Dämlich und unhöflich.
So hat mir gerade eine Freundin eine Bekannte beschrieben, und ich kann mir nicht erklären wieso ich seit 15 Minuten darüber lachen muss.
Wir sind beide betrunken, sie sagt ihr sei schwindelig und ich frage sie ob sie glücklich sei. Sie schaut mich misstrauisch an und fragt, ob denn etwas nicht stimme. Nein nein, sage ich, die Frage sei völlig ohne Hintergedanken, ich wolle nur wissen ob sie sich denn glücklich fühle. Sie kneift weiter die Augen zusammen, wirft mir kritische Blicke zu, überlegt kurz. Ich streiche ihr eine Locke aus dem Gesicht und lächle, versuche sie damit zu überzeugen dass ich auf nichts bestimmtes hinaus will, was in dem Moment sogar wahr ist. Ihre Miene lichtet sich langsam, sie fragt mich was ich denn mit Glück meine. Dass ich das ja gerade von ihr wissen wolle, antworte ich, und nehme einen Schluck Gurkenbrause während sie wieder überlegt. Ja, sagt sie, sie denke schon, immerhin habe sie alles was sie wolle. Was das denn sei, will ich wissen. Einen Job, also genügend Geld? Ja. Einen Freund den sie liebt? Ja, und Freunde. Ich frage sie, ob sie damals, als sie noch keinen Freund hatte den sie liebte, weniger glücklich gewesen sei. Nein, sagt sie, da war sie eigentlich auch glücklich, nur irgendwie anders. Ich lasse meinen Blick schweifen, und überlege dabei was das wohl bedeuten mag. Ein paar Meter entfernt wird ein Mädchen von einem Jungen mit Mütze an die Wand gedrückt, seit zwanzig Minuten scheinen die beiden außer Blicken, Küssen und sanften Berührungen nichts mehr auszutauschen. Außer, denke ich, wieso eigentlich außer? Rechts neben uns sitzt ein Mädchen mit langem hellen Haar und einer auffälligen Kette um den Hals, alleine, sie sieht angespannt aus, zieht unruhig an ihrer Zigarette, als warte sie auf jemanden. Neben ihr sitzen zwei etwas ältere Kerle, die angezogen sind als seien sie eher durch Zufall hier gelandet. Sie unterhalten sich, soweit ich das heraushöre, angeregt darüber, ob der gestrige Abend fantastisch oder nur ziemlich gut war, wie betrunken sie waren und vor allem wie rotzevoll Anna (oder Hanna) war.
Sie fragt mich wieso ich das überhaupt wissen wolle, ob denn irgendetwas los sei. Wieder der musternde Blick. Nein nein, antworte ich erneut, ich wolle nur wissen was Glück bedeute. Ob ich denn glücklich sei, will sie wissen. Ich nippe an meiner Brause, überlege ob ich jetzt Lust auf die lange Version habe, entscheide mich aber für die kurze. Mehr oder weniger, sage ich, eine Antwort die weniger aussagt als sie Worte hat. Sie sieht mich an, merkt wohl dass ich gerade nicht in der Laune bin zwischen all dem Zigarettenrauch und den lauten Gesprächen meine komplette Gedankenwelt auszubreiten, und nickt mir wissend zu. In ihrem Blick sehe ich Wärme und Akzeptanz, und ich komme in Gedanken zu dem Schluss dass Unglück anscheinend viel komplizierter ist als Glück. Immerhin.
Der folgende Beitrag ist letzte Nacht zwischen 5 und 6 Uhr morgens entstanden, und er ist so schön… direkt, ich glaube es ist der beste Beitrag den ich hier innerhalb der letzten drei Jahre gepostet habe.
Ich hasse die Zeit, in der man sich entscheiden muss ob man die Nacht durchmacht und den ganzen Tag mehr oder weniger vor sich hin döst, oder ob man noch schlafen geht und das Risiko in Kauf nimmt zu verpennen, was bei mir weniger Risiko, mehr Tatsache ist. Ja, gut, damit hätte ich die Entscheidung gefällt. Fangen wir also an mit sinnlosen Google-Bildersuchen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt fabriziert das Hirn des Menschen sowieso nur noch Dünnschiss, das ist bewiesen, das muss so zwischen 10 Uhr morgens und 8 Uhr abends sein. Und danach.
Dieses Bild hat Mandy Galambos (Anmerkung der Redaktion: gemalt), sein Titel ist “Familienbande”. Ich mag das Bild, seht ihr wie zwischen all den pittoresquen Farben das seelige Lächeln der Tiere hindurchschimmert? Es scheint als hätten sie das Glück mit Löffeln gegessen, ein absurder Gedanke, immerhin sind es ja Tiere! Man mag ja meinen dass auf dem Bild zwei verschiedene Familien abgebildet seien, die Entenmutter mit ihren Entenbabys, der Froschpapa mit seinen Froschbabys, doch mir gefällt die Vorstellung dass es eine Familie ist, sinnbildlich für die vielen Patchworkfamilien der heutigen Zeit, die trotz dem Schein der losen Zusammenstellung viel Glück zusammen erleben können, vielleicht sollte ich die Malerin fragen wie sie das gemeint hat. Love without boundaries, Liebe ohne Grenzen, das finde ich richtig gut. Seht ihr wie sie Lächeln? Seht ihr es? SEHT IHR ES???? SOGAR DIE SCHEISS KAULQUAPPEN SIND SCHEISSGLÜCKLICH, VERDAMMTE KACKE, ACH IST DAS BILD SCHÖN!!!
Puhhh, beruhig dich mal, alter Mann. Das erinnert mich alles zu sehr an die Mona Lisa, der wollte ich auch schon lange mal eine in die Fresse hauen. Was grinst die immer so dämlich rum. Als gäbe es so viel zu grinsen. Pfff.
Keine Zeit zu bloggen. Befinde mich gerade mal wieder in einem Star Trek: Voyager Marathon. 7of9 7of9 7of9. Wir sind Borg!
Nachtrag zum letzten Eintrag: Die Sache ist geklärt. Die Position hat ihn nicht verändert, sondern die Möglichkeit gegeben Dinge zu tun und zu handeln wie er es schon davor gerne getan hätte.
Und zur Entspannung hier noch ein tolles Lied von einem fantastischen Film. Eddie Vedder mit Hard Sun, vom Soundtrack zu Into the Wild.
Aus aktuellem Anlass eine Frage: Können Positionen Menschen verändern?
Mit Positionen meine ich Stellungen, Titel, Posten, all sowas, im Job, im Alltag, in der Schule, auf einem Schiff, in der Politik, überall. In meinem speziellen Fall geht es um den Job. Stellungen haben wir überall, keine Zivilisation kommt ohne sie aus. Der Chef, der Lehrer, der Stammeshäuptling oder das religiöse Oberhaupt, überall gibt es Menschen die vom Rang her über anderen stehen. Manchmal fest im System integriert, durch Titel oder Gesetze, manchmal weniger offensichtlich, durch Geld, Ruhm oder einfach Macht.
Meine Motivation für diesen Text ist folgende, wie manche wissen arbeite ich in einem relativ kleinen StartUp-Unternehmen. Das bedeutet dass die strukturelle Organisation der Positionen noch relativ locker gehandhabt wird, Titel werden auf dem Papier vergeben, sind aber oft nur dazu da um sich per E-Mail Anhang zu profilieren oder um das Xing-Profil hübsch zu gestalten. Mit dem Chef wird wie mit jedem anderen gesprochen, abends gesoffen, und der vermeintliche Unterstellte knipst das Licht auf der Toilette aus sobald man dort sitzt. Mit den wachsenden Aufgaben und den wachsenden Verantwortungen werden irgendwann aber klare Grenzen, Zuständigkeiten und Entscheidungsbefugnisse immer wichtiger, ein Fakt der spätestens mit dem Organigramm im internen Mail-Verteiler unterstrichen wird. Der Sinn dahinter ist ein ganz logischer, Produktivität. Statt stundenlangen Diskussionen unter Gleichgestellten ist es wirtschaftlich einfach vorteilhafter jemanden zu haben der die Befehlsgewalt, damit aber natürlich auch die Verantwortung hat. So jedenfalls die Theorie.
In meinem speziellen Fall geht es um folgendes, du (und mit “du” meine ich “ich”, mit “du” schreibt es sich aber besser) bist also in diesem Start-Up, in dem alle mehr oder weniger auf einer Höhe stehen was die Stellung angeht. Es gibt den Chef, klar, der Rest, vor allem die Mitarbeiter mit denen du viel zu tun hast, sind aber alle gleichberechtigt, gleichwohl natürlich jeder sein eigenes Spezialgebiet hat. Dann kommt der oben genannte Tage, plötzlich hast du das Organigramm der Firma in deinem Postfach, plötzlich stehen Leute über dir und unter dir. Du (unt damit meine ich immernoch “ich”) nimmst das relativ locker, dir hat sowas noch nie viel bedeutet (dazu unten aber noch mehr), die Tage ziehen dahin und die Arbeit läuft fast wie gewohnt weiter. Irgendwann jedoch merkst du, wie sich manche die neue Struktur mehr zu Herzen nehmen, langsam aber sicher ändern sie vielleicht ihre Umgangsformen, ihr Verhalten, und irgendwann kommt der Tag an dem der Kollege mit dem du dich vor zwei Wochen noch bestens verstanden hast eine Entscheidung trifft, etwas tut, was dir plötzlich vor Augen führt wie sehr er sich doch verändert hat. Das könnte natürlich vieles sein, in meinem Fall geht es aber nicht um eine rein wirtschaftliche Entscheidung, sondern um etwas was dich persönlich betrifft, etwas was man gemeinhin vielleicht als unkollegial bezeichnen würde. Nehmen wir mal als ganz dämliches Beispiel dass du einen Tacker oder sowas von der Arbeit mitgehen lässt, irgendetwas was der Firma auf jeden Fall nicht wirklich schadet. Der Kollege, der darüber vor zwei Wochen, als ihr noch mehr oder weniger auf einer Stufe standet, hinweggesehen hätte, klagt dich nun öffentlich beim Chef an, er verpetzt dich quasi.
Jetzt die Frage, warum? Eine Möglichkeit wäre dass er sich tatsächlich verändert hat. Es ist vielleicht das neu entstandene Pflichtbewusstsein gegenüber der Firma, das ihn so handeln lässt. Mit der neuen Position fühlt er sich nun auch für mehr verantwortlich und hat seine Prioritäten neu gesteckt. Könnte sein. Eine weitere Möglichkeit könnte sein, dass er die Ansichten schon immer hatte, sich bisher nur nie in der Stellung sah diese auch offen auszudrücken. Während er sich seinen Teil davor dachte, nach außen aber nur seinen Befugnissen nach gehandelt hat, so fühlt er sich mit der neuerdings fest definierten Struktur in der akzeptableren Lage so zu handeln wie er es auch schon davor gerne getan hätte. Vielleicht hat sich da sogar einiges angestaut, wer weiß.
Möglich wäre aber auch, und da wird es für mich eigentlich erst interessant darüber nachzudenken, ist dass er sich gar nicht verändert hat, vielleicht liegt es an mir, vielleicht bewerte ich seine Entscheidungen, jetzt wo er über mir steht, anders, verurteile mehr, sehe es kritischer, weil ich generell das Handeln von höher gestellten Menschen negativer bzw. kritischer sehe als das von Menschen niedrigerer Position. Ich denke das ist eine weit verbreitete Denkweise. Fährt meine Mutter 20 km/h zu schnell und wird geblitzt sage ich “Hey, da bin ich nicht besser, kann mal passieren”, tut das aber Angela Merkel steht sie morgen in der Bild-Zeitung mit der Überschrift “Deutschland von Verkehrssünderin regiert” und die halbe Nation regt sich darüber auf.
Denke ich vielleicht so? Mein Verhältnis zu Autoritäten war schon immer zwiegespalten, für mich war was auf dem Papier stand noch nie Gesetz. Lehrer, Polizisten oder der Bürgermeister, alle waren Dus, nie Sies, und hatten mir nicht mehr zu sagen als irgendein dahergelaufener Hampel im Clownskostüm. Das hat sich bis heute nicht geändert, was ich von den Menschen halte und wie ich sie behandle hat nichts damit zu tun was vor ihrem Namen oder auf ihrer Dienstmarke steht, oder wie alt sie sind. Das große Schlagwort ist da Respekt. Wer von mir wie behandelt wird hängt davon ab wie er sich mir gegenüber verhält, was er kann, was er sagt und was er denkt, und alle fangen auf der gleichen Stufe an. Ein guter Freund der mir sagt ich soll die Schnauze halten wird damit mehr erreichen als ein Polizist der sich benimmt wie ein Trottel, eine Tatsache die mich in meiner Vergangenheit schon das ein oder andere Mal in Schwierigkeiten gebracht hat. Cholerische Lehrer deren Wissen ich auch komplett aus dem Schulbuch lesen konnte hatten mir nichts zu sagen, während welche die sich für ihr Thema begeisterten und die mich gleichgestellt behandelten stets mehr als ein offenes Ohr bei mir fanden. Menschen die das anders sehen sind für mich meist sofort unten durch. Jemand, dem ich anmerke, dass er mich, durch seine Position mir gegenüber, nicht als gleichwertig behandelt, wird von mir gnadenlos boykottiert, und ich habe einen Heidenspaß daran ihn, bzw. seine Position, ganz offen zu untergraben. Denn das ist für mich die wahre Respektlosigkeit. Weswegen sollte ich Menschen respektieren, von denen ich außer ihrem Titel nichts weiß? Ein Grundrespekt vor jedem fremden Menschen ist natürlich da, behandle jeden so wie du auch behandelt werden willst trifft es in der Praxis ziemlich gut.
Respekt bekommt niemand geschenkt, für mich müssen ihn sich die Menschen erarbeiten, und das hängt immer von der jeweiligen Persönlichkeit ab, im Beruf aber vor allem auch durch die Fähigkeiten. Mir ist egal ob irgendwo steht wer befugt ist die Entscheidungen zu treffen, ich lasse denjenigen entscheiden der am meisten Ahnung von der Materie hat. Und da bin ich großer Zweifler an der oben erwähnten pyramidisch aufgebauten Hierarchieform, die zwangsweise am Ende immer Menschen Entscheidungen fällen lässt, die in den Gebieten wo sie gefällt werden müssen weniger Fachwissen haben als manche Unterstellte. Prinzipiell könnte das funktionieren, aber nur in der Utopie in der diese Menschen tatsächliche Objektivität an den Tag legen könnten, in der sie sich auf kompetentere Leute verlassen würden, was das ganze System aber sowieso wieder mehr oder weniger hinfällig machen würde. Das Problem ist dass es oft nicht die Menschen mit dem meisten Fachwissen sind, die im Organigramm weit oben stehen, sondern die die dort über einen anderen Weg reingerutscht sind, oder einfach weil sie gut reden und sich gut verkaufen können, beides Fähigkeiten die meiner Erfahrung nach so gut wie nie proportional zur tatsächlich Kompetenz wachsen, eher umgekehrt. Oft werden auch organisatorische Kompetenzen mit inhaltlichen verwechselt, bzw. mehr auf ersteres geachtet.
Gut Björn, jetzt hast du dich wieder in ein Thema verrannt in das du gar nicht hinein wolltest. Hierarchien. Also: habe ich ein Problem mit Autoritäten? Mit Befehlsketten? Ich glaube nicht, jedenfalls nicht mit meiner Meinung nach logischen, die nach echten Fähigkeiten und Kompetenzen aufgebaut sind. Komme ich als Frischling in eine Firma und arbeite mit jemandem der schon 20 Jahre Erfahrung in dem Gebiet hat würde ich sicher seine Entscheidungen nicht blindlings alle als Mumpitz abtun. Hat mein Chef aber noch nie etwas mit meinem Gebiet zu tun gehabt und will mir trotzdem sagen was ich zu tun habe, dann, verdammt, dann ja.
Kommen wir mal zum ursprünglichen Thema zurück. Können Positionen Menschen verändern? Die Antwort ist prinzipiell klar, ja, natürlich können sie das. Macht bedeutet Freiheit, und Freiheit bedeutet Dinge tun zu können die man davor nicht tun konnte. Ob die Macht echt ist, oder nur durch den Titel oder die Stellung suggeriert wird, spielt dabei keine Rolle, wer daran glaubt handelt auch danach, und jeder der eine bestimmte Stellung in einem System hat neigt auch dazu daran zu glauben. Das ist die große Gefahr die damit einher geht, man bleibt so lange Zweifler des Systems bis man selbst Teil davon ist. Wie schnell und radikal man sich dahingehend verändern kann zeigt wohl das Stanford-Prison-Experiment ganz anschaulich.
Die Frage, ob der Mensch, in meinem speziellen Fall, auch schon früher so gehandelt hätte, sich aber nicht in der Position dafür sah, oder erst jetzt die neugewonnene vermeintliche Verantwortung sah so zu handeln, ist allerdings immernoch nicht beantwortet. Auch nicht die Frage nach seinen eigentlichen Beweggründen. Vielleicht ist der Grund ja auch ein ganz anderer, ich weiß es nicht. Ich werde wohl einfach nachfragen müssen. Menschen können manchmal so fürchterlich kompliziert sein.
Die Golden Globes sind raus, die Aufwärmrunde für die Oscars hat also begonnen. Die ganze Liste der Gewinner poste ich mal nicht. Ach fuck it, warum eigentlich nicht, wenn man es so schön von den Fünf Filmfreunden klauen kann. Von den Fünf Filmfreunden. Die Fünf Filmfreunde. So, Contentklau abbezahlt, die Liste nach dem Klick, hier ein paar eigene Meinungen.
Bestes Drama
Avatar. Naja, insgesamt etwas enttäuschende Auswahl finde ich ja. Inglorious Basterds war toll, hat mich aber auch nicht so sehr vom Hocker gehauen. The Hurt Locker genauso, schöner Film, mehr aber auch nicht. Über den Rest kann ich nichts sagen, habe sie nicht gesehen.
Beste Komödie
Hangover? Ernsthaft? Mein Gott, muss das ein schwaches Jahr gewesen sein, wenn so ein mittelmäßig lustiger Film das Rennen macht.
Beste Regie
James Cameron. Okay, das geht klar, immerhin darf hier die Qualität des Endprodukts (des Films) nur bedingt mitgewertet werden, eher geht es um die regietechnischen Qualitäten. Organisation (über 10 Jahre Entwicklungszeit, neuartige Technik), Arbeit mit den Schauspielern (größtenteils vor Green gedreht), etc. etc., das geht bei so einem Monster von einem Film schon irgendwo in Ordnung.
Bester Hauptdarsteller – Drama
Yesss! Endlich, schon zig Male mehr als verdient, werden Jeff Bridges Leistungen endlich mal ordentlich gewürdigt. Keinem gönne ich diesen Preis mehr als ihm.
Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical
Hätte ich Gordon-Levitt mehr gegönnt als Downey Jr., frische, junge und (nach der bisherigen Rollenwahl zu urteilen) intelligente Jungtalente sollten gefördert werden.
Bester Nebendarsteller
Christoph Waltz. Natürlich verdient. Kann mich aber immernoch darüber aufregen dass der plötzlich überall so gehyped wird, wo ich ihn schon viel (viel viel!) länger als alle anderen für seine Schauspielkunst schätze. Kommissar Rex, anyone?
Bester fremdsprachiger Film
Das freut natürlich das deutsche Filmliebhaber-Herz. Den Filme habe ich allerdings noch nicht gesehen. Wird nachgeholt.
Beste Serie – Drama
Arschlöcher! Echt jetzt. Wie kann man bitte Dexter nach DEM Staffelfinale nicht gewinnen lassen? Oder House, genauso. Mad Men habe ich tatsächlich geschaut, ist ‘ne solide Serie, mehr aber auch nicht. Verbotene Liebe in den zugegebenermaßen fantastisch nachempfundenen 60ern, und in gut. Mehr aber auch nicht. Mann! War bei den Emmys 2009 genau das Gleiche.
Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama
Michael C. Hall aus Dexter. Aber sowas von verdient! Sowas von! Sowas! Von!
Bester Serien-Hauptdarsteller – Komödie oder Musical
Alec Baldwin. 30 Rock habe ich nicht gesehen, aber mir fällt es irgendwie schwer zu glauben dass der (endlich mal wieder) fantastisch spielende David Duchovny aus Californication noch zu toppen ist.
Bester Nebendarsteller – Serie, Mini-Serie oder Fernsehfilm
John Lithgow, naja, geht so. Keine schlechte Leistung, mit gut gespieltem Drama punktet man eben oft mehr als mit gut gespielter Comedy. Trotzdem hätte ich lieber Neil Patrick Harris, dem schon bei den Emmys Jon Cryer aus Two and a half men den Preis weggeschnappt hat, gewinnen gesehen.
Aber überhaupt, wo the fuck ist Zombieland? Beste Komödie, bester Hauptdarsteller (Woody Harrelson), beste Nebendarsteller, überall hätte er reingepasst, nirgendwo ist er zu finden, nichtmal nominiert. Was soll das?
Über die Weihnachtszeit, also die letzten beiden Wochen, war ich, wie man merkte, eher so der passive Internetnutzer. Lesen, hören und glotzen eben, wie der Titel hier so schön ausdrückt, und während ich das schreibe merke ich wie wenig so ein Titel eigentlich zu einem Blog passt… egal. Jedenfalls habe ich viel Schönes gesehen und gelesen, und nach und nach und nach würde ich das alles hier vielleicht mal ab und an zeigen, würden das andere nicht schon viel besser und vor allem pünktlicher machen. Kuhblogs, so nenne ich diese mit bunten Wordpress-Themes aufgemotzten Linksammlungen, die das Internet nach eben solchen tollen Sachen durchforsten und sie präsentieren, quasi wiederkäuen, um den metaphorischen Kreis zu schließen. So aber, bedenkt man dass inzwischen jeder der RSS Feeds abonniert hat auch mindestens einen dieser Kuhblogs mit dabei hat, so aber lasse ich das, und poste wenn dann nur mal hier etwas, mal dort etwas, Bestimmtes eben. Manchmal geht mir dieser ganze cuteness/coolness Overflow ganz schön auf die digitalen Eier. Das Internet bringt viel, schönes und hässliches, Videos die man sich wieder und wieder anschaut, und Videos die man am liebsten nie gesehen hätte. Bilder von großen Taten und welche bei denen man nach 5 Minuten in der Ecke einen Penis entdeckt. Symptomatisch für oben erwähnte Blogs ist allerdings meist das Verlinken richtig guter Sachen. Sachen von denen man nicht genug bekommt, die man direkt bei Facebook verlinkt und sich solange darüber freut bis einer “Aaaaalt!” darunterschreibt.
Da setze ich mal an, und frage mich, wie soll man als normaler Bürger, als mal hoffnungsvoller, mal melancholischer Mitfahrer im Zug des Lebens, als jemand der sich entscheiden kann was er anfängt mit seiner Zeit, als jemand der das Internet vielleicht für gefährlich real hält, wie soll man sich bei all den Menschen die so viel können noch gut fühlen. Mit diesem ganzen High-Quality Zeugs, das was nach dem mehrfachen Aussieben von millionen von Quellen am Ende übrig bleibt, mit das Beste was das Internet so zu bieten hat. Wie könnte einen Bäcker, der sein Geschäft in einer Straße voll mit den besten Bäckern der Welt hat, nicht irgendwann von der Erkenntnis gepackt werden, die Erkenntnis dass egal was er tut, egal wie sehr er sich anstrengt, er vielleicht nie dazugehören wird. Ein berühmter Bergsteiger sagte einmal dass der Berg immer nur so hoch ist, wie einen die Füße zu tragen vermögen. Na gut, ich gebs zu, das habe ich mir gerade ausgedacht, aber ich glaube es passt ganz gut. Vielleicht gibt es Berge die einfach zu hoch sind, Berge deren Gipfel man nie erklimmen wird. Was heißt vielleicht, natürlich gibt es die. Was ich mich dabei aber frage ist, was tut man wenn man seine Grenzen erkannt hat. Natürlich, daran arbeiten diese zu erweitern, was ist aber, wenn man sie nicht erweitern kann?
Sportler dopen sich, Dichter trinken, Maler scheißen auf LSD gegen die Leinwand und verkaufen es. Dem Menschen waren schon immer alle Mittel recht, die uns aufgebürgten Grenzen zu erweitern, zu lockern, oder zumindest zu umgehen. Die Frage ist ob es Grenzen gibt die unüberschreitbar sind, ob jeder Mensch seine eigenen Mauern hat, uneinreißbar und starr, ob es Formen der Vorbestimmung gibt, wie weit wir beeinflussen und ändern können wer wir sind. Nehmen wir mal hypothetisch an wir stehen vor der Mauer unseres Seins, und erkennen wer wir sind, nicht insgesamt, vielleicht nur in bestimmen Aspekten. Was tun wir? Vor allem, was tun wir wenn wir damit nicht einverstanden sind, wenn wir in uns nicht den Menschen finden der wir gerne wären, sondern einen Menschen der uns abhält das Leben zu führen das wir uns wünschen. Du bist wer du bist. Und du bist wer du bist. Und wenn du nicht bist wer du dir wünschtest zu sein, wer bist du dann?
Der der ist, oder der der wünscht?
Eigentlich mache ich sowas ja nie, hier aber mal drei lustige, und eine weniger lustige Entdeckung des Tages. Gedanken zum neuen Twilight Film. Captions ohne Bezug zum Bild, darum aber umso besser eigentlich. Und unten ein witziger Beitrag zum Thema illegale Downloads, der so manchen Standpunkt ziemlich gut auf den Punkt bringt.

Und jetzt zum unlustigen Teil. In der Schweiz wurde am Sonntag per Volksabstimmung der Bau von Minaretten verboten (Spiegel Artikel dazu hier, langer Wikipedia Artikel hier). Ein Minarett, das musste ich auch erst nachschauen, ist der Turm der an oder nahe bei einer Moschee steht und von dem der Muezzin fünfmal täglich zum islamischen Gebet ruft. Um den Bau von Moscheen gab es auch schon in Deutschland das ein oder andere Mal Diskussionen, und auch wenn diese Entscheidung wohl nochmal von dem europäischen Gerichtshof entschieden ist sie dennoch ein ziemlich starker Beleg für die Angst die inzwischen in Europa vor dem Islam herrscht. Das merkt man auch hier in München, wenn in Wahlphasen Plakate gegen die Islamisierung der deutschen Kultur an den Straßen hängen und den Anti-Islamismus propagieren. Irgendwo ist das auch verständlich, in den letzten Jahren hat man nicht gerade selten in den Medien von radikalen Islamisten und deren Greueltaten gehört, zum Beispiel die Ermordung des niederländischen Regisseurs Theo van Gogh, nachdem dieser seinen Film “Submission” veröffentlichte der die Unterdrückung und Misshandlung der Frauen im Islam behandelt.
Aber natürlich ist so eine Entscheidung ein Schritt in die falsche Richtung, fragt man Mitglieder einer Moschee in unserem Land distanzieren sich die meisten von solchen Taten und verurteilen sie. Statt hier den offenen Dialog zu suchen wird die Problematik eher unter den Teppich gekehrt, werden sogar Menschen ihres Rechts der freien Ausübung ihrer Religion beschnitten und schlimmstenfalls noch Öl in bisher eher kleine Flammen geschüttet. Nebenbei ist der Islam ja nicht die einzige Religion mit ihren schwarzen Schafen, wenn man sich mal die 2006 erschienene Dokumentation “Jesus Camp” ansieht (teilweise auf YouTube verfügbar), so kann man (also ich) sich wohl nur noch kopfschüttelnd die Frage stellen, in was für einer Welt wir eigentlich leben, in der einem die Ignoranz und die Furcht vor anderen Weltanschauungen schon in die Wiege gelegt werden, in der durch den Glauben von vornherein entschieden ist wer Freund und wer Feind ist und in der Menschen der Bau eines Symbols ihres Glaubens per Gesetz verboten wird während das bei einer anderen Religion nie passieren würde.
Ich persönlich bin zwar, als eher zum Atheismus tendierender Agnostiker, weder für die eine noch die andere Glaubensrichtung, finde aber zumindest dass Rechtskonforme Religionen vor dem Gesetz auch gleich behandelt werden sollten.
Gerade habe ich so viele große Themen über die ich schreiben will dass ich gar keinen Bock mehr habe überhaupt erst damit anzufangen. Shitfuck.
Gerade meinte doch tatsächlich jemand zu mir, Dirty Dancing sei ein schlechter Film. Jetzt liegt sie blutend im Graben, die Nazisau.
Übrigens, How I Met Your Mother hat wieder angefangen, die fünfte Staffel, und meine Fresse, ist das wieder fantastisch. Die Serie hat irgendwie die perfekte Mischung zwischen nerdig genug um witzig zu sein, aber nicht so nerdig dass es uncool ist.
Ganz nebenbei habe ich außerdem, nach sage und schreibe nur knapp 2 Jahren, herausgefunden wie meine Waschmaschine richtig funktioniert. Nicht wie man sie auf das richtige Programm stellt und einschaltet, die Knöpfe waren nicht das Problem, eher die richtige Mischung aus Waschpulver und Dings… diesem Zeugs was die Klamotten weich wie ein Babypopo und wohlriechend wie eine Wiese voller Blumen macht. Weichspüler, genau. Bisher hatte ich immer zu viel Waschpulver eingefüllt, was zu unschönen weißen Flecken und zahlreichen schlechten perversen Witzen geführt hat. Außerdem hatte ich immer zu viel oder zu wenig vom Weichspüler reingeschüttet, weswegen das Zeug nie richtig reingesaugt wurde. Jetzt aber, ha, bin ich zertifizierter Profiwäscher.
Auf Spreeblick hat Nico Roicke über die Firefox Tabs und ihre Funktion als Radioersatz geschrieben, und tatsächlich, ist einmal ein Lied oder Youtube Video in den Tabs kommt es da so schnell nicht wieder heraus und etabliert sich fix als Ohrwurm. Genauso bei mir gerade mit diesem Lied passiert. Allerdings könnte sich das jetzt ändern, denn das in dem Artikel gelinkte Video zu Goth Star von Pictureplane gefällt mir wahnsinnig gut. Jedes Mal wenn ich es höre stelle ich mir vor ich hätte riesige Füße und könnte damit zum Takt so derbe auf den Boden treten dass Erdbeben der Stärke 5 keine Seltenheit sind. BAM BAM BAM!!! Fantastisch, und dabei war mir diese “Musikrichtung”, wenn man es so nennen kann, bisher total fremd.
Glotzkind Blog
Dies ist ein Anti-Plenk-Blog!
Theme: Pool editiert von Björn.
Dieser Blog benutzt folgende Plugins: Flash Cortex | Lightbox | Comment Quicktags | ANIga gallery | Scrobbler | Recent Comments | FLVPP | One year ago