Kuchen!

16. Juni 2010 - 02:56 Uhr | 1 Kommentar

Ein Stückchen dieses, ein Stückchen jenes, hauptsache aber Kuchen. Es gibt so Phasen im Leben, das nehme ich jetzt einfach mal als gegeben hin, da ist das nunmal so. Da gibt es kein richtiges Hier, kein echtes Jetzt, es gibt viele Vielleichts, einige Malsehen und auch ein paar Schönwärs. Achterbahn, so nannte sie das letztens, Achterbahn, und da brauche sie nicht noch mehr Aufs und Abs, das sei schon jetzt die weltlängste und sowieso schon alles wieder viel zu viel. Von Zeit zu Zeit unterliegt man ja der Meinung, alles könne aus der Welt geschafft werden, alles könne geklärt werden, so lange gekürzt und wieder gekürzt werden bis der zugrunde liegende Nenner gefunden ist, der dann, so die Theorie, kein allzu große Sache mehr sein kann. Und von Zeit zu Zeit muss man dann einsehen dass nicht alles so glatt verlaufen kann. Manche Dinge kann man auch zu Tode verbalisieren, und irgendwann ist der Punkt gekommen an dem Stille, Stille und Zeit, die einzigen Wege zur Lösung des Problems sind, ein Problem das nicht gelöst werden kann. Gleiches dachte ich noch letztens, während mir mein Handy anzeigte dass ich beim Schreiben schon bei SMS 7 angekommen war, eigentlich ein klares Zeichen dass man es übertreibt, oder zumindest dass die Gesprächsplattform nicht mit dem Gesprächsfortschritt zusammenpasst. Wie auch immer, ich glaube fest daran dass Zeit nicht nur Wunden heilt, sondern zu viel mehr in der Lage ist. Zeit kann die Menschen trennen, kann sie einander näher bringen, kann sie zur Verzweiflung treiben und Hoffnung schöpfen lassen, kann Frieden und Ruhe einkehren oder Ungeduld aufkeimen lassen, kann uns vergessen oder uns erinnern lassen. Zeit ist viel mehr als festgelegte Intervalle, sie ist der Fluss in dem alles treibt und mitgezogen wird, mal schneller, mal langsamer, ob es will oder nicht. Mal wird sie zu einem reißenden Strom, und während wir versuchen nicht unterzugehen merken wir gar nicht wie weit wir getrieben werden. Mal bewegen wir uns so langsam dass wir denken wir stünden auf der Stelle, doch der Fluss der Zeit ruht niemals, und so warten wir auf die nächste Biegung, hinter der schon das nächste Abenteuer wartet. Manchmal kommt es uns so vor als trieben wir im Kreise, als wären wir angekommen wo wir losgegangen sind, doch in dem Fluss von dem ich spreche gibt es kein vor, kein zurück, kein Anfang und kein Ende. Vielleicht ist Zeit nicht der Fluss selbst, vielleicht ist die Zeit eher die Eigenschaft zu treiben, sich ständig, bewusst oder unbewusst, zu verändern, ohne Grenzen und Ziele, unaufhaltbar.

Jetzt bin ich wieder wo gelandet wo ich gar nicht hin wollte. Man könnte meinen das alles sei Wunschdenken, denn im Grunde frage ich mich nur ob Zeit manchmal nicht auch reichen mag. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, was ist wenn das einzige was man geben kann Zeit ist. Keine tiefschürfenden Gespräche, kein Lachen, keine Freude, keine sonderliche Intimität und auch keine Tips für ein besseres Leben. Nur Zeit, ansonsten nichts. Zeit und Stille.



    Kommentare:

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  1. nini meint:


    kuchen backen ist oft noch besser als kuchen essen.


    29. Oktober 2010 um 15:43 Uhr | #

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