Über die Weihnachtszeit, also die letzten beiden Wochen, war ich, wie man merkte, eher so der passive Internetnutzer. Lesen, hören und glotzen eben, wie der Titel hier so schön ausdrückt, und während ich das schreibe merke ich wie wenig so ein Titel eigentlich zu einem Blog passt… egal. Jedenfalls habe ich viel Schönes gesehen und gelesen, und nach und nach und nach würde ich das alles hier vielleicht mal ab und an zeigen, würden das andere nicht schon viel besser und vor allem pünktlicher machen. Kuhblogs, so nenne ich diese mit bunten WordPress-Themes aufgemotzten Linksammlungen, die das Internet nach eben solchen tollen Sachen durchforsten und sie präsentieren, quasi wiederkäuen, um den metaphorischen Kreis zu schließen. So aber, bedenkt man dass inzwischen jeder der RSS Feeds abonniert hat auch mindestens einen dieser Kuhblogs mit dabei hat, so aber lasse ich das, und poste wenn dann nur mal hier etwas, mal dort etwas, Bestimmtes eben. Manchmal geht mir dieser ganze cuteness/coolness Overflow ganz schön auf die digitalen Eier. Das Internet bringt viel, schönes und hässliches, Videos die man sich wieder und wieder anschaut, und Videos die man am liebsten nie gesehen hätte. Bilder von großen Taten und welche bei denen man nach 5 Minuten in der Ecke einen Penis entdeckt. Symptomatisch für oben erwähnte Blogs ist allerdings meist das Verlinken richtig guter Sachen. Sachen von denen man nicht genug bekommt, die man direkt bei Facebook verlinkt und sich solange darüber freut bis einer “Aaaaalt!” darunterschreibt.
Da setze ich mal an, und frage mich, wie soll man als normaler Bürger, als mal hoffnungsvoller, mal melancholischer Mitfahrer im Zug des Lebens, als jemand der sich entscheiden kann was er anfängt mit seiner Zeit, als jemand der das Internet vielleicht für gefährlich real hält, wie soll man sich bei all den Menschen die so viel können noch gut fühlen. Mit diesem ganzen High-Quality Zeugs, das was nach dem mehrfachen Aussieben von millionen von Quellen am Ende übrig bleibt, mit das Beste was das Internet so zu bieten hat. Wie könnte einen Bäcker, der sein Geschäft in einer Straße voll mit den besten Bäckern der Welt hat, nicht irgendwann von der Erkenntnis gepackt werden, die Erkenntnis dass egal was er tut, egal wie sehr er sich anstrengt, er vielleicht nie dazugehören wird. Ein berühmter Bergsteiger sagte einmal dass der Berg immer nur so hoch ist, wie einen die Füße zu tragen vermögen. Na gut, ich gebs zu, das habe ich mir gerade ausgedacht, aber ich glaube es passt ganz gut. Vielleicht gibt es Berge die einfach zu hoch sind, Berge deren Gipfel man nie erklimmen wird. Was heißt vielleicht, natürlich gibt es die. Was ich mich dabei aber frage ist, was tut man wenn man seine Grenzen erkannt hat. Natürlich, daran arbeiten diese zu erweitern, was ist aber, wenn man sie nicht erweitern kann?
Sportler dopen sich, Dichter trinken, Maler scheißen auf LSD gegen die Leinwand und verkaufen es. Dem Menschen waren schon immer alle Mittel recht, die uns aufgebürgten Grenzen zu erweitern, zu lockern, oder zumindest zu umgehen. Die Frage ist ob es Grenzen gibt die unüberschreitbar sind, ob jeder Mensch seine eigenen Mauern hat, uneinreißbar und starr, ob es Formen der Vorbestimmung gibt, wie weit wir beeinflussen und ändern können wer wir sind. Nehmen wir mal hypothetisch an wir stehen vor der Mauer unseres Seins, und erkennen wer wir sind, nicht insgesamt, vielleicht nur in bestimmen Aspekten. Was tun wir? Vor allem, was tun wir wenn wir damit nicht einverstanden sind, wenn wir in uns nicht den Menschen finden der wir gerne wären, sondern einen Menschen der uns abhält das Leben zu führen das wir uns wünschen. Du bist wer du bist. Und du bist wer du bist. Und wenn du nicht bist wer du dir wünschtest zu sein, wer bist du dann?
Der der ist, oder der der wünscht?
Glotzkind Blog
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Kommentare:
[Abonnieren]die große frage ist wieso dieser mensch vor der mauer steht und meint diese nie überwinden zu können?
ist es weil er diese mauer entdeckt hat? wenn er die mauer niemals gesehen hätte und sich nicht einmal fragen würde ob es diese überhaupt gibt. wäre die mauer immer noch da?
mauern kann man immer umgehn, zerstören oder darüber steigen. man muss nur genug energie, wille und ausdauer mitbringen.
wenn jemand sagt da ist eine mauer und diese zu hoch dann hat er schon im ansatz verloren. wenn jemand allerdings sagt da ist keine mauer dann geht er einfach hindurch ohne sich weiter gedanken zu machn.
entsage der mauer….beachte sie nicht…sage es gibt sie nicht…und irgendwann vielleicht wird man merken dass man diese mauern selber gebaut hat und sie auch selbst einreissen kann.