Ja, ich weiß, normalerweise gebe ich so intime Geheimnisse hier nicht preis. Aber jetzt muss es raus, ich oute mich. Ich glaube ich bin StarCraft 2 süchtig. Seit zwei Wochen geht das jetzt, und je weiter ich reinkomme, je mehr ich über die Zerg, Terraner oder Protoss lerne, desto tiefer zieht es mich in seinen Bann. Nicht mal bei der Arbeit komme ich davon weg, die Mittagspause wird für 1-2 schnelle Matches genutzt und der Browser-Tab mit dem Tech-Tree ist sowieso immer offen. Zealot-Rush oder Reaper-Gebumse, darauf stehe ich, meine APM steigen in die Höhe und langsam aber sicher klappt das auch mit den Hotkeys. Es ist schlimm. Habe ich mal keine Lust auf ein neues Match werden StarCraft Videos auf Youtube in feinstem HD geschaut, und gewinne ich mal verbringe ich die nächsten 10 Minuten damit mich an den Statistiken nach dem Spiel aufzugeilen. Wirklich schlimm. Ich sehe es kommen, bald schmeiße ich alles hin, lerne Koreanisch und ziehe in das Land in dem solche Menschen als Helden gefeiert werden, wo sich die Frauen an ausgefeilten taktischen Moves aufgeilen statt an Typen die ohne Realschul-Abschluss das Runde ins Eckige kicken. Wirklich wirklich schlimm… ich weiß nicht wie ich dagegen ankämpfen kann… denn eine Runde… noch eine Runde geht immer. Eine noch. Nur eine. Und dann noch eine. Und noch eine.

Jetzt wo ich weiß dass es ihn wirklich gibt (und damit auch alles andere), frage ich mich was cooler wäre. Der De Lorean oder das Hoverboard. Hmmmm. Durch die Zeit reisen oder hübsche Mädchen mit coolen Tricks beeindrucken? Die Geschichte neu schreiben oder Tony Hawk von seinem Thron stoßen? Brennende Reifenspuren hinterlassen oder den Boden nichtmal berühren? Ziemlich grundlegende Fragen, ich nehme einfach beides. Das geht doch, oder? Oder?

Wir sind beide betrunken, sie sagt ihr sei schwindelig und ich frage sie ob sie glücklich sei. Sie schaut mich misstrauisch an und fragt, ob denn etwas nicht stimme. Nein nein, sage ich, die Frage sei völlig ohne Hintergedanken, ich wolle nur wissen ob sie sich denn glücklich fühle. Sie kneift weiter die Augen zusammen, wirft mir kritische Blicke zu, überlegt kurz. Ich streiche ihr eine Locke aus dem Gesicht und lächle, versuche sie damit zu überzeugen dass ich auf nichts bestimmtes hinaus will, was in dem Moment sogar wahr ist. Ihre Miene lichtet sich langsam, sie fragt mich was ich denn mit Glück meine. Dass ich das ja gerade von ihr wissen wolle, antworte ich, und nehme einen Schluck Gurkenbrause während sie wieder überlegt. Ja, sagt sie, sie denke schon, immerhin habe sie alles was sie wolle. Was das denn sei, will ich wissen. Einen Job, also genügend Geld? Ja. Einen Freund den sie liebt? Ja, und Freunde. Ich frage sie, ob sie damals, als sie noch keinen Freund hatte den sie liebte, weniger glücklich gewesen sei. Nein, sagt sie, da war sie eigentlich auch glücklich, nur irgendwie anders. Ich lasse meinen Blick schweifen, und überlege dabei was das wohl bedeuten mag. Ein paar Meter entfernt wird ein Mädchen von einem Jungen mit Mütze an die Wand gedrückt, seit zwanzig Minuten scheinen die beiden außer Blicken, Küssen und sanften Berührungen nichts mehr auszutauschen. Außer, denke ich, wieso eigentlich außer? Rechts neben uns sitzt ein Mädchen mit langem hellen Haar und einer auffälligen Kette um den Hals, alleine, sie sieht angespannt aus, zieht unruhig an ihrer Zigarette, als warte sie auf jemanden. Neben ihr sitzen zwei etwas ältere Kerle, die angezogen sind als seien sie eher durch Zufall hier gelandet. Sie unterhalten sich, soweit ich das heraushöre, angeregt darüber, ob der gestrige Abend fantastisch oder nur ziemlich gut war, wie betrunken sie waren und vor allem wie rotzevoll Anna (oder Hanna) war.
Sie fragt mich wieso ich das überhaupt wissen wolle, ob denn irgendetwas los sei. Wieder der musternde Blick. Nein nein, antworte ich erneut, ich wolle nur wissen was Glück bedeute. Ob ich denn glücklich sei, will sie wissen. Ich nippe an meiner Brause, überlege ob ich jetzt Lust auf die lange Version habe, entscheide mich aber für die kurze. Mehr oder weniger, sage ich, eine Antwort die weniger aussagt als sie Worte hat. Sie sieht mich an, merkt wohl dass ich gerade nicht in der Laune bin zwischen all dem Zigarettenrauch und den lauten Gesprächen meine komplette Gedankenwelt auszubreiten, und nickt mir wissend zu. In ihrem Blick sehe ich Wärme und Akzeptanz, und ich komme in Gedanken zu dem Schluss dass Unglück anscheinend viel komplizierter ist als Glück. Immerhin.
Kotzt mir die Sau einfach ans Auto, was ist das denn?
Erst stand da “Der Tag der Premieren” als Titel. Da das aber viel zu groß klang, für die Kleinigkeiten die jetzt kommen, schien mir dieses nette Adjektiv doch ganz passend. Mittwoch ist in München Sneak-Tag, man könnte ihn auch Geldausgebe-Tag nennen, das klingt dann aber gleich viel negativer, und ich bin gerade so guter Laune. Das liegt am dicken Schlafmangel, der genau zwei Dinge bei mir bewirkt: gute Laune und Magenprobleme. Klingt irgendwie unvereinbar, ist aber so. Also, Sneak-Tag mit folgenden Premieren. Erstens habe ich mir heute einen lang gehegten Wunsch erfüllt, und endlich einmal süßes Popcorn mit salzigem vom Popcornmann mischen lassen. Zweitens kam heute zum ersten Mal in der Sneak ein Film, der fünf Minuten früher als Trailer in der Vorschau fälschlicherweise angemeldet wurde, was auch mit gebührendem Jubel der Besucher kommentiert wurde. I Love You Phillip Morris, der, das sagen mir meine hellseherischen Fähigkeiten, in den Kinos grandios floppen wird, immerhin hat er schon in den Staaten seine Mühe gehabt einen Verleiher zu finden.
Passend dazu ist mein Fazit zu beidem auch ziemlich ähnlich, Popcorn wie Film. Verrückt, irgendwie undefinierbar abgefahren, auf ihre eigene Art aber doch gut, und auf jeden Fall einen Versuch wert. Kapitschki?
Woooot!? Short von Bif, einem Sublabel von The Mill, welcher letztes Jahr so gut wie alle Preise für Kurzfilme in Verbindung mit CGI abgeräumt hat die es so gab. Mehr dazu hier. Erinnert mich ja dezent an die erste Szene aus Cube.
Der folgende Beitrag ist letzte Nacht zwischen 5 und 6 Uhr morgens entstanden, und er ist so schön… direkt, ich glaube es ist der beste Beitrag den ich hier innerhalb der letzten drei Jahre gepostet habe.
Ich hasse die Zeit, in der man sich entscheiden muss ob man die Nacht durchmacht und den ganzen Tag mehr oder weniger vor sich hin döst, oder ob man noch schlafen geht und das Risiko in Kauf nimmt zu verpennen, was bei mir weniger Risiko, mehr Tatsache ist. Ja, gut, damit hätte ich die Entscheidung gefällt. Fangen wir also an mit sinnlosen Google-Bildersuchen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt fabriziert das Hirn des Menschen sowieso nur noch Dünnschiss, das ist bewiesen, das muss so zwischen 10 Uhr morgens und 8 Uhr abends sein. Und danach.
Dieses Bild hat Mandy Galambos (Anmerkung der Redaktion: gemalt), sein Titel ist “Familienbande”. Ich mag das Bild, seht ihr wie zwischen all den pittoresquen Farben das seelige Lächeln der Tiere hindurchschimmert? Es scheint als hätten sie das Glück mit Löffeln gegessen, ein absurder Gedanke, immerhin sind es ja Tiere! Man mag ja meinen dass auf dem Bild zwei verschiedene Familien abgebildet seien, die Entenmutter mit ihren Entenbabys, der Froschpapa mit seinen Froschbabys, doch mir gefällt die Vorstellung dass es eine Familie ist, sinnbildlich für die vielen Patchworkfamilien der heutigen Zeit, die trotz dem Schein der losen Zusammenstellung viel Glück zusammen erleben können, vielleicht sollte ich die Malerin fragen wie sie das gemeint hat. Love without boundaries, Liebe ohne Grenzen, das finde ich richtig gut. Seht ihr wie sie Lächeln? Seht ihr es? SEHT IHR ES???? SOGAR DIE SCHEISS KAULQUAPPEN SIND SCHEISSGLÜCKLICH, VERDAMMTE KACKE, ACH IST DAS BILD SCHÖN!!!
Puhhh, beruhig dich mal, alter Mann. Das erinnert mich alles zu sehr an die Mona Lisa, der wollte ich auch schon lange mal eine in die Fresse hauen. Was grinst die immer so dämlich rum. Als gäbe es so viel zu grinsen. Pfff.
Ich weiß ich weiß, alles alte Schinken. Mir egal.
Carriers

Carriers, der Eröffnungsfilm des letztjährigen Fantasy Filmfests, ist ein Film mit Chris Pine (der junge Captain Kirk), Piper Perabo (der unehelichen Tochter von Hillary Swank und Jennifer Lopez) und noch ein paar anderen Hanseln, die versuchen vor einer weltumfassenden tödlichen Epidemie an einen abgelegenen Ferienort zu fliehen. Da der Virus ultraansteckend ist, die Menschen aber nur elendig dahingammeln lässt anstatt sie zu coolen Zombies zu machen, ist der große Feind in diesem Film neben dem Virus der Mensch selbst, der es durch Misstrauen und Egoismus schafft seine Rasse noch schneller aussterben zu lassen als durch die Epidemie alleine. Nun könnte man meinen, und so ist es wohl auch angedacht, zentrales Thema in diesem Film sei deswegen eher die Hoffnungslosigkeit der Situation und Ausweglosigkeit der Betroffenen bei einer Ansteckung, was zu interessant gezeichneten Charakteren und einer intelligent ausgearbeiteten Dynamik innerhalb der Gruppe hätte führen können. Hätte, denn leider wurde das Ziel nicht wirklich erreicht. Hier ein paar Tips wie es hätte besser gemacht werden können.
1. Erklärt die Hintergründe. Klar, spätestens nach der ersten vor sich hingammelnden Leiche am Straßenrand bemerkt wohl auch der eingeschlafene Zuschauer dass da irgendetwas nicht stimmt. Dennoch wäre es schön etwas mehr über die Umstände der Menschheit zu wissen als die simple Kausalitätsabfolge Virus – Ansteckung – Tod. Vor allem wenn das Thema Hoffnungslosigkeit auf irgendeine Weise emotional übertragen werden soll ist es glaube ich ganz hilfreich zu wissen ob jetzt schon dreiviertel der Menschheit ausgerottet ist oder ob nur gerade im Süden der USA bei den Rednecks die Schweinegrippe 2.0 ausgebrochen ist.
2. Führt wenigstens einen sympathischen Protagonisten ein. Stichworte hierbei sind “einführen” und “sympathisch”. Es ist als hätte der Kameramann aus Versehen die Tapes mit dem Anfang des Films überspielt, man weiß nichts über die vier Kasperle die mit ihren lustig angemalten Atemmasken über die verseuchten Landstraßen brausen. Wo kommen sie her? Wer sind sie? Wie haben sie zueinander gefunden? Nichts. Das wäre ja noch verschmerzbar, wenn die Charaktere wenigstens Interessant genug wären als dass man sie mit Interesse den Film über hinweg kennen lernt, leider ist aber auch das nicht der Fall. Captain Kirk ist einfach ein bescheuerter Sack, seine Freundin ist die heiße Ische die mit dem bescheuerten Sack zusammen ist, keine Person die man unbedingt kennen lernen will, sein Bruder benimmt sich als wäre er noch 12, heult ständig rum, und die unbekannte Vierte im Bunde ist irgendwie auch ständig mies gelaunt, ich kann mich nicht mal mehr an ihren Namen erinnern. Also wen zur Hölle soll es interessieren oder rühren diesen vier Unbekannten bei ihrem Road Trip zuzusehen? Wer soll mitfiebern wenn einem die Personen so ziemlich egal sind, da man zu keinem in irgendeiner Weise eine Verbindung aufbauen kann?
3. “Hey, fick dich doch, du meinst wir sind dir egal? Ha, wir sind uns selbst doch alle egal. Wir finden auf dem Weg einen unbekannten Mann mit einem infizierten kleinen Mädchen? Klar, nehmen wir die beiden auf der Rückbank mit. Captain Kirks Freundin ist infiziert? Werfen wir sie einfach aus dem Auto und lassen sie in der Wüste verrotten. Captain Kirk ist infiziert? Lassen wir ihn doch einfach von seinem eigenen Bruder erschießen.”
4. Lasst eure Protagonisten den eigenen scheiß Film ernst nehmen. Ich wüsste wie ich mich verhalten würde wenn ein hoch ansteckender Virus auf der Erde ausbrechen würde. Ich würde mich so lange in Frischhaltefolie einwickeln bis ich keine Luft mehr bekommen und ersticken würde. Obwohl mehrmals im Film erwähnt wird wie ansteckend der Virus doch sei, scheint das den vier Hauptpersonen gänzlich egal zu sein. Mal haben sie die Atemschutzmasken auf, mal nicht, mal fassen sie alles nur mit Schutzhandschuhen an, mal nehmen sie völlig ungeschützt einen tiefen Atemzug von der dahingammelnden Oma, mal schützen sie sich vor dem kranken Mädchen auf der Rückbank nur durch eine an die Decke geklebte Plastikfolie und mal kümmert es sie einen Dreck wenn ihnen der Hund, der gerade noch die infizierte Leiche ausgeweidetet hat, Blut mitten ins Gesicht sabbert. “Keine Angst, ist nur Hundeblut.” Genau. “Keine Angst, ist nur Syphilis.”
Tja, leider am Ende ein eher enttäuschender Film, wenn auch nett gedacht und teilweise sogar mit ganz interessanten Ideen gespickt.
Final Destination 4

Ich weiß, ich weiß, eigentlich heißt der Film The Final Destination, aber sorry, eine so schöne Serie mit so einem Murks als großem Finale enden zu lassen, das bringe ich einfach nicht übers Herz, dazu waren die ersten drei Teile einfach zu toll. Prinzipiell könnte ich euch auch einfach sagen, lest Batzmans Review bei den Fünf Filmfreunden, dreht (fast) alles ins Gegenteil um, und ihr habt mein Review. Ein paar Erläuterungen seien mir dennoch erlaubt.
Die Grundstory, die tollerweise auch in jedem Film gleich ist, sollte wohl jedem bekannt sein. Ein paar Jugendliche entkommen durch die Vision des Hauptcharakters knapp dem Onkel Tod, welcher sich aber nicht lumpen lässt und sich die Opfer der Reihe nach zurückholt. Die Mittel sind ihm dabei meist recht egal, und so beginnt für die Protagonisten ein Wettlauf gegen ihr Schicksal und für den Zuschauer eine Stunde lang voll irrwitziger Todesarten.
Die einzige wirkliche Neuerung im vierten und neuesten Teil ist, dass er in 3D gedreht wurde, was sicherlich im Kino für einige witzige Momente sorgt, sieht man ihn jedoch zuhause auf dem normalen Fernseher wirken die eher schlecht animierten 3D Effekte die sich durch den ganzen Film ziehen wohl eher deplaziert. Aber darauf kommt es eigentlich gar nicht an, oder?
Nein, denn neben dem Zusammenspiel der Todeskandidaten waren und sind die größten Eyecatcher in der Reihe stets die fantasievollen Arten Menschen über den Jordan zu schicken, wobei natürlich immer ordentlich gesplattert werden darf. Leider, und das ist einer der Hauptpunkte den ich anders sehe als im oben verlinkten Review beschrieben, versagt der vierte Teil hier auf ganzer Linie. Das beginnt schon allein mit der Anfangssequenz, die vorige Filme immer virtuos einleitete, die hier bei einem Nascar Rennen stattfindet. Schraubenzieher verhakt sich in einem Auto, es explodiert und fliegt in die Menge, alle tot, toll. Wahnsinnig kreativ und spannend. Weiteres Beispiel. Eine Frau geht mit ihren beiden Kindern zum Friseur, während sie mit ihrer spitzen Schere nahe ihrem Gesicht herumhantiert, passiert so einiges, eine Dose Haarspray explodiert, der Stuhl auf dem die Dame sitzt kracht zusammen, und sogar der Deckenventilator fällt von der Decke. Doch nichts passiert. Erst als sie aus dem Salon gehen will, fährt auf der Wiese davor ein Arbeiter mit einem Rasenmäher über einen Stein, welcher dann gezielt in ihr Auge und quer durch ihren Kopf geschleudert wird. Super, erstmal schön alle Chancen auf ein kreatives Ende gekonnt umgangen um dann mit so einem langweiligen Scheiß zu kommen.
Waren es meiner Meinung nach in Teil 3 gerade die Ängste des Zuschauers mit denen gespielt wurde – Tod auf einer Achterbahn, klaustrophobisches Verbrennen in einem Solarium (inklusive Möpsen!) – und waren dort die Todesszenen zumindest schön in Szene gesetzt, so versagt hier der neue Teil komplett.
Großer Minuspunkt ist dabei allerdings auch die Wahl der Charaktere. Blasser und flacher hätte man sie kaum schreiben können, irgendein Typ, mit irgendeiner Freundin, irgendein Quotenschwarzer, irgendein Polohemden-Arschloch mit seiner Fickfreundin. Wahnsinnig interessant. Während der dritte Teil bewusst Stereotype einsetzte um die Dynamik innerhalb der Gruppe der Überlebenden auf die Spitze zu treiben, scheint The Final Destination selbst nicht mal zu wissen was das für Leute sind die sich da auf der Leinwand tummeln. Und selbst wenn, es ist scheißegal, denn auch nur ansatzweise sympathisch ist einem davon beileibe keiner. Und so folgt man gelangweilt dem uninteressanten Treiben, sieht schlechte 3D Effekte, schlechte Splatter Effekte, langweilige Charaktere und ein ziemlich mäßiges Ende.
Final Destination war für mich immer der Popcorn-Ableger des Horrorgenres. Vorhersehbare Geschichte, dafür aber eineinhalb Stunden vollgestopft mit spaßigen und manchmal sogar spannenden Todessequenzen, nebenbei noch individuelle Charaktere und viel viel schwarzer Humor, gerade in letzterem war der dritte Teil fantastisch. Auch wenn Teil 4 tatsächlich mit einigen wenigen Szenen begeistern kann, so reichen diese jedoch lange nicht aus um den Qualitätsabfall des Rests auszugleichen.
Der Solist

Das hier mache ich ganz schnell, denn der Film ist einfach schlecht. Ende.
Naja. Ein paar wenige Worte mehr können wohl nicht schaden. Während Robert Downey Jr. den anfangs zynischen und emotional heruntergekommenen Journalisten zumindest noch akzeptabel mimt, und Jamie Foxx den offenbar psychisch mehr als labilen Obdachlosen zu Tode schauspielert, versuchen beide zusammen nach Schema F die altbekannte Story um ein verwirrtes Genie, welches vom Schicksal gebeutelt nur darauf wartet in einem emotional explodierenden Ende seine Passion und sein Genie ausleben zu können, über die Bühne zu bringen. Der große Fehler liegt dabei nichtmal so sehr bei den Schauspielern, die wohl versuchen das beste aus ihren eher blassen Charakteren herauszuholen, sondern bei dem Drehbuch, dass es, obwohl fast zwei Stunden lang, nie schafft den Zuschauer an den Emotionen der Protagonisten wirklich teilhaben zu lassen. Zu plakativ, zu unreflektiert wirkt die plumpe Geschichte, die einen durch ihre gewählten Szenarien und Bilder eigentlich mit Leichtigkeit mitreißen sollte, was sie aber im Endeffekt nie wirklich schafft. Im Großen und Ganzen fehlt dem Film einfach die Stimmung, der Flow, wie ich so gerne sage, um die einzelnen Szenen gekonnt zu verknüpfen und eine zum Mitfühlen anregende Stimmung zu erzeugen.
Was bleibt ist ein Fischstäbchen, das zwar wie ein 5-Sterne Gourmetgericht angerichtet ist, aber dadurch noch lange nicht so schmeckt. Das einzige was da noch helfen könnte wäre etwas Ketchup, und mit Ketchup meine ich Alkohol, und mit Alkohol meine ich man spart sich am besten den Kinobesuch und verbringt den Abend mit einer Flasch Vodka. Macht mehr Spaß, und kostet bei billigem Fusel sogar weniger.
500 Days of Summer

Lebendige Liebesdramakomödien haben bei mir einfach direkt ein Stein im Brett. Juno, toll, P.S. Ich liebe dich, Mann hab ich geheult, Sex and the City, ich muss diese Schuhe haben, 50. erste Dates, Drew (!), Titanic, das war grenzüberschreitende Liebe… gut, lassen wir das lieber.
Summer, das ist Zooey Deschanel, bekannt süß aus dem Anhalter durch die Galaxis, und Tom, das ist Joseph Gordon-Levitt, den ich allein schon wegen seinem Wikipedia Bild mag, und 500 Days in of Summer (eindeutig Pornotitel-Kandidat), das ist die verquirlte Geschichte der beiden, mit ganz viel Liebe und ganz viel Herzschmerz, am Ende aber keinem Happy End, wie im Trailer schon angekündigt.
Tja, was lässt sich zur Story sagen. Mann trifft Frau. Sie finden zueinander. Mann, hoffnungsloser Romantiker, will mehr Sicherheit in der Beziehung als sie ihm geben kann, Frau fühlt sich zusehends in eine Rolle gezwungen die ihr nicht gefällt und nimmt immer mehr Abstand, bis es eines Tages aus ist. Mann verfällt in Depressionen, bis er sein Leben radikal ändert und am Ende vielleicht doch die Frau seiner Träume gefunden hat.
Die verworrene und unchronologische Erzählweise macht es dem Film möglich dem Zuschauer trotz des relativ früh geklärten augenscheinlichen Endes eine frische und interessante Geschichte zu erzählen. Man weiß wie es anfängt und wie es endet, aber nicht was sich dazwischen abspielt. Erst im weiteren Verlauf wird klar dass es Summer ist, die Probleme damit hat feste Bindungen einzugehen und somit Tom immer weiter von sich drängt. Insofern ist 500 Days of Summer genau das, was sein Titel sagt, 500 Tage mit Summer, nicht weniger, aber auch nicht mehr, eine Geschichte wie sie das Leben jeden Tag aufs Neue schreibt, nichts was es sonst wert wäre in einem großen Hollywood-Streifen erzählt zu werden.
Gerade das macht den Film interessant. Als Zuschauer hofft, liebt und leidet man zusammen mit dem durchwegs sympathischen Tom, und erkennt gerade in dem traurigen, aber doch sehr lebensnahen Ende der Beziehung zwischen ihm und Summer mehr von sich selbst als in Titanic oder Sex and the City. Das Ganze wird von einem tollen Soundtrack und tollem Schauspiel begleitet, und auch das Ende kommt dann doch nicht ganz um einen kleinen Lichtblick herum, wie das Leben eben so ist, mal scheiße, mal geil.
Einziger wirklicher Kritikpunkt, der allerdings leider gar nicht mal so unbedeutend ist, ist Summers Charakter, der über den ganzen Film hinweg eher im Dunkeln bleibt. Ihre Gedanken und ihre Geschichte scheinen dem Zuschauer nie direkt zugänglich, man fragt sich stets wieso sie sich gerade so verhält wie sie es tut, wieso sie immer Abstand zu Tom hält, der es genauso wenig zu begreifen scheint. So geht leider ein wichtiger Aspekt der Beziehung, vor allem aber der Geschichte verloren, der sich beim Abspann als mittelgroßes Fragezeichen über dem Zuschauerkopf manifestiert und den ansonsten tollen Gesamteindruck etwas schmälert.
Trotzdem bleibt ein schöner und frischer Film, der ein alteingesessenes Thema auf neuen Wegen weiter ergründet und in so gut wie jeder Minute Spaß macht.
Wie das Leben so spielt

Mit dem Alter wird man ernster, das wissen nicht nur die Fantastischen Vier sondern auch Adam Sandler, der nach zahlreichen hirnverbrannten (aber guten) Komödien in den letzten Jahren sein Augenmerk immer mehr auf Geschichten mit seriösem Hintergrund gelenkt hat. Das stimmt so zwar eigentlich gar nicht, immerhin ist er der Mann hinter Zohan, dafür klingt es aber gut, und ich glaube ich bin sicher nicht der Einzige der in seinem Kurzfilm A Day With The Meatball Sandlers traurige aber wahre Message erkennt: Bulldoggen sehen scheiße aus. Wie auch immer, Wie das Leben so spielt ist Judd Apatows neuester Streich, in dem wir neben Apatows Standardbesetzung mit Seth Rogen und Leslie Mann dieses Mal auch Adam Sandler sehen, und dabei zusehen können wie sie über zwei Stunden lang versuchen irgendetwas zwischen traurigem Drama und lustigem Stand-Up über die Bühne zu bringen.
Leider klappt keines von beidem. Es mag sein dass es an der deutschen Sprachausgabe lag, aber kaum einer der Witze wollte so richtig zünden. Schade, denn der massive Einsatz von Gaststars ließ eigentlich mehr erhoffen. Sogar Eminem ließ sich überreden. Auch das Drama, präsentiert durch den vorerst Krebskranken Sandler, will nicht so richtig ziehen, was an den eher unausgegorenen Charakteren liegt. Seth Rogen spielt einen Trottel, der für sein Idol, Sandler, alles tut, und sich mehr als einmal als bescheuerter Saftsack präsentiert. Nicht gerade sympathisch. Sandler spielt den sich selbst bemitleidenden Star, der vom einen Tag auf den anderen sein zerbrochenes Leben ändern will. Rein theoretisch keine schlechte Konstellation, das Zusammenspiel zwischen zwei solchen Protagonisten könnte einiges an Tiefe hervorbringen, leider scheint sich ihre Beziehung zueinander den ganzen Film über aber kaum zu ändern. Ganz zu schweigen davon dass keiner der Schauspieler seine Rolle wirklich authentisch vermittelt.
Eine große Schwierigkeit des Films ist allerdings vor allem auch seine Länge, und dabei meine ich nichtmal nur die rein faktische Filmlänge. Der gesamte Film dümpelt mit seiner eher flachen Handlung so vor sich hin, mal passiert dies, mal passiert das, am Ende passiert plötzlich wieder etwas ganz anderes, im Großen und Ganzen passiert aber eigentlich gar nichts. Mein sieht einfach kein Ziel, keine Entwicklung und keine große Pointe in dem Ganzen, und ist somit verdammt dem Treiben mehr oder weniger Emotionslos zu folgen und ständig auf die große Wendung, die nie Eintrifft, zu hoffen. Gerade das teils abstruse Handeln der Protagonisten verwirrt einen immer wieder und lässt keine klare Linie erkennen. Insgesamt also leider eine mittelmäßige bis große Enttäuschung.
Gesetz der Rache

Wer die genaue Story wissen will soll sich bei Wikipedia bedienen, dazu habe ich momentan keine Lust. Gerard Butlers Frau und Tochter werden umgebracht, die beiden Einbrecher werden geschnappt, einer von ihnen macht einen Deal mit Staatsanwalt Nick Rice, weswegen er nur drei Jahre Haft und sein Kollege die Todesstrafe bekommt. Gerard Butler findet das eher uncool, lässt 10 Jahre verstreichen und rächt sich dann ordentlich an dem Staatsanwalt, bringt viele Leute um und führt den Staatsanwalt mitsamt des Justizsystems ordentlich an der Nase herum. Es beginnt ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Butler und Rice, welches Rice am Ende gewinnt. Butler stirbt.
Der große Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist das Spiel zwischen Butler und dem Staatsanwalt, welcher die ganze Zeit im Dunkeln tappt und keine Ahnung hat wie Butler es schafft während er im Gefängnis sitzt trotzdem noch Menschen umzubringen. Wobei das nicht sein einziges Ziel ist, im Grunde will er dem Staatsanwalt, der Geschäfte mit dem Teufel in Form von Kriminellen macht, nur so viel Schaden zufügen wie möglich. Er tötet seine Mitarbeiter, schickt ein Video von der Zerstückelung einer Leiche an seine Familie und diffarmiert Rice, welcher hauptsächlich auf Karriere aus ist, zunehmends.
Zweiter großer Gegner ist für ihn das Justizsystem, welches er ständig zu untergraben versucht. Er lässt sich absichtlich mit relativ eindeutigen Beweisen gegen ihn festnehmen, kann die Richterin aber im Gerichtsaal davon überzeugen ihn gegen Kaution freizulassen, nur um sie kurz darauf zu beleidigen und ihr vorzuwerfen dass sie Verbrecher gegen Geld wieder freilässt. Später zieht er Staatsanwalt Rice mit absurden Forderungen als Bezahlung gegen wichtige Informationen ins Lächerliche, um ihm kurz darauf wieder sein Versagen vor Augen zu führen.
Dieser doch recht eindeutig kritische Teil des Films gefällt. Gerade die erste Hälfte besticht durch viele irrwitzige Situationen, in denen die festgefahrenen und teils absurden Statuten von Vater Staat ordentlich durch den Dreck gezogen werden. Butler kämpft mit ziemlich harten Bandagen, etwas was man weder vom Schauspieler noch vom Film erwartet hätte. Das Hin und Her der beiden Hauptcharaktere macht Spaß, jedenfalls für Leute die das Thema Selbstjustiz differenziert genug sehen um es nicht von vornherein zu verurteilen.
Auffällig dabei ist das klare Weglassen von einem Sympathieträger. Normalerweise würde man ja annehmen dass in einem so kritischen Film die Taten des Selbstjustiz ausübenden Familienvaters irgendwo gerechtfertigt werden, ähnlich wie beispielsweise im Film Der blutige Pfad Gottes, in dem die rechtlich gesehen zwar bösen, in Wirklichkeit aber doch guten Jungs nur gegen Verbrecher und Straftäter vorgehen, womit sie ihre Taten wieder legitimieren, zumindest für den Zuschauer. In Gesetz der Rache passiert das aber nicht. Butler geht mit voller Härte vor um dem Staatsanwalt zu schaden, tötet auf grausame Art Unschuldige und schreckt auch nicht vor Frau und Kind des Anwalts zurück um sich zu rächen. Die nüchterne, geplante und im Film offen gezeigte Härte seiner Taten vermittelt kaum Sympathien für den Charakter und schreckt den Zuschauer eher ab. Auch Staatsanwalt Rice ist von vornherein, spätestens ab dem Abkommen mit einem der Einbrecher, unten durch und wird gegen Ende des Films eher bemitleidet als gemocht, was dem Film komplett seine Identifikationsfiguren raubt.
Auswirkungen hat das insofern als dass man als Zuschauer nie weiß auf wessen Seite man sein soll. Für den gebrochenen Mann, der außer Rache nichts mehr im Sinn hat und Unschuldige auf seinem Weg zum Seelenfrieden opfert, oder für den korrupten Anwalt, der die Gerechtigkeit gegen seine eigene aufstrebende Karriere eintauscht und so auch nicht viel besser ist. Man könnte das als interessanten Aspekt des Films interpretieren, eine Geschichte die einen gleichzeitig berührt und kalt lässt, und mit keiner klaren Antwort auf die Frage, wer von den beiden denn jetzt im Recht ist, zurücklässt. Meiner Meinung nach ist das aber eher ein Indiz für fehlende Stringenz in der Stoffentwicklung. Gerade im Hinblick auf das doch recht unspektakuläre Ende scheint es als wäre dem Drehbuchautor nie klar gewesen welche Möglichkeiten ein solch brisantes Thema doch mit sich bringt. Während die erste Hälfte des Films seit langem mal wieder interessante Aspekte und Sichtweisen in die Thematik bringt, so scheint die zweite Hälfte inklusive dem Ende nur dazu da zu sein um die bisher getroffenen Aussagen wieder zu relativieren und sich mit der Masse und Hollywood gut zu stellen.
Ich kann an dem Film tatsächlich viel Gutes finden, leider verbaut er sich die Möglichkeit ein provozierend kritischer Film zu sein aber mit zunehmender Laufzeit und endet dann eher enttäuschend. Ob es am fehlenden Mut des Regisseurs lag, oder einfach daran dass keiner erkannt zu haben scheint welche Möglichkeiten sich da eröffnet hätten, kann ich nicht sagen, so oder so bleibt aber ein fahler und enttäuschter Beigeschmack bei einem ansonsten wirklich gar nicht mal so schlechten Film.
Ich steh auf meine geile Soundanlage mit dem dicken Subwoofer, die Musik bratzt durch die Ohren direkt ins Hirn und dreht im Hypothalamus ein paar schnelle Runden. Da gehört sie zwar gar nicht hin, aber ich bin ja auch kein Neurologe. Mein Nachbar findet das nur bedingt cool. Gerade läuft Mumford & Sons mit Winter Winds im Dauerloop, das bratzt zwar eher gemächlich bis gar nicht, aber erstens steht ihr derben Motherfucker doch alle auch auf ein bisschen Herzenswärme, zweitens habe ich nie behauptet hier nur auf die innere Logik überprüfte Texte zu schreiben und viertens mache ich sowieso nie inhaltliche Fehler. Ihr könnt mir ja Geld spenden damit ich einen Lektor anstellen kann.
Ich denke damit wäre wohl alles zu Abadah gesagt, was es zu sagen gibt.
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