Sonne, Museum, Pilgern, Sterben

13. April 2009 - 18:00 Uhr | Kategorie: Alltag | 1 Kommentar

Okay okay okay. Jaajaa okay. Also ich habe ja das Gefühl dass diese Zwischenjahreszeiten Frühling und Herbst inzwischen abgeschafft wurden. Vor zwei Wochen hat es noch geschneit, und jetzt kann man Steaks in der Sonne brutzeln. Das finde ich eigentlich ziemlich dämlich, immerhin konnte man sich im Frühling gut auf den Sommer vorbereiten, langsam immer sommerlichere Klamotten anziehen und schonmal die Sonnenbrillen rauskramen. Und im Herbst konnte man sich innerlich so langsam auf den kalten dunklen Winter vorbereiten, das fand ich toll, besser als zackbum, hier ist der Winter, kommt mal damit klar.

Naja, wie auch immer, die warmen Themperaturen sind natürlich trotzdem superawesome! Gleich, also sobald ich mich rasiert habe, also irgendwann heute Nacht, gehts mit dem Longboard erstmal zur Arbeit, weil ich dort meine Kopfhörer vergessen habe, ohne die ich meist nicht aus dem Haus gehe. Und dann brauche ich noch irgendwie neue Musik, denn momentan liege ich musiktechnisch irgendwie auf dem Trockenen. Ich brauche wieder was Neues, irgendwas worauf ich total abfahre, und sei es nur eine Woche lang. Irgendwas chilliges. Später soll es dann in die Stadt gehen, in den englischen Garten vielleicht, oder auf irgendeine Bank die gen Sonne gerichtet ist. Okay, der Park zwei Straßen weiter hats auch getan.

Am Wochenende bekam ich elterlichen Besuch. Auf sowas freue ich mich ja nie, vor allem weil das in meiner schmucken aber dennoch recht kleinen Wohnung jedwede Möglichkeit auf Privatsphäre zunichte macht. Aber für zwei Tage ist das schon mal aushaltbar, und im nachhinein war es dann auch wie immer recht lustig. Meinem Vater drückte ich erstmal die geliehene HDV Cam in die Hand, was ihn für mindestens eine Stunde beschäftigte. Am Samstag ging es dann ab ins Deutsche Museum, was ja wirklich gigantuös und an einem Tag gar nicht zu schaffen ist. Etwas enttäuscht war ich auch von einigen Themen, bspw. bestand die Modelleisenbahnausstellung nur aus zwei Schränken mit Eisenbahnen und einer eher unschönen Landschaft, auf der die Bahnen nicht mal fuhren. Auch die Foto & Film Ausstellung war ziemlich klein. Dennoch, mit dem geballten Ingenieurswissen meines Vaters (der mich immernoch für die Welt der Ingenieure begeistern will) war es doch alles ganz interessant. Beeindruckend war die eigene Abteilung nur über Brückenbau, da sieht man mal zu welchen riesigen Monumenten der Mensch so fähig ist. Auch die Flugzeug- und Schifffahrtsausstellung war toll, wie unglaublich komplex diese ganzen Sachen sind, das ist echt krass, und das sieht man erst wenn man mal wirklich davor steht.

Danach ging es noch quer durch den englischen Garten und ab in den Biergarten, a Riesenbrezen mit Obazda und a halbe Maß, so muss’ sei. Ach, und in den Hugendubel ging es auch noch, das muss jedes Mal sein, ich muss ja auch mal ausnutzen wenn mein Vater da ist um mir ein paar Bücher zu bezahlen. Steffen Königs “Brennen muss Salem” und Paulo Coelhos “Der Alchimist”, letzteres auf Empfehlung des geliebten Vanillebärchens und auch schon durchgelesen, gefällt mir ziemlich gut. Erinnerte mich sehr an Siddharta, und wie mit so simpler Sprache die tiefgründigsten Geschichten erzählt werden, das fasziniert mich immer wieder. Ich glaube ich sollte auch mal pilgern gehen, am besten von hier aus bis in eine dieser indischen Sextourismus-Städte, dort fange ich mir dann Aids von einem patalonischen Transvestiten ein, verende im Straßengraben an gestrecktem Heroin und denke mir dann “Surprise surprise, wer hätts gedacht!”.
Wunderbar, hätte ich zum Ende dieses Eintrags die Niveaukurve also sogar noch auf das standardisierte Level gebracht :D



    Kommentare:

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  1. Hner meint:


    “Surprise surprise, wer hätts gedacht!”.
    Wunderbar, hätte ich zum Ende dieses Eintrags die Niveaukurve also sogar noch auf das standardisierte Level gebracht

    Indeed!

    Ging mir mit dem DM auch immer so. Aber die Bergwerksstollen sind mal genial!


    13. April 2009 um 21:33 Uhr | #

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