“Greifen Sie doch mal ins Handschuhfach und geben Sie mir eine Zigarette, ja? Ich versuche damit aufzuhören, aber dafür brauche ich jetzt eine.”
Die Regeln: Greife Dir das nächstgelegene Buch, schlage S. 56 auf und zitiere den 5. Satz auf der Seite. Nimm nicht Dein Lieblingsbuch, sondern wirklich das, das Dir als erstes in die Hände fällt.
Geklaut von Kiki, und zufälligerweise sitze ich gerade tatsächlich mit Kings “Brennen muss Salem” vor dem Laptop. Das mache ich öfter, immer in der Hoffnung und dem Glauben ich würde weiterlesen wenn ich mal so dasitze, was aber nie (nie!) klappt. Zwar lese ich dann auch, nur leider nicht mehr das Buch, sondern eben zum Beispiel Frau Kikis Blog.
In dem Kapitel lernt Mr. Mears, der Schriftsteller, gerade seine zukünftige Geliebte kennen (und lieben), und erzählt ihr von seinem Kindheitstrauma im mysteriösen Marsten Haus, dem Quell des Bösen und des Verderbens, dem Untergang des bis dahin friedlichen Städtchens Salems Lot. Die gesamte erste Hälfte des Buchs wird damit verbracht die Atmosphäre einer Kleinstadt, mit all ihren Charakteren und deren Geschichten, möglichst detailgetreu darzustellen, was das ganze etwas schwer macht und weswegen es einen umso mehr freut wenn die Geschichte ab der Mitte etwas an fahrt aufnimmt. Dennoch, King bleibt King, wo Lovecraft ganze verschollene Völker und grausam verformte Rattenjungen erfindet, beruft sich King auf das längst ausgelutschte Thema der Vampire und führt den Leser trotz aller Klischees tiefer in den Strudel der menschlichen Ängste und der verdorbenen Seelen dieser Wesen der Nacht als man es gewohnt ist, was eben unter anderem daran liegt dass er besonderen Wert darauf legt seinen Protagonisten einen begründeten und individuellen Charakter zu geben und diesen so lange vor den Augen des Lesers zu formen und zu offenbaren bis dieser dessen Ängste und Gefühle genauso gut kennt wie seine eigenen.
Naja, 200 Seiten noch.
Glotzkind Blog
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