Long time no see, lieber Blog. Aber so ist wohl das Leben, mal geht es auf, manchmal abwärts, mal schnell, mal langsam, genau wie die Steaks die ich gerade brate, ein und dieselbe Pfanne, aber manche sind schneller durchgebraten als andere. Wie auch immer, hier ein schneller Rückblick auf meine vergangenen 2 Wochen, wobei ich nur das Unwichtigste erwähne, wie immer.
Vorletzter Mittwoch: Remmidemmi. Das ganze Büro ist inzwischen abgerissen, der letzte Scheiß wird lose in Kisten geworfen und ich überlege 20 Mal ob ich nicht irgendetwas vergessen habe. Morgen soll es nach Leipzig gehen, große Messe, nicht so groß wie letztes Jahr, aber immernoch groß genug.
Donnerstag: Um 12 Uhr geht es mit zwei gemieteten Audi A4 los. Das Streitgespräch mit dem Navi gewinne ich und stehe 10 Minuten später wie angekündigt im Stau. Mehr Stop als Go. Abends erst noch schnell aufs Messegelände, den restlichen Krams aufgebaut, dann ab ins bis oben hin mit Koreanern und Amis gefüllte Hotel, Bier und Buffet. Mein Zimmergenosse streitet sich mit dem Chef beim Einchecken um das nicht vorhandene Raucherzimmer, ich bin aus Prinzip auf seiner Seite und verstehe das Augenzwinkern der Dame an der Rezeption erst als wir an der Tür die nicht durchgestrichene Zigarette entdecken.

Freitag: Die Messe hat begonnen, die Show beginnt, die beiden blutjungen Hostessen sind eingetroffen und werden gleich von einer ganzen Schar meiner Kollegen umringt. Ich fluche nicht das letzte Mal über das viel zu langsame Netzwerk und darüber dass der dafür vorgesehene Laptop die P2 Speicherkarten der schicken Panasonic Schultercam nicht lesen kann. Gegen Nachmittag renne ich quer über die gesamte Messe ins Business Center um das einzige, stets unbesuchte Klo zu finden welches ich schon letztes Jahr entdeckt hatte, um dort ein paar ruhige Minuten zu verbringen. Abends wieder Buffet und Alkohol den ich auf meinen Zimmerkollegen anschreiben lasse. Später geht es aufs Zimmer und ich spiele Doom 2 auf meinem Laptop während andere sich unterhalten.
Samstag: Ich verbringe den Tag damit mich mit von oberster Ebene aus wahllos gewählten Deadlines und grantigen PR-Fuzzies rumzuschlagen. Mir wird schlecht von den Bühnenbässen, die die gesamte Halle beschallen und direkt unter meinem Arsch zu stehen scheinen. Das Kamerateam verspätet sich mal wieder, und durch das langsame Netzwerk dauert die Datenübertragung ewig. Eine viertel Stunde bevor der Beitrag fertig sein soll beginne ich zu schneiden. Abends teilt sich die Gruppe in diejenigen, die den Tag ruhig auf der Hotelterrasse ausklingen lassen wollen, und diejenigen die lieber in die Leipziger Innenstadt fahren und etwas das Nachtleben erkunden wollen. Immernoch unentschlossen werde ich von letzteren ins Taxi gezerrt. Im Club versuche ich erstmal 10 Minuten lang von dem billigen und pisswarmen Vodka nicht zu kotzen, was ganz gut klappt. Auf Erkundungstour verliere ich den Rest und lande irgendwann auf einer Couch neben einem Kerl der sich gerade einen Joint baut. Wir unterhalten uns bis er fertig ist und ich sage ihm er soll ordentlich reinhauen als ich gehe. Kurze Zeit später wird mir auf dem Dancefloor mal wieder gesagt wie gnadenlos beschissen ich doch tanze, und ich antworte mal wieder respektvoll aber bestimmt wie scheißegal mir das doch ist.

Sonntag: Zum Frühstück wie jeden Tag Earl Grey, ein Kollege wankt noch gefährlich als er sich Nachschlag holt. Letzter Tag, zum letzten Mal Stress, zum letzten Mal die scheißtrockenen Brötchen vom Caterer. Mittendrin fällt eine Flasche Honigmet vom Tisch und alles stinkt süßlich nach gegorenem Bienenejakulat. Irgendwann ist dann tatsächlich Schluss, und ein paar Stunden später ist alles wieder in Kisten verpackt. Ich hole den Sprinter und cruise erstmal ein paar Runden über das leere Messegelände. Abends gibt es fantastische Burger und während ich versuche mit der Bardame zu flirten verstehe ich kein Wort von dem was sie sagt.
Montag: Heimfahrt. In die Lederhose (den Ort) pinkeln und danach sage und schreibe 3 Stunden in der Münchner Innenstadt im Feierabendverkehr stecken. Macht aber nix, ich drehe die dicke Soundanlage in der Karre komplett auf und genieße die Bassvibrationen an meinem Arsch Fuß. Trotz großer Vorsichtsmaßnahmen schaffe ich es mein weißes Hemd mit Schokolade vom Schokoladendonut zu besudeln.
Dienstag – Freitag: Alles wieder aufbauen und der standardisierte Folgestress.
Samstag und Sonntag: Schlafen.
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