Brüno vs. the MPAA

31. März 2009 - 16:47 Uhr | Noch nicht kommentiert...

Brüno ist Fashion Victim, Reporter, ziemlich nervig und ziemlich schwul. Außerdem ist er ein weiteres Alter Ego vom genialen Komiker und Schauspieler Sacha Baron Cohen, den man schon als Ali G. und Borat neben seiner Show auch im Kino sah. Gerade Borat sorgte für viel Aufsehen, und obwohl ich den Film selbst (verglichen mit anderen Sachen von Cohen) eher schwach fand, so kann ich mich doch immer wieder für seine witzige und entblößende Art begeistern. Cohen konfrontiert bestimmte Menschen mit Situationen und Charakteren die sie nicht erwarten und entlockt ihnen so die wahnwitzigsten Statements, die entweder einfach nur lustig oder eben auch oft schockierend sind. Quasi ein Michael Moore in witzig, und wenn man sieht wie gut und hundertprozentig Cohen in seiner Rolle ist, und zwar ständig, dann kann man das eigentlich nur noch genial finden.

Sein nächster Film nach Borat ist jetzt Brüno (oder Bruno), bei dem er als schwuler Reporter so einiges an Schabernack treibt. Beispielsweise geht er Jagen und besucht nachts einen der Jäger in seinem Zelt – komplett nackt. Oder er lässt Kinder für einen Film vorsprechen und stellt derbe Anforderungen, die manche Eltern bereitwillig für ihre Kinder eingehen. Eine Mutter willigt zum Beispiel ein ihre Tochter innerhalb einer Woche 3 kg abnehmen zu lassen um die Rolle zu bekommen. In einer anderen Szene des (imaginären) Films soll sich eines der Kinder als Nazi verkleiden und jemand anderen in einen Ofen werfen. Außerdem gibt es wahrscheinlich wieder einiges an nackter Haut in Cohens neuem Film zu sehen.

All das reichte der MPAA (Motion Picture Association of America), quasi die Alterskontrolle in den USA, aus um dem Film ein NC-17 Rating aufzudrücken, was sich ziemlich negativ auf dessen Verbreitung auswirken würde. NC-17 bedeutet dass die meisten großen Kinos den Film gar nicht erst spielen werden, und dass er kaum beworben werden kann, was fast schon ein Vorab-Todesurteil für ihn ist. Während Cohen noch versucht seinen Film so durchzubekommen ist Universal hingegen schon längst am Schneidetisch und entschärft den Film für den Massenmarkt.

Brüno

Die MPAA wird indes schon seit längerer Zeit immer wieder für ihre Entscheidungen und ihre Vorgehensweisen kritisiert. So weiß keiner genau wer die Personen eigentlich sind, die die Filme prüfen. Auch wie die Filme geprüft werden ist unbekannt, und während große Labels oft ausführliche Listen über die Szenen die der Grund für das jeweilige Rating sind bekommen, bekommen kleinere Labels meist nur das Rating ansich. Diese und noch viele andere Gründe sorgten in der Vergangenheit schon oft für Wirbel, viele große Filmemacher hatten schon Ärger mit der MPAA, so beispielsweise auch Kevin Smith, der zuletzt für Zack and Miri Make a Porno kämpfen musste und es tatsächlich schaffte ohne den Film umzuschneiden von NC-17 auf ein R-Rating zu kommen.

Während ich mich in das Thema einlas entdeckte ich auch einen Film aus dem Jahre 2006, der genau dieses Thema behandelt. Regisseure wurden befragt, Detektive wurden angeheuert, alles wurde getan um den Vorhang vor der MPAA etwas zu lüften. This Film Is Not Yet Rated (Imdb) bekam selbst zuerst ein NC-17 Rating und wurde nach den Protesten des Regisseurs scheinbar nicht mehr neu gerated, was sich insgesamt wohl ziemlich negativ auf den Verkauf ausgewirkt hat. In Deutschland kam er gar nicht erst raus, nicht mal eine deutsche DVD gibt es, soweit ich weiß (oder?). Der deutsche Amazon-Preis spricht wohl für sich. Hier der Trailer.


This Film Is Not Yet Rated – Trailer, via

(Quelle: The Wrap)





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