vs. the World. Es kommt ja äußerst selten vor dass ich mir Filmtrailer öfters ansehe, aber in diesem Fall… mein lieber Scholli! Edgar Wright, Kopf hinter Shaun of the Dead und Hot Fuzz, präsentiert uns diesen August die Verfilmung zum Scott Pilgrim Comic, mit dabei ein Michael Cera der zum ersten Mal richtig cool rüberkommt, ein fetter Soundtrack und eine derbe Portion Nerdism. Neben dem fetten Inhalt des Trailers ist es vor allem auch der geile Schnitt der mich immer wieder auf den Play-Button klicken lässt. Und ja, die Ähnlichkeit ist nicht zufällig, Ceras Mitbewohner im Film wird tatsächlich von Kieran Culkin, dem Bruder Macaulay Culkin, welchen wir alle nur als Kevin kennen, gespielt.
Zuhause… was ist das überhaupt? Freunde, Familie, Job, Hobbys, Inneneinrichtung, das Herz?
Es ist 1 Uhr nachts, ich sitze in jahrelang nicht mehr getragenen Klamotten draußen im Nieselregen und schrubbe die Pflastersteine vor dem Haus. Verdammte scheiße, dass das Schicksal auch nie aufhört einem ein Malheur nach dem anderen aufzudrücken. Bei Sixt waren die Server abgekackt, meine Reservierung für den Sprinter war weg und alles musste per Hand neu gemacht werden, das Auseinanderbauen der Inneneinrichtung dauerte länger als geplant und das Navi mochte anscheinend Landstraßen und 30er Zonen lieber als die Autobahn. Schlussendlich kam ich aber an, konnte mir beim Ausladen die bekannten Standpauken meines Vaters anhören, die Farbe zum Streichen einpacken und mich wieder auf den Weg nach München machen. Weitere 300 Kilometer später, inzwischen Mitternacht, freue ich mich auf das warme Bett, reiße die Seitentüre vom Sprinter auf und da passiert es. Der große Farbtopf kippt um und läuft aus, färbt erst den halben Laderaum und danach den Boden darunter weiß. Panik macht sich breit, und ich tue das was ich in solchen Situationen immer tue: erstmal gar nichts.
Zwei Stunden später gebe ich auf. Zwar habe ich es geschafft mindestens die Hälfte der weißen Farbe vom Boden auf meinen Hose zu schaufeln, aber ein großer Fleck bleibt. Das bisschen Sand das ich am Ende noch draufstreue hilft da reichlich wenig, und so bleibt mir nichts weiter übrig als mich zu fragen wieso mir immer so eine verfluchte Scheiße passiert, und wieso gerade immer dann wenn ich sowieso keinen Bock darauf habe. Nicht dass man jemals Bock auf sowas hätte, aber nach einem sowieso schon verkackten Tag könnte man doch zumindest auf ein einigermaßen glatt laufendes Ende hoffen. Da hilft nur eines, aufheiternde Musik oder ein guter Porno. Wenigstens wird sich München jetzt auf ewig an mich erinnern. Oder mindestens ein paar Jahre.
Ha! Habter jetzt gedacht, wa?
“If there are two things that make human beings a little bit irrational, they are erections and addiction.”
München, Heimat, München, Heimat, München, Heimat, München, Hamburg, Heimat, München, Heimat. So sieht aktuell mein Leben aus, würde ich einen Anzug tragen und die Umzugskisten nicht selbst schleppen käme ich mir mächtig cool vor. Ich würde in den edlen Flughafen- oder Bahnhofsbars sitzen, einsam an meinem Appletini Scotch schlürfen, die ein oder andere aufregende Nacht im Hotelzimmer einer fremden Frau verbringen und Bonusmeilen sammeln. Tu ich aber nicht, sondern ich schleppe Kisten, fluche über den hohen Spritverbrauch des Mietwagens, tippe meine Finger wund bei der Suche nach der billigsten Verbindung, schlafe bei der Mitfahrgelegenheit ein und zoffe mich mit der Hausverwaltung. Man könnte jetzt sagen, den Aufbruch in ein neues Leben hätte ich mir anders vorgestellt, aber fuck it, ich finds geil.
Okay, fuck it. Ich mache das jetzt ganz billig, wie eine Hure, ohne Vorspiel und das alles. Mein letzter Post ist jetzt schon ein ganzes Weilchen her, über einen Monat. Man sagt ja, je weniger man von jemandem hört, desto mehr hat er wohl um die Ohren, und eigentlich stimmt das auch. Ich fasse mich kurz, denn das hier ist beileibe nicht der erste Versuch alles was im letzten Monat passiert ist in Textform zu pressen. Die ungefähr zehnte Version dieses Eintrags dürfte das inzwischen sein, wer selbst schreibt kennt das, man hat das Verlangen seine Gedanken in Worte zu fassen, zu schreiben was man fühlt und denkt und erlebt, doch kaum ist man fertig und liest sich den Text nochmal durch fällt einem auf dass er einem so gar nicht mehr gefällt, und kilometerweit entfernt ist von dem was man eigentlich ausdrücken wollte. Shit happens, vielleicht ist die Stimmung nach dem Schreiben eine ganz andere als vor dem Schreiben, vielleicht ging es aber auch wirklich mehr um das Rauslassen ansich, als darum es mitzuteilen. Woran es auch immer liegen mag, zahlreiche Versuche zu erklären was gerade so abgeht habe ich im Wordpress-Entwurfs-Nirvana verschwinden lassen, aber das ist gut. Naja, gut nicht, aber auch nicht schlecht, wenn man der Fachliteratur glauben mag gibt es nichts besseres als verworfene Entwürfe, erhöhen sie doch stets die Wahrscheinlichkeit dass irgendwann mal etwas tatsächlich Annehmbares herauskommt. Und so muss ich mir zwar auch jetzt wieder eingestehen, wirklich zufrieden bin ich damit nicht wie ich das alles einfach unter den Tisch fallen lasse, aber ganz offensichtlich scheine ich noch nicht die richtige Form gefunden zu haben um mich entsprechend mitzuteilen, und anstatt hier alles brach liegen zu lassen bis es endlich so weit ist ziehe ich die “Fuck it!”-Karte, denn eigentlich habe ich insgesamt viel zu viel Bock um auf die große Erleuchtung, die höchstwahrscheinlich sowieso nie kommt, zu warten. Wer außer mir steht noch auf viel zu lange Sätze? Hände hoch!
Na, wie auch immer, der Kern der Sache ist folgender. Der letzte Monat war voll mit Ereignissen, teils wirklich guten, teils wirklich schlechten, die alle ziemlich unerwartet kamen und sich nur langsam von abstrakten Fakten zu spürbarer Realität formen. Wer hier schon etwas länger mitliest wird vielleicht inzwischen mitbekommen haben dass ich bei der Unterscheidung zwischen Realität und Gedankenkonstrukten noch nie der Allerschnellste war. Trotzalledem würde ich natürlich gerne alles hier großzügig ausbreiten, Fakten und Gedanken offen darlegen, immerhin ist dass ja der eigentliche Sinn dieses Blogs. Deswegen weiß ich jetzt auch gar nicht inwieweit ich bestimmte Themen abhandeln soll, vieles ist noch zu unausgegoren, manches noch nicht abgeschlossen, und wenn ich es jetzt auf die Schnelle nur grob skizziere ist die Gefahr groß dass ich es gedanklich abhake und aus meiner inneren ToDo-Liste streiche, ein Verlust für die Menschheit sondergleichen. Also lassen wir das lieber und verschieben es auf unbestimmte Zeit. Außer eines, und das ist sogar ein großer Punkt, und etwas positives noch dazu.
Ich wurde gefeuert. Naja, sagen wir in gegenseitigem Einverständniss entlassen, nachdem ich beim Klauen von Büromaterial erwischt wurde die Frau des Chefs gevögelt habe einfach zu gut für den Scheißladen geworden bin finanziell nicht mehr tragbar war, genau wie ein paar weitere Mitarbeiter, die jetzt zeitgleich ihre Sachen packen dürfen. Wirtschaftskrise und all sowas, lange Geschichte, wie auch immer, positiv ist das Alles weil ich den Haufen sowieso dieses Jahr verlassen und in die große weite Welt ziehen wollte (mal wieder), was jetzt zwar etwas früher als geplant passiert, aber was solls. Fast vier viel zu lange Jahre bin ich jetzt in München, und resümierend muss ich feststellen dass diese Stadt einfach nicht zu mir passt. Oder besser gesagt, ich nicht zu ihr, und das ist alles andere als negativ gemeint, denn jede Stadt hat sicherlich ihren eigenen Charme, ihre eigene Geschwindigkeit und ihren eigenen Schlag von Menschen. Insofern will ich jetzt gar nicht groß über München herziehen, sondern sage stattdessen lieber: Norddeutschland ich komme, Bitches!
Also wo bin ich. Im Stress, genau, weil jetzt alles ganz schnell gehen muss bin ich nur noch damit beschäftigt Verträge zu kündigen, in Hotline-Warteschlangen abzuhängen, von Ämtern zu Ämtern zu rennen und dabei über sie zu fluchen, meine Wohnung wieder mehr oder weniger bewohnbar zu machen, einen Nachmieter zu suchen (jemand ‘ne Wohnung in München ab Juni?), Fast-Food zu fressen, grillen zu gehen, Lynch zu genießen und das ein oder andere große und kleine Problem zu lösen, was oben angesprochene Themen angeht. Dass sich damit mein Schlafrhythmus mal wieder in seine augenscheinlich angeborene Form gebracht hat (Tagsüber schlafen, Nachts wach sein) ist klar, solange in meinem Kopf ein großes “Work in progress”-Schild hängt läuft mein Körper im Autopiloten, was zu wenig Schlaf, schlechtes und zu wenig Essen, Geschirrtürme in der Küche, ungepflegtes Auftreten und Haarausfall bedeutet. Kein Scheiß, Stress = Haarausfall, so ist das bei mir. Vielleicht liegts aber auch an der Schilddrüse, da fällt mir ein ich wollte ja noch zum Arzt, und… egal.
Die Quintessenz des Ganzen, turbulente Zeiten brechen an und ich blogge wieder, schätze ich. Le fin, vorerst. Wo ist hier nochmal der Publizieren-Button? Ach da.
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