist er schon eine Weile nicht mehr. Vielleicht ist das ein Thema das gar nicht in einen Blog gehört, vielleicht sollte man bestimmte Dinge lieber für sich und im Kreise der Familie halten. Was weiß ich. Es ist schon komisch, man hält sich an jedem noch so kleinen Ast der Hoffnung und der Aufschieberei fest, so lange bis es nicht mehr geht. Ein oder zwei Jahre, ach, das ist ja noch eine Weile. Maximal noch 6 Monate, darum kann ich mir ja immernoch später Gedanken machen. Ein paar Wochen, naja, da habe ich ja wenigstens noch Zeit mich erstmal um meine Sachen zu kümmern. Erst jetzt, wo jeder Tag weder gewonnen noch verloren ist, wo Hoffnung keine Rolle mehr spielt und man sich fühlt als wäre man 12 und sitze mit schmerzenden Backenzähnen im Wartezimmer des Zahnarzts, da bröckelt die Mauer der Unterdrückung und die Trauer, die Ängste und die Schmerzen beginnen langsam ins Licht der Realität zu rücken. Langsam zwar, doch die Gewissheit über das, was kommen wird, wird größer und größer, wie Vorfreude, nur andersrum.
Jedes Mal wenn jetzt das Telefon klingelt steht mein Herz für eine Sekunde, und rennt danach den 100 Meter Hürdenlauf, wenn ich stumm lausche wie mein Vater den Hörer abnimmt, und wenn ich hoffe dass es nicht der eine Anruf ist. Nicht so sehr wegen meinem Onkel, eher wegen meinem Vater, und dem was dann kommt, wegen der Zeit die sich nur selbst heilen kann. Seinen Bruder zu verlieren, das kann ich mir nicht mal vorstellen. Mein anderer Onkel fragte, ob es nicht vielleicht besser sei, wir Kinder würden ihn so in Erinnerung behalten wie wir ihn das letzte Mal auf einer Familienfeier sahen, kerngesund, im Genuss des Lebens. Ich sagte nein, ich wolle ihn nochmal sehen, nochmal seine Hand drücken, ob er es merkt oder nicht. Verabschieden, bei ihm, nicht bei seinem Grab. Eigentlich wollte ich ihn noch vieles Fragen, darüber was er von der ganzen Sache hält, wie er dem Tod entgegen tritt, wie seine Sicht, was seine Gedanken sind. Sein durch die Schmerzmittel verschleierter Geist wird mir darauf wohl keine Antworten mehr geben können. Als ich seine Frau anrief, die sich momentan um ihn kümmert, wiederholte sie nur immer wieder wie wirr das alles sei, und wie wenig sie verstehe und einschätzen könne was jetzt komme. Im einen Moment lachte sie, im anderen brach ihre Stimme, zwischendurch Stille, in der ich nach den richtigen Worten suchte, aber nichts fand.
Angst, das wollte ich ihn auch noch fragen, ob er sich fürchte, vor dem was kommen wird. Angst, die habe ich am allermeisten vor dem Moment wenn ich durch die Türe trete und ihn das erste mal sehe, gelb im Gesicht und abgemagert, vor dem Geruch in seinem Zimmer, der Hitze und der Stille, die nur durch sein langsames Atmen durchbrochen wird. All dem was es plötzlich real macht, wenn das Bild nicht mehr nur in meinem Kopf existiert, wo ich es an- und ausschalten kann wie es mir beliebt. Wenn all meine Sinne mir gleichzeitig sagen, und ich zum ersten Mal wirklich fühle statt nur zu wissen, das hier ist echt, das ist dein Onkel, und er stirbt.
Gerade geistert ein Video durchs Internet, das mysteriöser kaum sein könnte. Klar ist, es geht um Mortal Kombat, was ansich schonmal great shit ist, nicht klar ist aber wofür das Ganze sein soll. Einen neuen Film? Ein neues Spiel? Neue Sub-Zero Plüschfiguren von Toys’R'Us? Man weiß es nicht, wobei ich ja auf einen baldigen Film tippen würde, zu teuer wären sonst die zumindest teilweise bekannten Schauspieler und zu professionell die Machart. Wie auch immer, was wir da zu sehen bekommen sind knappe 8 Minuten voller kickass Szenen und Sprüche, wir sehen mit Scorpion, Baraka, Jax, Reptile, Johnny Cage, Sonia, und Sub-Zero das halbe MK Ensemble in einer anscheinend etwas realistischer angehauchten Version der Story um das dimensionsübergreifende Turnier, vor allem sehen wir aber einen meiner Ansicht nach ziemlich guten Fight zwischen Cage und Baraka, wo einzig der Eierpunch fehlt (wer sich an das Game erinnert). Nicht zu sehen ist allerdings auch nur der kleinste Hinweis auf eine Story die über sinnloses GebACH SCHEISS DRAUF ES IST MORTAL KOMBAT ES IST GEIL! So. Ende. Wobei mir ja schon etwas die cheesy Effekte und die Techno-Mucke in Midi-Qualität fehlen. Und Christopher Lambert natürlich.
vs. the World. Es kommt ja äußerst selten vor dass ich mir Filmtrailer öfters ansehe, aber in diesem Fall… mein lieber Scholli! Edgar Wright, Kopf hinter Shaun of the Dead und Hot Fuzz, präsentiert uns diesen August die Verfilmung zum Scott Pilgrim Comic, mit dabei ein Michael Cera der zum ersten Mal richtig cool rüberkommt, ein fetter Soundtrack und eine derbe Portion Nerdism. Neben dem fetten Inhalt des Trailers ist es vor allem auch der geile Schnitt der mich immer wieder auf den Play-Button klicken lässt. Und ja, die Ähnlichkeit ist nicht zufällig, Ceras Mitbewohner im Film wird tatsächlich von Kieran Culkin, dem Bruder Macaulay Culkin, welchen wir alle nur als Kevin kennen, gespielt.
Zuhause… was ist das überhaupt? Freunde, Familie, Job, Hobbys, Inneneinrichtung, das Herz?
Es ist 1 Uhr nachts, ich sitze in jahrelang nicht mehr getragenen Klamotten draußen im Nieselregen und schrubbe die Pflastersteine vor dem Haus. Verdammte scheiße, dass das Schicksal auch nie aufhört einem ein Malheur nach dem anderen aufzudrücken. Bei Sixt waren die Server abgekackt, meine Reservierung für den Sprinter war weg und alles musste per Hand neu gemacht werden, das Auseinanderbauen der Inneneinrichtung dauerte länger als geplant und das Navi mochte anscheinend Landstraßen und 30er Zonen lieber als die Autobahn. Schlussendlich kam ich aber an, konnte mir beim Ausladen die bekannten Standpauken meines Vaters anhören, die Farbe zum Streichen einpacken und mich wieder auf den Weg nach München machen. Weitere 300 Kilometer später, inzwischen Mitternacht, freue ich mich auf das warme Bett, reiße die Seitentüre vom Sprinter auf und da passiert es. Der große Farbtopf kippt um und läuft aus, färbt erst den halben Laderaum und danach den Boden darunter weiß. Panik macht sich breit, und ich tue das was ich in solchen Situationen immer tue: erstmal gar nichts.
Zwei Stunden später gebe ich auf. Zwar habe ich es geschafft mindestens die Hälfte der weißen Farbe vom Boden auf meinen Hose zu schaufeln, aber ein großer Fleck bleibt. Das bisschen Sand das ich am Ende noch draufstreue hilft da reichlich wenig, und so bleibt mir nichts weiter übrig als mich zu fragen wieso mir immer so eine verfluchte Scheiße passiert, und wieso gerade immer dann wenn ich sowieso keinen Bock darauf habe. Nicht dass man jemals Bock auf sowas hätte, aber nach einem sowieso schon verkackten Tag könnte man doch zumindest auf ein einigermaßen glatt laufendes Ende hoffen. Da hilft nur eines, aufheiternde Musik oder ein guter Porno. Wenigstens wird sich München jetzt auf ewig an mich erinnern. Oder mindestens ein paar Jahre.
Ha! Habter jetzt gedacht, wa?
“If there are two things that make human beings a little bit irrational, they are erections and addiction.”
München, Heimat, München, Heimat, München, Heimat, München, Hamburg, Heimat, München, Heimat. So sieht aktuell mein Leben aus, würde ich einen Anzug tragen und die Umzugskisten nicht selbst schleppen käme ich mir mächtig cool vor. Ich würde in den edlen Flughafen- oder Bahnhofsbars sitzen, einsam an meinem Appletini Scotch schlürfen, die ein oder andere aufregende Nacht im Hotelzimmer einer fremden Frau verbringen und Bonusmeilen sammeln. Tu ich aber nicht, sondern ich schleppe Kisten, fluche über den hohen Spritverbrauch des Mietwagens, tippe meine Finger wund bei der Suche nach der billigsten Verbindung, schlafe bei der Mitfahrgelegenheit ein und zoffe mich mit der Hausverwaltung. Man könnte jetzt sagen, den Aufbruch in ein neues Leben hätte ich mir anders vorgestellt, aber fuck it, ich finds geil.
Okay, fuck it. Ich mache das jetzt ganz billig, wie eine Hure, ohne Vorspiel und das alles. Mein letzter Post ist jetzt schon ein ganzes Weilchen her, über einen Monat. Man sagt ja, je weniger man von jemandem hört, desto mehr hat er wohl um die Ohren, und eigentlich stimmt das auch. Ich fasse mich kurz, denn das hier ist beileibe nicht der erste Versuch alles was im letzten Monat passiert ist in Textform zu pressen. Die ungefähr zehnte Version dieses Eintrags dürfte das inzwischen sein, wer selbst schreibt kennt das, man hat das Verlangen seine Gedanken in Worte zu fassen, zu schreiben was man fühlt und denkt und erlebt, doch kaum ist man fertig und liest sich den Text nochmal durch fällt einem auf dass er einem so gar nicht mehr gefällt, und kilometerweit entfernt ist von dem was man eigentlich ausdrücken wollte. Shit happens, vielleicht ist die Stimmung nach dem Schreiben eine ganz andere als vor dem Schreiben, vielleicht ging es aber auch wirklich mehr um das Rauslassen ansich, als darum es mitzuteilen. Woran es auch immer liegen mag, zahlreiche Versuche zu erklären was gerade so abgeht habe ich im Wordpress-Entwurfs-Nirvana verschwinden lassen, aber das ist gut. Naja, gut nicht, aber auch nicht schlecht, wenn man der Fachliteratur glauben mag gibt es nichts besseres als verworfene Entwürfe, erhöhen sie doch stets die Wahrscheinlichkeit dass irgendwann mal etwas tatsächlich Annehmbares herauskommt. Und so muss ich mir zwar auch jetzt wieder eingestehen, wirklich zufrieden bin ich damit nicht wie ich das alles einfach unter den Tisch fallen lasse, aber ganz offensichtlich scheine ich noch nicht die richtige Form gefunden zu haben um mich entsprechend mitzuteilen, und anstatt hier alles brach liegen zu lassen bis es endlich so weit ist ziehe ich die “Fuck it!”-Karte, denn eigentlich habe ich insgesamt viel zu viel Bock um auf die große Erleuchtung, die höchstwahrscheinlich sowieso nie kommt, zu warten. Wer außer mir steht noch auf viel zu lange Sätze? Hände hoch!
Na, wie auch immer, der Kern der Sache ist folgender. Der letzte Monat war voll mit Ereignissen, teils wirklich guten, teils wirklich schlechten, die alle ziemlich unerwartet kamen und sich nur langsam von abstrakten Fakten zu spürbarer Realität formen. Wer hier schon etwas länger mitliest wird vielleicht inzwischen mitbekommen haben dass ich bei der Unterscheidung zwischen Realität und Gedankenkonstrukten noch nie der Allerschnellste war. Trotzalledem würde ich natürlich gerne alles hier großzügig ausbreiten, Fakten und Gedanken offen darlegen, immerhin ist dass ja der eigentliche Sinn dieses Blogs. Deswegen weiß ich jetzt auch gar nicht inwieweit ich bestimmte Themen abhandeln soll, vieles ist noch zu unausgegoren, manches noch nicht abgeschlossen, und wenn ich es jetzt auf die Schnelle nur grob skizziere ist die Gefahr groß dass ich es gedanklich abhake und aus meiner inneren ToDo-Liste streiche, ein Verlust für die Menschheit sondergleichen. Also lassen wir das lieber und verschieben es auf unbestimmte Zeit. Außer eines, und das ist sogar ein großer Punkt, und etwas positives noch dazu.
Ich wurde gefeuert. Naja, sagen wir in gegenseitigem Einverständniss entlassen, nachdem ich beim Klauen von Büromaterial erwischt wurde die Frau des Chefs gevögelt habe einfach zu gut für den Scheißladen geworden bin finanziell nicht mehr tragbar war, genau wie ein paar weitere Mitarbeiter, die jetzt zeitgleich ihre Sachen packen dürfen. Wirtschaftskrise und all sowas, lange Geschichte, wie auch immer, positiv ist das Alles weil ich den Haufen sowieso dieses Jahr verlassen und in die große weite Welt ziehen wollte (mal wieder), was jetzt zwar etwas früher als geplant passiert, aber was solls. Fast vier viel zu lange Jahre bin ich jetzt in München, und resümierend muss ich feststellen dass diese Stadt einfach nicht zu mir passt. Oder besser gesagt, ich nicht zu ihr, und das ist alles andere als negativ gemeint, denn jede Stadt hat sicherlich ihren eigenen Charme, ihre eigene Geschwindigkeit und ihren eigenen Schlag von Menschen. Insofern will ich jetzt gar nicht groß über München herziehen, sondern sage stattdessen lieber: Norddeutschland ich komme, Bitches!
Also wo bin ich. Im Stress, genau, weil jetzt alles ganz schnell gehen muss bin ich nur noch damit beschäftigt Verträge zu kündigen, in Hotline-Warteschlangen abzuhängen, von Ämtern zu Ämtern zu rennen und dabei über sie zu fluchen, meine Wohnung wieder mehr oder weniger bewohnbar zu machen, einen Nachmieter zu suchen (jemand ‘ne Wohnung in München ab Juni?), Fast-Food zu fressen, grillen zu gehen, Lynch zu genießen und das ein oder andere große und kleine Problem zu lösen, was oben angesprochene Themen angeht. Dass sich damit mein Schlafrhythmus mal wieder in seine augenscheinlich angeborene Form gebracht hat (Tagsüber schlafen, Nachts wach sein) ist klar, solange in meinem Kopf ein großes “Work in progress”-Schild hängt läuft mein Körper im Autopiloten, was zu wenig Schlaf, schlechtes und zu wenig Essen, Geschirrtürme in der Küche, ungepflegtes Auftreten und Haarausfall bedeutet. Kein Scheiß, Stress = Haarausfall, so ist das bei mir. Vielleicht liegts aber auch an der Schilddrüse, da fällt mir ein ich wollte ja noch zum Arzt, und… egal.
Die Quintessenz des Ganzen, turbulente Zeiten brechen an und ich blogge wieder, schätze ich. Le fin, vorerst. Wo ist hier nochmal der Publizieren-Button? Ach da.
Steig auf den Zug der Liebe, genieße die frisch erblühte Frühlingssonne und lausche dem Takt deines Herzens. Meine Damen und Herren, es ist mal wieder Zeit für Afros und ein bisschen Herzenswärme. The O’Jays mit Love Train. Hach ist der Frühling schön.
Gerade bin ich ziemlich faul, aber das macht gar nichts. Naja, eigentlich schon, denn neben der Küche und meiner Wohnung, die beide mal wieder ordentlich auf Vordermann gebracht werden könnten, wartet auch noch eine Menge anderer wichtiger Krams auf mich, wichtig im Sinne von “Hey, der Shit wird dein Leben ändern, also kümmer dich mal darum! Saftsack!”. Oder wichtig im Sinne von “Du schiebst das jetzt schon ewig vor dir her du Arschloch, langsam wirds echt mal Zeit!”. Naja, wie auch immer, denn obwohl ich gerade so faul bin habe ich dabei beste Laune, schuld daran sind Miss S. und Herr T., wegen denen ich seit zwei Stunden schon grinsend vor dem Laptop sitze, diese freshe Mucke höre und dabei diesen unfassbar guten Blog lese. Weil ich bei mindestens jedem zweiten Post dort entweder “Ha, stimmt!” denke oder mich an die Momente zurückerinnere in denen es mir genauso ging habe ich so gute Laune dass ich am liebsten kotzen möchte. Ich sollte beide verklagen, sie haben mir zwei Stunden meiner wertvollen Zeit gestohlen, die ich viel besser hätte nutzen können. Zum Beispiel damit die Küche aufzuräumen, eine Burg aus Sofapolstern und Bettdecken zu bauen oder rauszugehen und nach meiner Traumfrau zu suchen. Verdammt.
Awesome
Bitches
Glotzkind Blog
Dies ist ein Anti-Plenk-Blog!
Theme: Pool editiert von Björn.
Dieser Blog benutzt folgende Plugins: Flash Cortex | Lightbox | Comment Quicktags | ANIga gallery | Scrobbler | Recent Comments | FLVPP | One year ago