Schlaf, Hose, OnLive

27. März 2009 - 16:14 Uhr | Noch nicht kommentiert...

Heidefetz. Langsam zweifle ich an mir selbst. Jede Woche nehme ich mir aufs Neue vor endlich mal früher ins Bett zu gehen um wieder zu gesellschaftlich anerkannten Zeiten aufstehen zu können, jede Woche glaube ich mir sogar selbst dass ich es diese Mal schaffen werde, und jede Woche sitze ich dann irgendwann wieder morgens um 4 Uhr an meinem Schreibtisch, bastle, lese, schaue oder schreibe irgendetwas und höre den Vögeln beim aufwachen zu. Gnnnnrrrrrrrrzzzzzz ist dann meist mein Gedanke wenn ich mich dann doch irgendwann schlafen lege, und den Wecker brauche ich schon gar nicht mehr zu stellen, den höre ich inzwischen sowieso nicht mehr. That’s fucked up, aber irgendwie kommt mir der Schlaf inzwischen immer mehr als verlorene Zeit vor. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt an dem ich dann aufwache und mir wünsche noch ein paar Stunden länger schlafen zu können.

Themenwechsel. Meine beste Hose ist gerissen. Mitten im Schritt. Zuerst war das Loch nur klein, doch täglich wurde es einen Zentimeter größer und irgendwann machte es Rrrrrrrrrrratsch und ein großes Loch entblößte was für die Massen eigentlich unentdeckt bleiben sollte. Das ist insofern blöd als dass das die beste Hose aller Zeiten war. Ernsthaft, ich hatte noch nie eine besser aussehende Hose, sie war nahezu perfekt in Form, Schnitt, Größe und Farbe, es war pures Glück dass ich sie irgendwann fand, und es wird schwer wieder eine auch nur annähernd so gute Hose zu finden. Ich glaube das kennt jeder der sich seine Klamotten nicht mehr von Mutti aussuchen lässt, es gibt Sachen die sehen okay aus, passen ganz gut, es gibt Sachen die sehen ziemlich gut aus, passen auch sehr gut, und dann gibt es da noch dieses eine Kleidungsstück das einfach perfekt ist, perfekt sitzt und genau so aussieht wie man es sich vorstellt. Sowas findet man nur alle 5 Jahre. Ist doch so, oder? Na, und jetzt ist die Hose kaputt, und ich laufe mit einer alten abgewetzten schebbigen Cordhose hier rum, was grob gesagt ziemlich scheiße ist. Ein halbes Pfund grobe Scheiße bitte, danke.

So, letztes Thema für jetzt. OnLive. Auf Le Blick du Spree steht dazu ein ganz interessanter Text, der das Ganze kurz beschreibt, inklusive zweier Videos dazu. Ich finde die ganze Idee ziemlich fresh, das ist quasi Games on Demand, man mietet den Service, bekommt eine komische Box, und spielt Games übers Internet auf deren Rechnern. Man selbst sendet nur die Befehle für das Spiel und bekommt quasi den abgefilmten Bildschirm zurück, das Rechnen übernehmen die Rechner dort, weswegen man theoretisch auch mit einem ultraschwachen PC die neuesten Games auf den derbsten Grafikeinstellungen spielen kann. Das ist natürlich nur möglich wenn die Verbindungsrate von der Internetleitung hoch genug ist um das Bildsignal verzögerungsfrei und in bester Qualität zu empfangen, was für den Anbieter dicken Traffic bedeutet, plus die zahllosen High-End Rechenmaschinen. Das zu finanzieren wird sicher nicht billig, entsprechend hoch müssen dann wohl auch die monatlichen Kosten für den Nutzer sein, und sowieso ist das alles noch in der Entwicklung, aber yay! Wenn das mal nicht ein Schritt ins Web 3.0 ist. Das wäre quasi die Spielkonsole für den PC, man steckt den Stecker rein und spielt los, ohne alles, was, genau wie bei den Konsolen, einiges vereinfacht, viele Möglichkeiten (Modding, Mapping, all sowas) aber auch einstreicht.
Wobei ich da auch an eine ganz andere Anwendungsmöglichkeit denke. Theoretisch wäre das statt mit Games ja auch mit anderen Anwendungen möglich, beispielsweise Photoshop, After Effects, 3dsMax, Programme eben die im professionellen Bereich viel Rechenleistung einfordern. So könnte man selbst mit einem schwachen Laptop unterwegs die aufwendigsten Projekte bearbeiten, und da wären dann auch die Anforderungen an die Internetleitung nicht mehr so groß, da es da dann nicht so extrem auf Lagfreiheit ankäme wie bei Spielen. Fänd ich eigentlich ziemlich geil, ich glaube das würde so einiges Verändern, wenn so eine Technik massenkompatibel auf den Markt käme. Ganze Firmen könnten, statt sich die teuren Programme und dicke Rechner kaufen zu müssen, einfach dort einmieten und komplett über diesen Service arbeiten. Gerade für kleinere Firmen oder StartUps in der Anfangsphase wohl eine extrem gute Möglichkeit hohe Ausgaben für Hard- und Software am Anfang zu vermeiden. Wenn das mal nicht alles verändern würde, allerdings bietet OnLive, soweit ich weiß, diese Möglichkeit nicht an. Tja, hätten sie mich mal gefragt.



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