2009, USA
Regie: Ruben Fleischer
Drehbuch: Paul Wernick, Rhett Reese
Schauspieler: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone, Abigail Breslin, etc.
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Zombieland, das ist dieser Film mit Zombies, Woody Harrelson und Bill Murray, unter dem man sich irgendwie nur schwer etwas vorstellen kann. Witzig soll er sein, manchmal auch gruselig, auf jeden Fall aber ziemlich cool, sagen die Amis. Zombies sind wieder in, wie Sahnestückchen wie Dawn of the Dead, Shaun of the Dead oder 28 Days Later eindrucksvoll bewiesen haben, und während Genrekönige längst vergessener Tage wie George Romero sich immernoch auf veraltete Tugenden berufen, die Zombies nicht rennen lassen und somit Paradebeispiele dafür abgeben wie sehr sich die Sehgewohnheiten und Geschmäcker der Zuschauer geändert haben, poppen hier und da Frischlinge unter den Regisseuren auf die dieses klassische Genre fabulös an die heutige Zeit anpassen und damit wieder das Interesse der Massen wecken. Ganz so frisch, wie oft gerne geschrieben wird, ist zwar auch Regisseur Ruben Fleischer nicht mehr, dennoch, mit Zombieland hat er es geschafft sich in die Herzen der Filmnerds und an die Spitze der Kinocharts zu spielen.
Also was ist Zombieland? Komödie? Zombiefilm? Postapokalyptisches Drama? Hommage an das Genre? Die Antwort: Alles.
Der Film beginnt mit Columbus, einem schüchternen WoW spielenden Nerd, der als einer der Wenigen den Ausbruch der Zombies überlebt hat und sich seitdem durch den Alltag schlägt indem er sich an seine eigenen Überlebensregeln hält, die gekonnt und toll inszeniert das ganze Genre auf die Schippe nehmen. Dich verfolgen ein paar Zombies? Renn ein paar mal im Kreis und steig dann in das nächstbeste Auto und fahr einfach davon. Erledigte Zombies stehen meistens noch ein zweites Mal auf? Kein Ding, ein zweiter Schuss in den Kopf löst auch dieses Problem.

Irgendwann macht sich Columbus auf den Weg in seine Heimatstadt um seine Familie zu finden, trifft auf dem Weg den von Woody Harrelson fantastisch gespielten Tallahassee, der sich mit der Situation arrangiert hat und eigentlich nur noch den nächsten Twinkie und Zombie Kill of the Week sucht, aber auch seine dunkle Vergangenheit hat. Generell zieht sich das Thema des Misstrauens und der Geheimnisse der letzten Überlebenden durch den gesamten Film, so auch als die beiden auf zwei Schwestern treffen und sich von ihnen zweimal übers Ohr hauen und sowohl Waffen als auch Auto klauen lassen. Gezwungenermaßen begeben sich die vier zusammen auf eine Reise quer durchs Land, freunden sich langsam an, töten Zombies, verwüsten Einkaufsläden, wohnen bei Bill Murray in Hollywood und landen schlussendlich in einem Vergnügungspark.
Mehr über die Story zu wissen ist eigentlich gar nicht nötig. Der ganze Film hat durchgehend eine ordentliche Geschwindigkeit und treibt die Protagonisten von einer irrwitzigen Situation in die nächste. Zwischendrin gibt es viel zu lachen, ob es jetzt Slapstick Einlagen sind, kleine Seitenhiebe auf Genrekollegen, popkulturelle Anspielungen, trockene Oneliner oder einfach der Spaß dem Chaos und der Anarchie die sich auf der Leinwand abspielt zu folgen. Es ist als hätten sich hier ein paar filmverliebte Nerds zusammengesetzt und sich überlegt was sie tun würden wenn die Welt untergehen würde und sie tun könnten was sie wollten, jeder Schauplatz ist liebevoll ausgewählt, die Dialoge sind zwar nicht die tiefgründigsten, passen aber in ihrer derben Art immer zu den Charakteren und der Film sprüht nur so vor spaßigen Ideen. Man kann den Schauspielern den Spaß am drehen geradezu ansehen, die Chemie zwischen dem harten Zombieschnetzler, dem schüchternen Nerd, der 12-Jährigen Hannah Montana hörenden Schwester und der in Wirklichkeit gar nicht so selbstsicheren Femme Fatale passt in jeder Sekunde des Films. Vor allem Woody Harrelson scheint in seiner Rolle seit langem mal wieder richtig aufzugehen, so hat er die komplette Kleidung seines Charakters selbst gestaltet und ist einer der freudigsten Fürsprecher für ein Sequel. Sogar Bill Murray passt in seiner kleinen Nebenrolle wunderbar in das Geschehen und war trotz anfänglicher Überlegungen Patrick Swayze oder Sylvester Stallone für diesen Part zu besetzen wohl die beste Wahl.

Auch dem Script, geschrieben von Paul Wernick und Rhett Reese, merkt man seine lange Entwicklungszeit und die Liebe zum Detail an. Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte, die ihn zu dem macht der er im Film ist, und jeder hat so seine eigene kleine Lebensweisheit die er dem Zuschauer präsentiert, sei es Don’t be a Hero von Columbus oder Enjoy the small things von Tallahassee. Obwohl zwischen Drehstart im Februar 2009 und Kinorelease im Oktober nicht mal ein ganzes Jahr liegt sprüht Zombieland nur so vor Charme, ist vollgestopft mit verrückten Ideen und tollen Charakteren, hat einen tollen Soundtrack und ist auch filmtechnisch auf der Höhe der Zeit, wie das eindrucksvolle Slowmotion-Intro beweist.
Für mich ein Höhepunkt des Filmjahres 2009, und sicher auch ein weiterer Meilenstein in der Wiederauferstehung des Zombiegenres. Zombieland ist ein junger frischer Film, bei dem es auch ohne große Storytwists Spaß macht einfach dem Handeln auf der Leinwand zuzuschauen, und so war ich zum ersten Mal seit langem wieder fast schon etwas etwas traurig als der Abspann nach nur 81 Minuten das Ende einläutete. Dennoch, wer auf richtig derben Humor und Zombies steht, der kommt an diesem Film nicht vorbei, alle zartbesaiteten können zuhause bleiben und ‘ne warme Milch trinken.
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