There we go. Oscars 2010 – Liveblogging mit mir und Lukas.
Tschatsching, and it’s over. Hätte man sich sparen können dieses Jahr. Nicht nur langweilige Show, auch doofe Gewinner.
Heute ist die Oscar-Nacht, yay! Nicht dass der Oscar für echte Filmfans wirklich eine Bedeutung hätte, meist sind es nicht die besten sondern die hollywoodigsten Filme die dort absahnen, und ganze Genres werden komplett außen vor gelassen, trotzdem ist er mit eines der größten Events des Jahres und zumindest dafür gut zu sehen welcher Star es dieses Jahr nötig hat seine Titten auf dem roten Teppich zu präsentieren um im Google-Rank wieder aufzusteigen. Wie auch immer, dieses Jahr wird es anders, größer, besser und schöner, denn die gesamte Redaktion von GlotzKind.de (= ich) bloggt live mit und begleitet euch mit kompetenten Informationen und fachlich äußerst relevanten Kommentaren durch die Nacht. Damit das Niveau dabei nicht allzu sehr im Boden versinkt habe ich mir Verstärkung in Form von Grandmaster Luckey Lukas dazugeholt, der mit genügend Würze im Wortwitz schon so einige hoffnungslose Filme immerhin erträglich gemacht hat. Mehr Informationen dazu später.
Die ganze Chose beginnt auf Pro7 um 1.15 Uhr mit der Vorberichterstattung, um 2 Uhr geht es dann los und spätestens um 6 Uhr bin ich auf der Tastatur eingeschlafen und Steve Martin und Alec Baldwin sagen Au revoir. Um euch ein klein wenig in den bevorstehenden Tränen- und Dankesredenmarathon einzustimmen folgen jetzt zwei sehr schöne Videos. TED bleibt dabei geil zu sein und ließ James Cameron (Avatar, ihr erinnert euch?) 17 Minuten lang über seine Geschichte, seine Fantasie und sein Leben sprechen. Das zweite Video stammt von der fantastischen Cracked Crew, und ist nicht weniger als ein Trailer zu jedem Film der je einen Oscar gewonnen hat.
Pencil Face ist ein ziemlich fresher Short von Christian Simmons unter dem Label von Dandy Dwarves. Mich erinnert das ja an die Kurzgeschichten von Stephen King, bis auf den fehlenden Sex und Gore. Auf jeden Fall geile Atmosphäre.
Ich bin natürlich wieder mal der Letzte der sowas mitbekommt, wie immer. Naja, egal, ich habs eben erst entdeckt und finde es fantastisch. Das schon drei Monate alte (in Internet-Zeit sind das 30 Jahre) Video zu Massive Attacks Lied “Paradise Circus”, vom neuen Album Heligoland, von dem ich ja inzwischen etwas enttäuscht bin. Dennoch, das Video ist einzigartig. Pornodarstellerin Georgina Spelvin erzählt von ihrer Faszination fürs Drehen.
Da das Video automatisch startet, erst nach dem Klick! [...zeig mir den Rest!]
Woooot!? Short von Bif, einem Sublabel von The Mill, welcher letztes Jahr so gut wie alle Preise für Kurzfilme in Verbindung mit CGI abgeräumt hat die es so gab. Mehr dazu hier. Erinnert mich ja dezent an die erste Szene aus Cube.
Ich denke damit wäre wohl alles zu Abadah gesagt, was es zu sagen gibt.
Ziemlich gut, auch wenn mir die Wackelkamera und das Ende nicht so sehr gefallen. Aber trotzdem, scary. There Are Monsters von Jay Dahl.
Some serious shit is going on. Langsam denke ich wahrlich darüber nach meinen fucking Blog komplett auf englisch umzustellen. Naja, vielleicht auch nicht. Egal, denn krasser Scheiß geht ab, irgendwie. Äktschn popäktschn. Einmal hat inzwischen Camerons Avatar Kassenprimus Titanic vom Thron der erfolgreichsten Filme aller Zeiten gestoßen (Quelle). Und ich will jetzt nichts von Inflation und sowas hören, fuck, Cameron muss dicke Eier haben, das geht ja gar nicht. 1,841 Milliarden Dollar in sechs Wochen! 1.841.000.000,00 Dollar. Das ist so viel wie… wie… mir fällt nicht mal was ein. Okay, sagen wir es so, im Durchschnitt geht ein Mensch einmal am Tag aufs Lokus und bringt Obama ins weiße Haus. Oder er kündigt Roberto Blanco die Miete, wie ihr wollt. Sorry, die mussten sein. Jetzt nehmen wir an, ein Ticket kostet grob 10 Dollar (Überlängenzuschlag, ihr Schweine!). Das würde bedeuten dass den Film schon 184.100.000 Menschen im Kino gesehen haben. Das widerum würde bedeuten dass, würden pro Sitzung genau 100 Leute ins örtliche Kino rennen um Avatar zu sehen, man insgesamt 1.841.000 Mal stuhlen müsste (klingt das etwa besser?), was grob 5171 Jahre wären, und was ich eigentlich damit nur sagen will, heilige Scheiße, wäre das ein riesen Haufen.
Weiter gehts. Miramax ist tot. Wooooooot?? Die 1979 gegründete von den Weinstein-Brüdern gegründete Produktions- und Verleihgesellschaft wurde 1993 von Disney aufgekauft, die seither der Schmiede für eher ungewöhnliche Filme wie Reservoir Dogs, Dogma oder Das Leben ist Schön unzählige Steine in den Weg schmissen. Höhepunkt der Zickereien war das Jahr 2004, als Disney der Firma die Veröffentlichung von Moores Fahrenheit 9/11 verbot, die Weinsteins den Film von ihrem Privatvermögen aufkauften und unter eigenem Label in die Kinos brachten. 2005 verließen die Brüder entgültig ihre Firma und ließen alle Rechte bei Disney, die dann gestern, am 29. bekannt gaben, die Firma zu schließen und alle Mitarbeiter zu entlassen. Dafür habe ich nur einen Kommentar, und auch der bringt das Niveau dieses sowieso schon viel zu vulgären Eintrags nicht wieder über die Gürtellinie: Wichser!
Manche werden sagen, scheiß doch drauf, ich sage, ja, scheiß doch drauf, scheiß doch auf Filme wie Wenn Träume fliegen lernen, Chicago, Gottes Werk und Teufels Beitrag, Shakespeare in Love, Good Will Hunting, Pulp Fiction, Der englische Patient, oder oben genannte. Waren sowieso alle richtig richtig mies, haben auch keinen versteckten Talenten und unbeachteten Sahnestückchen die ihnen angemessene Beachtung beschert, ne, echt nicht. Scheiß auf Tarantino, scheiß auf Kevin Smith.
Ab jetzt boykottiere ich alles was von Disney kommt. Alles! Moment, Avatar ist doch nicht von Disney, oder? Nein? Gut.
So, was noch. Vergessen. Egal.
Die Golden Globes sind raus, die Aufwärmrunde für die Oscars hat also begonnen. Die ganze Liste der Gewinner poste ich mal nicht. Ach fuck it, warum eigentlich nicht, wenn man es so schön von den Fünf Filmfreunden klauen kann. Von den Fünf Filmfreunden. Die Fünf Filmfreunde. So, Contentklau abbezahlt, die Liste nach dem Klick, hier ein paar eigene Meinungen.
Bestes Drama
Avatar. Naja, insgesamt etwas enttäuschende Auswahl finde ich ja. Inglorious Basterds war toll, hat mich aber auch nicht so sehr vom Hocker gehauen. The Hurt Locker genauso, schöner Film, mehr aber auch nicht. Über den Rest kann ich nichts sagen, habe sie nicht gesehen.
Beste Komödie
Hangover? Ernsthaft? Mein Gott, muss das ein schwaches Jahr gewesen sein, wenn so ein mittelmäßig lustiger Film das Rennen macht.
Beste Regie
James Cameron. Okay, das geht klar, immerhin darf hier die Qualität des Endprodukts (des Films) nur bedingt mitgewertet werden, eher geht es um die regietechnischen Qualitäten. Organisation (über 10 Jahre Entwicklungszeit, neuartige Technik), Arbeit mit den Schauspielern (größtenteils vor Green gedreht), etc. etc., das geht bei so einem Monster von einem Film schon irgendwo in Ordnung.
Bester Hauptdarsteller – Drama
Yesss! Endlich, schon zig Male mehr als verdient, werden Jeff Bridges Leistungen endlich mal ordentlich gewürdigt. Keinem gönne ich diesen Preis mehr als ihm.
Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical
Hätte ich Gordon-Levitt mehr gegönnt als Downey Jr., frische, junge und (nach der bisherigen Rollenwahl zu urteilen) intelligente Jungtalente sollten gefördert werden.
Bester Nebendarsteller
Christoph Waltz. Natürlich verdient. Kann mich aber immernoch darüber aufregen dass der plötzlich überall so gehyped wird, wo ich ihn schon viel (viel viel!) länger als alle anderen für seine Schauspielkunst schätze. Kommissar Rex, anyone?
Bester fremdsprachiger Film
Das freut natürlich das deutsche Filmliebhaber-Herz. Den Filme habe ich allerdings noch nicht gesehen. Wird nachgeholt.
Beste Serie – Drama
Arschlöcher! Echt jetzt. Wie kann man bitte Dexter nach DEM Staffelfinale nicht gewinnen lassen? Oder House, genauso. Mad Men habe ich tatsächlich geschaut, ist ‘ne solide Serie, mehr aber auch nicht. Verbotene Liebe in den zugegebenermaßen fantastisch nachempfundenen 60ern, und in gut. Mehr aber auch nicht. Mann! War bei den Emmys 2009 genau das Gleiche.
Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama
Michael C. Hall aus Dexter. Aber sowas von verdient! Sowas von! Sowas! Von!
Bester Serien-Hauptdarsteller – Komödie oder Musical
Alec Baldwin. 30 Rock habe ich nicht gesehen, aber mir fällt es irgendwie schwer zu glauben dass der (endlich mal wieder) fantastisch spielende David Duchovny aus Californication noch zu toppen ist.
Bester Nebendarsteller – Serie, Mini-Serie oder Fernsehfilm
John Lithgow, naja, geht so. Keine schlechte Leistung, mit gut gespieltem Drama punktet man eben oft mehr als mit gut gespielter Comedy. Trotzdem hätte ich lieber Neil Patrick Harris, dem schon bei den Emmys Jon Cryer aus Two and a half men den Preis weggeschnappt hat, gewinnen gesehen.
Aber überhaupt, wo the fuck ist Zombieland? Beste Komödie, bester Hauptdarsteller (Woody Harrelson), beste Nebendarsteller, überall hätte er reingepasst, nirgendwo ist er zu finden, nichtmal nominiert. Was soll das?
Wundervoll. Was alles bei Untertiteln falsch gehen kann, seht ihr unten nach dem Klick. Es ist als hätte jemand mal endlich einen Missstand, über den ich mich schon länger aufrege, in Bilder gefasst. Vornehmlich passiert das natürlich bei Übersetzungen vom Japanischen ins Englische. Ankreiden kann man das eigentlich niemandem, immerhin kann man froh sein dass es überhaupt irgendwelche Fans schaffen einige der tollen, in der westlichen Welt eher unbekannten Animes zu übersetzen.
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