Filmrückblick 2008

26. Januar 2009 - 00:12 Uhr | 4 Kommentare

Jaja, das Jahr 2008 war filmtechnisch betrachtet eigentlich ein ziemlich gutes Jahr. Es gab die dicken Blockbuster, die Überraschungen, die Genrefilme und die Flops. Alles in allem ein Jahr mit Höhen und Tiefen, auf jeden Fall aber mit viel Sehenswertem, da wird es 2009 schwer haben. Hier eine kleine und wahrscheinlich ziemlich unvollständige Übersicht meiner Highlights, ob im positiven oder negativen Sinne, um einiges zu spät, und um einiges zu lang.

Die Blockbuster:

2008 war voll von dicken Filmen. Allen voran der neue Batman – The Dark Knight, dessen Werbekampagne in den USA die Messlatte für virales Marketing um einiges höher gelegt hat und um den man spätestens nach Heath Ledgers Tod absolut nicht mehr drumrum kam. Ich persönlich fand den ja gar nicht so toll, mir ging der einfach zu lang, der Storyhöhepunkt war irgendwann erreicht, aber der Film lief trotzdem noch weiter. Dazu die sinnlose Verheizung von Two Face, ein ziemlich an den Haaren herbeigezogener Joker-Plot und ein Sound-Editing dass mich eher an eine Rohfassung erinnerte. Generell bin ich der Meinung man hätte da nochmal mit dem Schneidemesser drübergehen sollen und 30-60 Minuten rauskürzen können, die Story entschlacken und das Tempo nicht immer zwischen den Actionszenen auf den Nullpunkt sinken lassen, dann wäre der Film auch für mich das Highlight des Jahres gewesen. Heath Ledger war ja tatsächlich toll.

Hancock, der Film der ja Jahrelang über die Schreibtische verschiedenster Drehbuch-Autoren und Studios wanderte. Zu viele Köche verderben den Brei, das sieht man hier eindeutig. Während der erste Teil des Films noch eher an eine Superhelden-Parodie erinnerte, wechselt die Stimmung plötzlich vom fröhlichen ins düster-abstruse, was den Film völlig aus der Bahn wirft. Am Ende weiß der Zuschauer nicht mehr was er da gerade eigentlich gesehen hat.

James Bond – Ein Quantum Trost. Tjaaaa, was soll man dazu sagen. Marc Forster, einer meiner persönlichen Lieblingsregisseure, hat sich am neuen Bond versucht und es auch ganz passabel über die Bühne gebracht. Denn die Regie war eigentlich ganz okay, die Story war nur scheiße irgendwie. Bond rennt mal wieder auf der ganzen Erdkugel herum nur um den kleinen und langweiligen Plot mit irgendwelchen nervigen Unterstorys zu füllen, und der Zuschauer weiß am Ende gar nicht mehr worum es am Anfang ging. Egal! Es ist Bond und er verrät das Rezept für seine Martinis, wer braucht da schon noch eine spannende Geschichte? Anyone?

Wall-E, der Film in dem nicht gesprochen wird. Oder kaum. Den fand ich tatsächlich sogar ganz gut, sehr süß und witzig eben, und am Ende schon arg auf ‘alles wird gut’ getrimmt. Aber hey, ist ‘nen Kinderfilm, was soll man da auch anderes erwarten.

Tropic Thunder, Ben Stiller schlägt mal wieder zu, dieses Mal aber richtig. Zusammen mit McConagh… McConuhgey… Mc… ach, der Texaner da eben, Jack Black, Nick Nolte, Robert Downey Jr. und noch so einigen anderen aus der lustigen Riege veräppelt er sich selbst, ganz Hollywood, das Kriegsfilmgenre und noch so einiges anderes. Den Film könnte man auch gut zu meinen Überraschungen des Jahres zählen, denn ich war tatsächlich ziemlich positiv überrascht. Die Story ist komplex, durchdacht und trieft nur so vor Seitenhieben, die ganze Film-im-Film Idee ist auch sehr erfrischend, scheiße, selbst Tom Cruise spielt endlich mal wieder ‘nen coolen Charakter. Für mich eindeutig die beste Komödie seit sehr sehr langer Zeit (leider), und darum absolut sehenswert.

Iron Man war ziemlich gut, vor allem wenn man ihn mit anderen verkorksten Comicverfilmungen, wie bspw. dem Hulk vergleicht. Witzig, selbstironisch, die Effekte waren cool und haben gepasst, und Mr. Downey Jr. erledigt den Rest.

I Am Legend fand ich gut. Klar, ich habe auch die Buchvorlage gelesen und als besser empfunden, gerade was das Ende angeht, aber dennoch, da hat Hollywood eindeutig schon schlechteres abgeliefert. Schönes menschenleeres New York, ein zerbrochener Will Smith, und ein paar, naja, nicht ganz so coole Computervampire. Aber trotzdem, ich mochte den, allerdings habe ich auch Faible für Endzeitfilme.

Unsere Erde war sehr sehr gut. Jedenfalls der Anfang, den man ohne weiteres in der Liste der 10 besten Gründe fürs Kino anführen könnte. Gegen Ende hin wurde es mir persönlich dann etwas zu wüstenlastig, Szenen von durch die Wüste laufenden und nach Wasser suchenden Elefanten und anderen Tieren sieht man in so gut wie jeder Doku. Trotzdem, der Film bietet fantastische Bilder und einen dazu passend fantastischen Soundtrack. Die Musik wurde übrigens für die deutsche Version umgeschnitten, meiner Meinung nach absolut zum Besseren. Auch den deutschen Sprecher finde ich um längen besser als den englischen, zu Weihnachten gabs die DVD Box, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann. Viele mosern ja über das Ende, wo dann doch noch plötzlich der moralische Zeigefinger erhoben wird. Ich persönlich finde das nicht schlimm, eigentlich sogar gut. Denn: Wer, wenn nicht ein so aufwendig und mühevoll über Jahre hinweg gedrehter Film über die Schönheit unserer Erde, darf einem schon ins Gewissen reden? Wenn einer dazu das recht hat, dann ja wohl eher dieser Film als die 8 € pro Stunde Ökotante auf der Straße, die morgen an der gleichen Stelle für Jesus wirbt. Und die Message ist prinzipiell ja richtig, wir Menschen sollten uns schämen für das, was wir der Natur antun. Guter Film also! Danke an Daniel für den Hinweis, hatte den doch glatt vergessen.

Die Überraschungen des Jahres:

Brügge. Hach ja Brügge. Für mich tatsächlich die Überraschung letztes Jahr. Colin Farell in einer melancholischen Gangster-Posse in Brügge, irgendein Kaff in Belgien. Klingt nicht gerade aufregend, und tatsächlich, wer hier einen Gangsterfilm mit wahnsinns Coup à la Oceans 1x erwartet wird enttäuscht werden. Brügge ist eher das Portrait zweier Profikiller die nur allzu menschlich mit den Problemen ihres Jobs zu kämpfen haben, dazu noch eine gute Portion Melancholie und Selbstzweifel, eine hübsche Frau, einen Zwerg und einen Gangsterboss. Fertig ist dieses absolut schöne wie auch traurige Märchen in einer kalten, alten und nebligen Stadt. Absolutes Must-See!

Berlin Calling ging unter und ist immernoch dabei viel zu wenig Beachtung zu finden. Dabei ist der Film über den Berliner DJ Ickarus, der mit seiner Freundin und den Drogen, vor allem aber mit sich selbst nicht wirklich gut zurecht kommt, wahnsinnig schön anzusehen. DJ Ickarus spielt quasi sich selbst, Paul Kalkbrenner übernahm die Hauptrolle und komponierte zugleich die komplette Filmmusik selbst (welche ich gerade höre während ich diesen Text schreibe), was den ganzen Film sehr aus einem Guss erscheinen lässt und zu wunderbar surrealen Aufnahmen des Berliner Nachtlebens führt. Bis auf das etwas verkorkste Ende ein sehr sehr toller Film, ich freue mich schon auf die DVD-Veröffentlichung.

Once, wieder so ein Musikfilm, und mit einiger Verspätung anfang letzten Jahres in Deutschland eingetroffen. Bekam für seine Filmmusik einen Oscar, verdienterweise, finde ich. Die Story haut einen jetzt zwar nicht vom Hocker, doch gerade das unscheinbare Äußere hebt die Qualität der Musik noch hervor. Sehr sehr schöner Film, sollte man sich antun, und danach schleunigst darüber bei Wikipedia lesen und danach dann bei Youtube danach suchen. Danach danach danach!

Leg dich nicht mit Zohan an war mal wieder ein typischer Sandler-Film. Nachdem der Plot beim Lesen erst recht dämlich klang – israelischer Geheimagent geht nach Amerika um Haare zu schneiden und Omas zu vögeln – unterhielt mich der Film dann doch ziemlich gut, besser als erwartet jedenfalls. Ist eben der Sandler-Humor, wenn man sich darauf einlassen kann funktioniert auch der.

Darjeeling Limited. Der letzte Film den Own Wilson vor seinem Selbstmordversuch gedreht hat, soweit ich weiß. Lag aber wohl nicht am Film, denn der ist ziemlich gut. Insgesamt ziemlich abstrus, manchmal haarschaf am lächerlich sein vorbei, doch die Beziehung zwischen den drei Brüdern und deren Entwicklung über den Film hinweg macht einfach Spaß.

Wanted sollte man ohne Erwartungen sehen. Ich kannte den Film überhaupt nicht bevor ich ihn sah, Angelina Jolie und Morgan Freeman überzeugten mich dann aber doch es mal zu versuchen. Wer eine ausgeklügelte Story mit tiefgründigen Charakteren sehen will ist hier falsch, richtig ist wer Bock auf harte Action und ein wenig Mystik hat. Zwar ist die Story nicht gerade der Kracher, doch sie reicht aus um die Szenen in denen es zur Sache geht angenehm zu tragen. Und, “Wächter der Nacht”-Regisseur Timur Bekmambetov zeigt in seinem Hollywood-Debüt dass man ohne ein Matrix 3 Budget beeindruckendere Effekte als die Matrix 3 Effekte hinbekommen kann.

Juno. Normalerweise sträube ich mich ja gegen solche Modefilme, aber als Filmfan darf das eigentlich kein Argument sein ihn nicht zu sehen. Butterweicher und zuckersüßer, netter und witziger kleiner Film. Für mich teilweise sogar etwas zu Butterweich, etwas zu sehr auf süß getrimmt. Trotzdem gut.

Die Welle fand ich überraschend gut, gerade für einen deutschen Film. Auch das Ende gefiel mir sehr gut.

A Cross the Universe ist quasi eine Dokumentation über die Nordamerikatour von Justice. Den Weg zu dieser DVD fand ich über Gänseblümchennilzs Beitrag über die Soulwax DVD, die übrigens auch sehr zu empfehlen ist. Justice’ Variante einer Tour-DVD gestaltet sich mehr als ein Sog, immer tiefer wird der Zuschauer in das alles beherrschende Chaos und den ständigen Wechsel zwischen Tourbus, Bühne und Drogenpartys hineingezogen. Die Szenen werden immer härter, lauter, abgefuckter und fertiger, bis zum unschönen Ende vermittelt diese DVD wohl ziemlich gut das Feeling mit dem das Tourteam ständig unterwegs war. Freakige Charaktere, halbnackte Groupies, bis auf den leider ziemlich übersteuerten Ton bei den Live-Konzertaufnahmen ist diese DVD ein Augenschmaus.

Nie wieder Sex mit der Ex, eine nette kleine Romantikkomödie, und deswegen so überraschend weil… naja, was soll man von dem Titel schon erwarten? Trotzdem schafft es Jason Segel als sympathischer Loser einen über den gesamten Film hinweg wunderbar zu unterhalten, und Mila Kunis könnte zwar seine Tochter sein, doch ihr steht das Hawai-Outfit so gut dass man das schnell vergisst. Nette Geschichte, die nicht allzu sehr in Klischees badet, witzige und liebenswürdige Gags, schöner Film.

Schmetterling und Taucherglocke ist zwar in Frankreich schon 2007 angelaufen, in Deutschland kam er aber erst 2008 in die Kinos, und selbst wenn nicht, ich würde ihn hier trotzdem erwähnen. Die reale Geschichte handelt von Jean-Dominique Bauby, dem Chefredakteur der französischen “Elle”, der eines Tages aus heiterem Himmel einen Hirnschlag bekommt und daraufhin komplett gelähmt ist. Sein Gehirn ist trotzdem noch komplett gesund, und so nimmt er die Anstrengung auf sich nur durch seine Augenbewegungen ein komplettes Buch zu diktieren. Bauby starb wenige Tage nach Fertigstellung seines Buches, der Film ist quasi die Geschichte davon und beginnt mit seinem Erwachen in der Klinik. Der Zuschauer sieht den Großteil des Films aus Baubys Sicht und hört seine Gedanken, was teilweise sehr verstörend wirken kann, beispielsweise wenn ihm eines seiner Augenlieder bei vollem Bewusstsein zugenäht wird, damit sich das Auge nicht entzündet. Der Film schöpft dabei aus der kompletten Bandbreite die das Medium Film zu bieten hat, sowohl visuell als auch soundtechnisch werden neue Wege beschritten und machen ihn damit zu einem absolut sehenswerten Erlebnis. Eine würdige Verfilmung, würde ich sagen.

Jumper war besser als gedacht. Ehrlich. Solider Film, gute, passende Effekte, gar nicht mal soooo doofe Story, insgesamt nett. Ja doch. Für den netten DVD-Abend sehr gut geeignet.

Flops des Jahres:

Hellboy 2. Scheiße, wie kann man den nur gut finden? Ich fand den ersten Teil schon zum erbrechen langweilig, aber zweite hat das ganze nochmal getoppt. Der Film hat keine einzige sympathische Figur. Hellboy selbst ist nur ein nerviger Sack, der den kompletten Film über mit einem IQ unter dem eines Forrest Gumps alle Entscheidungen falsch trifft und beim langweiligsten Filmfinale der Filmgeschichte dann das macht was in einem sinnvollen und logischen Plot schon eine Stunde früher passiert wäre. Absolut highlightlos und leere Charaktere, absolut langweilige Geschichte, bah. Nee nee, schon dem Script sah man ja an dass das nichts werden konnte.

Indiana Jones und das Königreich der CGI Sets war die Vergewaltigung eines stilvollen Jugendhelden in Spielfilmlänge. Gut zusammengefasst haben das die South Park Macher in dieser Folge. Okay okay, ich gebs zu, der Film hat tatsächlich sogar auch seine guten Momente, aber da Spielberg aus familiären Gründen zum Dreh nicht weit weg fliegen wollte, was zur Folge hatte dass grob geschätzte 124% des Films vor der großen Greenbox gedreht wurden, hat der Film den Charme einer in Taiwan hergestellten Plastikschlange… oh, die gibts ja auch im Film. Mal im Ernst, wie soll ein Film spannend und aufregend sein, wenn man ihm in jeder Sekunde ansieht dass die Schauspieler nie wirklich in Gefahr waren, sondern immer nur vor einer grünen Wand so tun als wären die ganzen Computersachen echt. Dazu noch die dämliche Story mit den Aliens… pfff… also neeee!

Speed Racer war scheiße. Sorry, aber das muss echt mal gesagt werden. Die Story war strunzdämlich, die Charaktere alle komplett lächerlich, und die Optik… also… ich frage mich wie man mit so einem Budget etwas so billiges produzieren kann. Wem es gefällt zwei Stunden lang Plastik-Computerautos auf Computerstrecken mit reingekeyten Schauspielern vor Computerhintergründen (und das eben genannte alles in billig) zuzusehen, der… der soll sich melden, damit ich ihm höchstpersönlich eine Backpfeife verpassen kann. Wenn, wenn überhaupt, dann geht dieser Film als schlechter Kinderfilm durch. Sorry, Herr und (inzwischen) Frau Wachowski, aber wie habt ihr es geschafft euch von einem genialen Matrix 1 kontinuierlich qualitätsmäßig Flussabwärts zu bewegen? Heidenei.

Max Payne gehört hier eigentlich gar nicht rein, denn sooo schlecht war der gar nicht. Kennt man allerdings das Original, also das Spiel, so fällt einem beim Film in so gut wie jeder Szene die Inkonsequenz der Filmschaffenden auf. Die Story wurde leicht verändert, was ja noch okay wäre, aber dass das ganze so extrem auf kinderfreundliche ab-12-Scheiße getrimmt wurde versaut alles. Kein Blut, keine Drogenträume mit blutverschmierten schwarzen Wänden und schreienden Babys, und eine Mona Sax die aussieht wie 15, geil, das macht man also heutzutage um die Fans von zwei fantastischen düsteren ab-18-Games zu unterhalten. Das ist als würde man aus den legendären Doom Spielen einen langweiligen und unlogischen 08-15 Space-Action Film machen mit… mit… The Rock in der Hauptrolle, oder so, haha! So weit kommts noch…

The Happening. Scheiße. Die ersten zehn Minuten sind super, aber dann… naja… dann passiert nichts mehr und… naja… irgendwie passiert einfach nichts mehr, außer dass man irgendwelche Leute vor dem Wind weglaufen sieht. Sehr sehr schade, denn eigentlich, ja eigentlich mochte ich bisher die meisten Shymalama… Night Filme.

Be kind rewind (Abgedreht) war jetzt auch gar nicht sooo schlecht. Okay okay, eigentlich ist auch der in dieser Kategorie falsch, aber hey, ich hatte goße Erwartungen die größtenteils schon irgendwie enttäuscht wurden. Klar, die Idee war nett, und die Gondry-typischen Effekte waren auch nett, und Jack Black war nett, und das Ende war auch irgendwie nett, aber nett ist immernoch der kleine Bruder von beschissen. Kein schlechter Film, für mich aber tatsächlich eine kleine Enttäuschung. Vor allem wenn man das mal mit dem genialen “Vergiss mein nicht” vergleicht, auch von Gondry.

Rambo. Bin ich bei eingeschlafen. Kann also nicht so gut gewesen sein. Zerschossene Kniescheiben am Fließband hauen heutzutage keinen mehr vom Hocker, und Sylvester Stallone ist tatsächlich noch unhübscher geworden als früher.

Horrorfilme:

Auch für Horrofilmfans hatte 2008 einiges zu bieten, fangen wir mal mit The Signal an, das wohl innovativste Projekt des Jahres, waren immerhin drei verschiedene Regisseure an dem Film beteiligt. Zu viele Köche verderben den Brei, ob das auch hier zutrifft? Leider ja, denn so ganz geht das Konzept leider nicht auf. Der erste Teil des Films begeisterte mich ungemein, schon lange habe ich keine so intensive Einführung in das Zombiezeitalter mehr gesehen. Doch dann kommt der nächste Regisseur auf den Regiestuhl, und hier fangen leider die Probleme an, denn plötzlich wird aus dem eben noch düsteren und gruseligen Zombiefilm eine Zombiekomödie, leider nicht mal eine allzu gute. Erst der dritte Regisseur geht mit dem Ende des Films wieder in eine ähnliche Richtung wie der erste, doch trotzdem, drei unterschiedliche Herangehensweisen an ein und dasselbe Thema, das kann klappen, hier unterbricht es aber den Filmfluss ungemein und zerstört die Atmosphäre des Films. Schade.

Dead Set ist eine englische Zombie-TV-Serie, in der es um die Insassen eines Big Brother Hauses geht, die erstmal gar nichts davon mitbekommen als um sie herum die Welt blutend untergeht. Die Serie ist wahnsinnig dynamisch, die Charaktere und verschiedenen Handlungsstränge bleiben immer individuell spannend und man sieht mehr Gedärme als man anfangs zu hoffen wagt. Die Schauspieler sind alle verdammt gut, schon lange habe ich keinen Horrorfilm mehr gesehen der die fleischfressenden Zombies so realistisch bedrohlich darstellte wie hier, und das Ende ist quasi das I-Tüpfelchen, die Kirsche auf dieser fantastischen Sahnetorte. Absolute Empfehlung, leider erst auf englisch erhältlich.

[Rec], wohl der am schnellsten geremakte europäische Film den ich kenne, denn die Hollywoodversion erschien tatsächlich (in Deutschland jedenfalls) im gleichen Jahr wie das Original. Eine spanische Reporterin wird samt Kameramann in einem Haus unter Quarantäne gestellt, und plötzlich rennen die Zombies herum, inklusive kleinem Zombiemädchen. Das alles im shaky Handkamera Stil. Eigentlich sehr gut, das begrenzte Setting macht Spaß, auch die Begegnungen mit den Zombies. Erst das Ende wird dann etwas abstrus, trotzdem, für Fans sehenswert.

All The Boys Love Mandy Lane ist Dawsons Creek mit Scream gekreuzt… naja, so ungefähr. Irgendeine heiße Tussi, ein komischer Emotyp, eine Party draußen auf einem Landhaus mit Drogen und Alkohol, und ein mysteriöser Fremder in der Nacht. Alles eher klassisch, und obwohl der Film teilweise recht gut bewertet wurde hat er mich jetzt nicht allzu sehr beeindruckt. Irgendwie alles Standardkost, und auch das mehr oder weniger überraschende Ende konnte mich nicht so sehr begeistern.

Funny Games U.S. fand ich gut. Zwar kenne ich das Original nicht, doch da das allem Anschein nach sowieso zu 98% identisch ist reicht das wohl. Verstörender Film, verstörende Szenen, verstörende Geschichte, verstörende Musik. Wenn man bedenkt dass genau das das Ziel des Regisseurs war, so hat er es meiner Ansicht nach erreicht, und gerade weil der Film den Zuschauer mit einem unguten Gefühl zurücklässt finde ich ihn gut. Eigentlich wollte ich dazu schon länger ein ausführlicheres Review schreiben, vielleicht finde ich irgendwann mal die Zeit.

Frontière(s) war nett. Nicht gerade fantastique, aber immerhin noch trés bien. Abgefuckte Nazikrüppel schnetzeln französische Jugendliche, und in Sachen Horror sind die Franzosen ja generell ganz gut dabei. Derber Film, sehr gut schaubar.

The Mist war gut, und das auch ohne meinen Stephen-King Bonus. Nicht herausragend, aber gut. Naja, sagen wir ganz okay. Hätte besser sein können. Das Ende kam komisch, war aber nett erdacht. Die Digitalviecher, naja, hätten auch besser sein können. Wer es genau wissen will, hier gehts zu meinem Review.

Filme die ich nicht gesehen habe:

Der Baader Meinhof Komplex. Ich tu mich ja generell schwer mit politischen Filmen, und nach all den schlechten Kritiken habe ich mir das Geld dann doch lieber gespart.

Sweeney Todd zu verpassen ist wohl eine der größten Sünden. Aber Johnny Depps Gesang klingt auf DVD sicherlich genauso gut.

Waltz With Bashir soll ja wahnsinnig gut sein und so, kam ja auch auf den Filmfest Nights, aber wie gesagt, politische Themen und ich, das passt irgendwie nicht so ganz. Aber den schau ich sicherlich noch irgendwann mal an.

Akte X – Jenseits der Wahrheit. In den hatte ich als alteingesessener Akte X Fan ja große Hoffnungen gesetzt, doch nach ein paar Reviews schien klar zu sein dass es sich dabei nicht um die erhoffte Offenbarung handelte. Leider.

Krabat, mit deutschen Filmen tu ich mich ja generell schwer, und wenn die dann noch versuchen an Epen wie Herr der Ringe heranzukommen sehe ich da meist schwarz, allein schon wegen fehlendem Budget. Habe da allerdings auch geteilte Meinungen zu gehört. Vielleicht irgendwann mal…

Der Tag, an dem die Erde stillstand, eigentlich ein MUSS für mich als Science Fiction Fan. Leider im Kino verpasst (oder läuft der noch?), aber das wird nachgeholt, das schwöre ich auf Jennifer Connelly, das heiße Stück.

Mamma Mia!. Dem weine ich allerdings keine Träne nach. Echt nicht.

No Country for Old Men ist eigentlich eine Schande. Also die Tatsache, dass ich den noch nicht gesehen habe. Wird auch nachgeholt, versprochen. Der war mir einfach zu überpräsent irgendwie.

There Will Be Blood. Auch nicht gesehen. Schande über mein Haupt!



    Kommentare:

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  1. Herr Schuh meint:


    kurz und knackig auch meine meinung zu ein paar filmen wo ich deine meinung nich so ganz richtig fand (keine interesse?…mir egal)

    dark knight – fand ich total geil (ja er war lang und ja es war schade two-face so zu verheizen) aber ich wusste um dessen längen schon davor und war so eher traurig als ich dachte der film wär schon zu ende.

    indiana jones – war als film fand ich sehr geil…kommt nicht an die alten teile ran aber mir gefiel der quatsch da auf der leinwand (und ich stand auf die aliens)…dazu gab er mir die möglichkeit auch noch einen indiana jones film im kino gesehen zu haben.

    jumper – so eine ends geile idee total verheizt…ist für mich absolut keine positive überraschung gewesen.

    ja des wärs…mit dem rest bin ich einverstanden oder hab sie nich gesehen


    26. Januar 2009 um 00:53 Uhr | #
  2. Polendaniel meint:


    Köse!
    Erstma muss ich mich hier dem Simon anschliessen was Jumper betrifft.
    Nette Idee, auf jeden Fall, Umsetzung unter aller Sau. Ein Hayden Christensen, der nur im direkten Vergleich mit Keanu Reeves viel Emotion und schauspielerische Mimik zeigt, eine Story, die immer wieder schwächelt und weder wirklich ernst noch wirklich lustig oder eine gesunde Mischung darstellt (einziger Lichtblick in diesem Film war sowieso nur die geile Frisur von Samuel L. Jackson!).
    Der Tag an dem die Erde stillstand fand ich persönlich gar nicht so schlecht (auch hier ein emotional extrem aufgeweckter Keanu Reeves ;) , was aber irgendwie auf die Rolle passt). Ich fand die Message ganz nett und den großen Roboter, große Klasse. Nervig war die vermeindlich eingefügte, eigentlich gar nicht stattfindende Liebesgeschichte und der nervige kleine Sohn von Will Smith. Wie der Vater so der Sohn? Von wegen!!! Die Originalverfilmung aus den 50ern soll auch sehr gut sein und nostalgisch punkten.
    I am Legend, für mich der Film des letzten Jahres, wahrscheinlich aufgrund dessen, dass ich im Vorhinein wirklich gar nichts von dem Film mitbekommen habe, nicht mal einen Trailer oder Teaser und somit auf eine Will Smith-Actionkomödie à la “I Robot” erwartet habe. Popcorn in der Hand, Cola in der Sesselhalterung und Freundin im Arm war ich dann auch schön feuchtfröhlich auf den Film gespannt, der mich dann erstma durch den Sessel in die tiefsten Abgründe meiner Seele zog, ordentlich durchkaute, ausspuckte und dann nochmal nachtrat. Geiles Gefühl! Große Überraschung! Das Alternative Ende fand ich jedoch eindeutig besser als das “Wir finden unsere Menschensiedlung am Ende ja doch noch”- Quasi Happy End, das mich als einziges am Film ein wenig gestört hat.
    Über “Leg dich nicht mit Zohan an” muss an dieser Stelle wohl nichts mehr gesagt werden. Schwuckele, Bullschisserlech und Phantom-Muchen-Tuchen-Restaurantkette sagen alles, was man wohl wissen muss.
    Ein weiterer Flop war für mich “Das Geheimnis des dingsbums Buch irgendwas” mit Nicolas Cage. Erster Teil schon zum Heulen langweilig, zweiter Teil versucht mit einem alternden, mäßig attraktiven Haupdarsteller, diversen Nebendarstellern an die man sich nicht erinnern kann und einer Story die irgendwas mit Büchern und Höhlen und LKW’s die genauso schnell in der Rush Hour durch die Stadt kommen wie die neue M-Klasse von Mercedes, zu punkten.
    “Unsere Erde”, großes Dokumentarkino! Tolle Bilder, tolle Musik, rundum zu empfehlen. Einzig die Art und Weise wie versucht wird dem Zuschauer Schuldgefühle zu suggestieren durch Geschichten niedlicher und armer Tiere, die dann durch den Menschen leiden müssen, finde ich ein bisschen albern, aber wenn man in der Lage ist, darüber hinwegzusehen, wird man mit tollen Eindrücken belohnt!
    Zum Schluss noch kurz über “Be kind, rewind”. Tolle Schauspieler, tolle Idee, innovativer Regisseur, mittelmäßiger Film. Hat mir zur kurzweiligen Unterhaltung ganz gut gefallen, hätte aber durchaus mehr leisten können!
    Ansonsten muss ich zugeben, dass sich wohl der einzige Mensch bin, der im Jahr 2008 so ziemlich jeden Blockbuster und Kinohit verpasst hat, den es zu sehen gab. Aber wenn die Flaute 2009 eintritt, dann weiss ich wie ich mir Abhilfe verschaffen kann.


    26. Januar 2009 um 10:35 Uhr | #
  3. Björn meint:


    Über Dark Knight haben wir uns glaube ich schon oft genug gestritten :)

    Indiana Jones im Kino, true, trotzdem war der größtenteils doof, die Aliens fand ich total absurd. Indiana Jones hatte zwar schon immer viel mit Mystik und Übernatürlichem zu tun, blieb dabei aber immer dem Archäologen-Prinzip treu und hat nie irgendwas mit Aliens zu tun gehabt. Alles hätte so auch (fast) wirklich real sein können, und am Ende gabs keine Riesenufos. EIN RIESENUFO ALTER, IN EINEM INDIANA JONES! Wo kommen wir da denn hin? Und dann noch alles digital. Pah!

    Näi, Jumper war toll :) Für mich jedenfalls die ideale Mischung zwischen Ernst und Witz für einen Abenteuerfilm, dazu noch ein heißes Mädchen (mit einem viel zu kleinen Körper und zu großem Kopf), viele verschiedene Schauplätze, kurzer und knackiger Einführung, tolle, passende Effekte… also ich mochte den wirklich. Vom Unterhaltungs- und Abenteuerwert genau das was Indiana Jones hätte sein sollen.

    Unsere Erde hab ich mal noch eingefügt im Artikel, hatte ich tatsächlich ganz vergessen.

    Und Niclas Cage hat schon lange verkackt, leider. Das letzte was ich von ihm gesehen habe war Ghost Rider. Der war…. urggggggg


    26. Januar 2009 um 21:14 Uhr | #
  4. Däneniel meint:


    By the way, war Cloverfield nich auch 2008?


    27. Januar 2009 um 17:23 Uhr | #

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