Dexter, darüber hatte ich hier schonmal geschrieben. Die Serie mit dem Mörder und dem psychisch labilen Polizisten… ach, ne, ist ja derselbe. In Amerika inzwischen schon in der dritten Staffel, begann heute, naja, eigentlich gestern (gestern ist erst nach dem Schlafen!), die Serie endlich auch im deutschen Kabelfernsehen auf RTL2 zu laufen. Übrigens genau wie Californication, die eigentlich genauso zu empfehlen ist wie Dexter, jedenfalls die erste Staffel. Ziemlich toller Serienabend also, der Montag, sollte man ab jetzt immer vor dem Fernseher verbringen, so gute Unterhaltung ist selten im deutschen Fernsehen, sage ich. Sagen aber anscheinend nicht alle, laut Zoomer gibt es wohl einige Kontroversen zu Dexter in einschlägigen deutschen Blogs und Foren. Bis auf den im Artikel verlinkten Blog konnte ich allerdings so gut wie keine öffentlichen Debatten in Blogs finden.
Wobei mir der Satz “Auch wenn ich die Serie “Dexter” noch nie gesehen habe, gibt es von mir für RTL ein Daumen runter!” dort schon reicht, genau wie so viele Kommentare darunter und bei Zoomer selbst. Dinge zu kritisieren und schlecht zu machen die man nicht kennt und über die man sich nicht im geringsten informiert hat, das ist allererste Klasse. Jeder der Dexter gesehen hat und etwas Hirn im Köpfchen hat kann differenziertere Kritikpunkte an der Serie finde als “Eh, ne Serie über ‘nen sympathischen Massenmörder, so ein perverser Scheiß!“.
Ich will ja gar nicht sagen dass man die Serie mögen muss, aber bitte, erntzunehmende Kritik setzt zwar kein fundiertes, aber zumindest ein ausreichendes Wissen über das Kritisierte voraus. Als ich dann in obigem Blog den Vergleich “RTL = Killerfernsehen?” las, musste ich dann schon wieder etwas grinsen, erinnerte mich der Ausdruck doch an die von den meisten Politikern stets so intelligent geführte Killerspiel-Debatte. So kann ich mir kopfschüttelnd einfach Fuck off denken, was viel weniger anstrengend ist als einen ernst gemeinten Kommentar zu einem ernstzunehmenden Eintrag zu verfassen.
Ich persönlich kann Dexter nur wärmstens empfehlen, für Leute die aufgeschlossen sind und sich von dem derben Thema und den Bildern nicht abschrecken lassen wird die Serie ein Genuss sein, gerade die späteren Folgen sind fantastisch. Morden wird darin zwar thematisiert, aber in keinster Weise verherrlicht, gerade wo auch die moralischen und ethischen Aspekte des Mordens in der Serie eine sehr große Rolle spielen, und nicht nur auf Kindergartenniveau abgehandelt werden. Dass die Serie für Kinder ungeeignet ist, sollte dabei klar sein, immerhin wird sie auch erst um 23:00 Uhr ausgestrahlt.
Da kommt einmal eine Serie ins deutsche Fernsehen, die sich nicht mit Bravo oder GZSZ Themen begnügt, und dabei auch noch tief genug pflügt um den Zuschauer nachdenklich zu hinterlassen, und schon wird rumgeschrieen und gezetert. Kein Wunder dass unser Fernsehprogramm so beschissen ist, danke. Streichen wir doch Dexter wieder aus dem Programm, und fügen lieber mal wieder Eine schrecklich nette Familie ein, oder Stefan Raabs Turmspringen 12, das ist das Fernsehen, das ist das Niveau, und das sind die zum IQ der Deutschen passenden Sendungen die wir alle wollen! Olé.
Und nicht vergessen, auch bei Californication dranbleiben
P.S.: Hut ab vor RTL2, mutige Entscheidung solche kontroversen Serien in ihr Programm aufzunehmen!
Genau meine Meinung. Die einzige Chance der Erde zu überleben wäre wohl die Selbstauslöschung der Menschheit, was dank unserer Dummheit wohl gar nicht mal so unwahrscheinlich ist. Da fällt mir die Parallele zu Independence Day wieder ein, ich weiß gar nicht ob ich das hier schonmal geschrieben habe. Im Film werden die Aliens, die die Erde invasieren, als Rasse erklärt, die von Planet zu Planet reist, dort dann alle natürlichen Energieressourcen ausschöpft, weiterzieht und einen toten Planeten hinterlässt. Hört sich genau nach uns an, plus noch ein paar Jahrhunderte Forschung in der Raumfahrt.
Wenn ich darüber mal genauer nachdenke, irgendwie ist das paradox. Der Grund für unsere Überpopulation, und damit das Ungleichgewicht auf unserem Planeten, ist offensichtlich unsere Intelligenz, die es uns immer wieder schaffen ließ und lässt trotz starker Umwelteinflüsse zu überleben und uns zu vermehren. Als Produkt der Evolution, einem natürlichen Vorgang, ist selbige also der Grund für das Ende vielen Lebens, am Ende vielleicht sogar unserem eigenen, wo wir an einem Punkt wären an dem das Ende des Lebens seit seiner Entstehung schon vorprogrammiert ist. Vielleicht war eine höhere Denkfähigkeit, wie wir sie besitzen, auch nie geplant, vielleicht sollte alles in seinem Einklang ewig bestehen, das perfekte Ökosystem. Wir sind die Mutation, durch die Gesetze der Evolution entstanden und zum Überleben verdammt, der Fehler im System, der am Ende alles zerstören und auslöschen wird. Ein kleines Licht, dass irgendeinem affenähnlichen Kerl in einer Höhle aufging, sorgte für sein Überleben und sicherte damit gleichzeitig das Ende unserer Existenz.
Naja, oder so ähnlich…
Gäbe es einen Gott hätte er wohl früh genug gemerkt in welche Sackgasse das Konzept “Mensch” ihn irgendwann bringen würde, und hätte sicher dafür gesorgt dass das alles nie passiert, dass der Fehler Menschheit gar nicht erst von der Natur begangen wird.
Abgefahren. Abgegangen. Mal wieder richtig gut, das neue Album von Fettes Brot. Naja, nicht komplett, aber teilweise. Hier beispielsweise.
Genau! Das gibts hier zu sehen, richtig harte Porno-Action, mit dem Fokus auf die fulminant inszenierten primären Geschlechtsteile. Da fällt mir nur ein Wort zu ein: Geil!
Ziemlich geiles Werbegimmick. Vor allem dass man danach noch selbst Hand anlegen und Youtube zerreißen kann hat mir Spaß gemacht.
Es gibt ja nicht viele Blogs im Internet, die ich regelmäßig oder sogar täglich besuche, sie lassen sich grob geschätzt an zwei Händen abzählen, vielleicht sogar an einer. Einer davon ist der Filmblog der Fünf Filmfreunde, wo es täglich mal mehr mal weniger News, Videos, Artikel und Reviews über Filme gibt. Was ich an dem Blog mag ist die Art wie geschrieben wird, sehr persönlich, jeder der fünf Autoren hat seinen individuellen Geschmack was Filme angeht, trotzdem schafften es alle stets einen Überblick über die Filme zu verschaffen, der nicht zu sehr durch subjektive Ansichten verwässert wurde. Gerade auch die kleineren teaminternen Streitereien und Meinungsverschiedenheiten brachten eine interessante und oft witzige Würze rein, die das ganze sehr persönlich und angenehm locker machte. So, wer aufpasst hat gemerkt dass ich gerade während dem Schreiben von der Gegenwart in die Vergangenheit gewechselt habe, denn irgendwie…

Irgendwas treiben die Jungs da gerade. Nach außen hin sieht es aus wie ein lange bestehender Streit der nun sein jähes Ende gefunden hat, und damit auch das Ende des Blogs, in den Kommentaren wird schon laut Fake geschrien. Vor ein paar Tagen wurde der Austritt eines Mitglieds bekanntgegeben, um genau zu sein Dog Hollywoods, wegen internen Streitereien und aus persönlichen Gründen. Kurzerhand wurde der Blog in die “Vier Filmfreunde” umbenannt. So weit so gut, bis dahin sah alles noch normal aus, doch gestern stand dann plötzlich ein Eintrag im Blog dass auch Mal Sehen, Bruder von Dog Hollywood, das Team verlassen würde. Heute Morgen ging es prompt weiter, auch Batzman, sicherlich eines der Kernmitglieder der Filmfreunde, gab seinen Austritt in einem hitzigen Eintrag bekannt. Da warens nur noch zwei. Bis… naja, vorhin jedenfalls, denn auf Batzmans Eintrag folgte einer von Renington Steele, der maßgeblich an der Entstehung und Entwicklung des Blogs beteiligt war. Auch er ging nicht gerade glimpflich mit seinen Kollegen um und warf mit ein paar derben Beschimpfungen um sich.
Inzwischen ist nur noch Nilz N Burger übrig, doch auch der wird sicherlich noch seinen Kommentar dazu abgeben. Die Einträge der Film…leute lassen nicht auf konkrete Gründe schließen. Irgendwelche alten Streitereien, irgendwelche Fotos, irgendwelche Homo-Frotzeleien, Finanzielles, konkret wird nichts angegeben, aber anscheinend brodelt es schon länger in der Familie. In den Kommentaren wird derweil schon heftigst spekuliert, Marketing-Gag, Fake, oder tatsächlich das öffentliche Schlachtfeld eines lang gefochtenen Streits. Ich persönlich fände es extrem schade, wenn das tatsächlich das Ende der Filmfreunde-Ära bedeuten sollte, und warte jetzt gespannt auf die Auflösung des ganzen Rätsels.
Update: Well, Nilz lässt sich von dem ganzen Gedöns nicht beeindrucken und macht jetzt alleine weiter. Aus dem Filmfreunde-Blog wird jetzt also ein Adam-Sandler Fanblog

Naja, gibt schlimmeres.
Update: Adam Sandler und Musicals-Blog, umd genau zu sein.

25.09. – Update: Es geht drunter und drüber. Nilz hat das Kommando übernommen, nach einer Reihe von Sandler- und/oder Musical-Posts geht ihm langsam wohl der Stoff aus, was ihm, wie er in einem neuen Eintrag schreibt, zu denken gibt und vor die Frage stellt, was er jetzt wohl mit dem ganzen Gerödel anfangen soll. Alleine weiterführen geht ja nicht. Der aktuell neueste Eintrag ist von einem mysteriösen Gastautor in einer mysteriösen Schrift verfasst
und sogar der Header macht mit bei der Mysteriöserei!

Geht jetzt alles den Bach runter mit den Fünf Filmfreunden? Wird es eine Wiedervereinigung geben? Wer ist der mysteriöse Gastautor, und was ist damals auf der re:publica vorgefallen? Insider sprechen von betrunkenen Sexspielchen und Beweisfotos. Erfahren sie mehr wenn… ähhhh. Inzwischen hat sich sogar Adam Sandler höchstpersönlich in den Kommentaren zu Wort gemeldet.
Im neuen Header steht irgendwas von einer Nirebamaraj Corp, und das gibt vorwärts wie rückwärts gelesen keinerlei Sinn. Ich dachte zuerst an ein Anagramm, komme aber auf kein Ergebnis. thang aus den Kommentaren hat darin die Anfangsbuchstaben einiger Autoren gefunden…
26.09. – Update: There they go again! Mit zwei neuen Bildern (rechts), einer rührenden Erklärung vom Batzomat und dem Video unten hat sich alles aufgelöst. Nirebamaraj Corp besteht tatsächlich aus den Anfangsbuchstaben der Autoren, nur dass Dog Hollywood durch einen neuen ersetzt wurde: Jet Strajker.
Das ganze Gelöt war also ein im feinsten B-Movie Stil inszeniertes Drama um Dogs Abgang und die Begrüßung des “Neuen”. Lange geplant und laut eigenen Angaben aufregender als selbst angenommen. So war und ist desöfteren in den Kommentaren von verärgerten Lesern zu lesen, die meinen aufgrund der Aktion den Blog aus ihrem Feedreader löschen zu müssen weil sie das alles für viel zu kindisch und niveaulos halten. Andere hingegen gratulieren zu der gelungenen PR-Aktion, und wieder andere sind einfach nur glücklich dass das Ende der Fünf Filmfreund nur gefaked war.
Ich persönlich hatte die letzten Tage viel Spaß auf der Seite, und fand das alles sehr witzig, vor allem bei dem Video und Nilzns gestrigem Newsmarathon musste ich teilweise herzlich lachen. Ich finde sowas gut, wie ich schon bei den Filmfreunden in den Kommentaren schrieb, gibt es genügend Ressourcen für trockene Informationen, und gerade weil alles ein Stück persönlicher und unprofessioneller (im Guten Sinne) ist lese ich Blogs so gerne.
Vor ein paar Tagen stand ich nachmittags im Edeka vor dem Regal mit den Fertiggerichten. Nudeln, Reis, Gemüse, mit oder ohne Fleisch, in Plastikbechern, Tüten oder Dosen, für die Mikrowelle, den Herd, das Wasserbad oder den Ofen, die Auswahl war enorm. Schmeckt alles zu schlecht um es länger als zwei Tage hintereinander zu essen, aber immernoch gut genug dass man hin und wieder mal zugreift.
Ich bin ja auch kein Neuling was Fertiggerichte angeht, das meiste kenne ich schon und habe es zumindest mal probiert, und weil mir so danach war schweiften meine Blicke von links nach rechts und wieder zurück, auf der Suche nach etwas Neuem, etwas was ich noch nie hatte. Da waren sie, die Spirli-Nudeln mit Fleischklößchen, sie sprangen mir förmlich ins Auge. Gerade als ich die Hand ausstreckte um mir eine Dose zu greifen erinnerte ich mich daran, dass mir erst vor kurzem ein Kollege von genau diesen Nudeln mit genau diesen Fleischklößchen abgeraten hatte.
Zwei Mal sogar. Dennoch, irgendetwas trieb mich an die Nudeln trotzdem zu probieren, und das gab mir zu denken.
Unser Leben ist voll von guten Ratschlägen. Das fängt in der Pubertät an, in der man mit dem Sex laut den Eltern lieber noch warten sollte, zieht sich durch die Mitte unseres Lebens in der wir von unseren Freunden geraten bekommen welchen Job wir am besten annehmen sollen, und endet mit unseren Enkeln die uns sagen welches Computerspiel man auf keinen Fall spielen darf, weil man sonst uncool ist. Überall gibt es Menschen die schon erlebt haben was wir noch nicht kennen, die wissen was wir gerade erst im Begriff sind zu erfahren, und sie alle vermögen uns blendend zu beraten.
Dennoch, es gibt Dinge und Fehler, die macht jeder Mensch aufs Neue, trotz aller guten Ratschläge. Nicht dass wir den anderen nicht glauben, nicht dass wir meinten sie hätten unrecht oder ihre Sicht sei falsch, wir stimmen ihnen zu und machen dennoch genau die gleichen Erfahrungen, erleben genau das wovor wir gewarnt wurden, und ziehen daraus die gleichen Schlüsse die uns schon davor so weise dargelegt wurden. Würde uns die Reinkarnation Buddhas höchstpersönlich von einer miserabel schmeckende Schwarzwälder Kirschtorte abraten, wir würden trotzdem ein Stück probieren, nur um ganz sicher zu gehen.
Da fällt mir das Prinzip der zwei Realitäten ein, der allgemeinen, allumfassenden, und der unseren, subjektiven Realität. Während Tatsachen für die allgmeine Realität längst ergründet und festgelegt wurden, heißt das nicht dass diese auch für unsere individuelle Realität gelten. Der Baum im Wald fällt um, wir allerdings sitzen dabei gerade vor dem Fernseher und schauen Greys Anatomy, also hat es den Baum für uns nicht mal gegeben. Ob er umgefallen ist oder nicht ist irrelevant, er hat in unserer Welt nie existiert, nicht den Hauch einer Sekunde, genau wie der schlechte Geschmack der Schwarzwälder Kirschtorte.
Das Gleiche ist es mit den Erfahrungen die wir machen. Ein Tip oder ein Ratschlag, von einem guten Freund ausgesprochen, kann vieles bedeuten und wichtig sein, allerdings nie so sehr wie die Erfahrung die wir selbst gemacht haben. Erst was wir selbst erleben und durchmachen ist für unsere individuelle Welt real, alles andere mag zwar stimmen, ist aber, genau wie der Baum, nur in der allgemeinen Realität von Bedeutung und hat dementsprechend relativ wenig Einfluss auf unser Leben. Man glaubt nur was man selbst sieht, man fühlt nur was man selbst fühlt, und man weiß nur was man selbst gelernt hat, was zwar überspitzt ist, aber dennoch im Groben der Wahrheit entspricht. Würden wir die ganzen Ratschläge und Weisheiten anderer Menschen tatsächlich beachten, ohne es selbst erlebt zu haben, wären wir wohl alle bessere Menschen, eine bessere Rasse, und kämen dem Bild eines perfekt funktionierenden intelligenten Wesens wohl um einiges näher als wir es in Wirklichkeit tun.
Doch der Mensch ist hauptsächlich was er selbst ist, nicht das Produkt der aufsummierten Erfahrungen aller anderen Menschen.
Darum machen wir Fehler und Fehler und Fehler. Darum haben wir zu früh und mit der falschen Person Sex, darum haben wir die falschen Jobs, darum sind wir so uncoole Großeltern, und darum griff ich an diesem Tag zum ersten und gleichzeitig letzten Mal zu den Spirli-Nudeln mit Fleischklößchen, die tatsächlich beschissen schmeckten. Aber jetzt bin ich mir wenigstens sicher.
Right? Right?
Ich bin in dem Dorf meiner Kindheit, mit den leeren, kinderfreundlichen Straßen, der Bäckerei, dem Laden, der Schule, dem Kindergarten, der Turnhalle, dem Sportplatz, dem Berg, dem See, der Brücke, und mit dem Spielplatz. Wo ich früher Sandburgen baute steht jetzt ein riesiges Fußballstadion, ich spiele Fußball, mit wem weiß ich nicht, ich weiß nur dass ich die Gegner hasse. Ich mache sie fertig. Einer von ihnen wirft mir einen Ball an den Kopf, zwei Mal, der Schiedsrichter sieht es und tut nichts. Ich schreie den Schiedsrichter an, er hat es doch gesehen, doch er schüttelt nur den Kopf, er ist erst 17, oder noch jünger. Tausende Fans jubeln und tosen in meinem Kopf, obwohl ich mich selbst nicht hören kann hört er wie ich ihn Arsch nenne und will gerade eine Karte ziehen, als mich plötzlich Jason Statham, der aus Transporter und Crank, über den Spielplatz verfolgt. Er will mich umbringen, er hat ein Messer in der Hand, und gerade als ich über den Zaun mit der Hecke springen will greift er nach mir. Wir stürzen beide in die Hecke, ringen um Luft und Freiheit, glücklicherweise habe ich ein abgerissenes Stück eines alten Hefts in der Hand, mit dem ich die Klinge die er in mich stoßen will festhalten kann. Ich sage nein, Jason Statham, du bekommst mich nicht, und gewinne die Oberhand. Er sagt er wird rausfinden wie ich heiße, und mich finden und mich töten, während ich mich aus seinem Griff befreie und auf das Stromhäuschen, auf dem wir früher oft saßen, klettere. Ich will ihm sagen wie ich heiße, doch erinnere mich selbst nicht mehr daran.
Plötzlich ist das ganze Dorf überschwemmt, meterhoch steht das Wasser, man kann sich nur noch mit Booten fortbewegen, und es regnet und donnert wie bei der Apokalypse. Ich schnappe mir das Boot unserer Nachbarn, ich kenne es, ich fuhr schonmal damit herum und damals kam ich nach einem Mord glimpflich davon. Obwohl ich mich erinnere hat es nie stattgefunden, es ist die selbe Geschichte nochmal, nur komplett anders. Ich flüchte mit meinem Boot vor Mr. Statham, ich fahre durch die engen Straßen meines Dorfs. Es ist Nacht. Ich fahre einen steilen Berg hinauf, nein eher eine Brücke aus Wasser, senkrecht in den Himmel hinauf, mit kleinen Fußballfahnen die am Geländer befestigt sind. An der Spitze kann ich mich etwas ausruhen, neben mir stehen noch zwei Boote mit zwei Personen darauf. Ich sehe ihr Gesicht nicht, doch sie kommen mir vertraut vor, obwohl sie nicht mehr als nasse Silhouetten in einer tiefschwawrzen Nacht sind. Wir reden, und obwohl ich weiß dass wir reden weiß ich nicht was wir sprechen, es scheint auch egal zu sein.
Irgendwann fahre ich wieder hinunter, hinunter in das Dorf, durch ein paar Hintergärten hindurch, und plötzlich stehe ich vor einer hohen Brücke. Es ist nicht die Brücke die mich als Kind durch die darüberfahrenden Autos mit ihrem ständig auf- und abschwellenden monotonen Gebrülle in andere Welten hat verschwinden lassen, es ist eine neue, viel höhere, eine ohne Zäune an den Rändern. Riesige Lastwägen und Sattelschlepper fahren auf ihr, und plötzlich fängt alles an im Chaos zu versinken. Die durch den ständigen Regen rutschig gewordene Fahrbahn lässt die Autos herumschleudern wie in einem Ballett, nur statt der sanften Musik hört man das knallende und scheppernde Zerschellen der Autos. Zuerst fallen viele einfach von der Brücke ins Wasser, dann stehe ich selbst plötzlich an einer Straße auf der die Autos frontal gegeneinander knallen. Manche bleiben liegen, viele sterben, denke ich mir, doch die Autos die es noch können fahren einfach weiter, wie beim Autoscooter, und ich laufe quer über die Straße.
Ich bin wieder im Boot auf der Spitze des Wasserberges, es hat aufgehört zu regnen, wie jedes mal am Ende, und ich fahre durch unser Dorf. Dieses Mal muss ich das Boot nicht sauber machen, kein Blut, Jason Statham ist verschwunden, alles scheint wieder ruhig zu sein, doch ich spüre das laute Chaos und der Wasseroberfläche herumwirbeln. Ich weiß, wenn ich das nächste Mal zurückkomme wird hier nichts besser sein, es wird mich mehr zermürben, es wird lauter sein, es wird alles mit einem lauten Knall zerbersten, nur um danach wieder ein Ganzes zu werden und von vorne anzufangen. Ich denke an meine Nachbarn, deren Boot ich geklaut habe, ohne dass sie es merkten. Eigentlich sind es gar nicht meine Nachbarn, eigentlich weiß ich gar nicht wer dort wohnt, in diesem Haus vor dem das Boot immer steht. Ich drehe mich um und will das Seil gerade verräumen als
Schwitzend und ausgetrocknet schrecke ich hoch, bin verwirrt aber doch klar, und wundere mich mal wieder wieso ich so oft das gleiche träume.
Ich kann mich nicht entscheiden ob mein Zahnarzt gut oder schlecht ist. Auf der einen Seite erklärt er mir nichts, absolut nichts, alles muss ich nachfragen. Wie genau passiert das? Wie lange wirkt die Betäubung? Wie lange danach darf ich nichts essen? Schmerzen? Schmerzmittel? Was machen sie da überhaupt? Wofür schieben sie mir eigentlich gerade einen Meißel in den Mund? Wieso schmecke ich Blut?
Das wirkt prinzipiell nicht gerade Vertrauenerweckend. Auf der anderen Seite strahlt er aber durch seine ruhige Gelassenheit, verbunden mit seiner langen Berufserfahrung, dann doch irgendwie Kompetenz aus, jedenfalls was das Handwerkliche angeht. Die viele Erfahrung hat ihn sicher gemacht, jeder Handgriff sitzt, er weiß was er tut und wie er es tut.
Während ich bei dieser Frage zu keinem Ergebnis komme, spüre ich wie er mir den Meißel irgendwo ansetzt. Wo genau weiß ich nicht, meine komplette rechte Mund- und Backenpartie ist komplett taub, ich spüre nur den Druck auf meinem Oberkiefer. Was wenn er abrutscht, frage ich mich, und da zieht er schon den ersten blutigen Zahn mit den Worten “Na das ging doch schnell” heraus. Der untere ist zäher, zuerst muss Zahnfleisch weggeschnitten und dann ordentlich gedrückt werden. Trotzdem nicht zäh genug, und so stehe ich 10 Minuten später mit einer kleinen Papiertüte mit meinen Zähnen darin im Wartezimmer und warte, wie passend, auf das Rezept für die Schmerzmittel.
Schmerzen habe ich keine, noch nicht, wie mir alle Leute bestätigten die ich nach ihren Weisheitszähnen fragte. Die Apotheke ist glücklicherweise direkt gegenüber, und die hübsche Apothekerin lacht mich freundlich an als ich sage “Ch chab grd mene Wschtszähne gezchogen bkchommn”. Ich versuche wenigstens mit der linken Mundhälfte zu lächeln und dabei nicht zu sabbern, was wohl auch ganz gut klappt. Die dicken Schmerztabletten in der Tasche, mache ich mich wieder auf den Heimweg und lese dabei den Informationszettel aus der Zahnarztpraxis: Verhaltensregeln nach einer Zahnentfernung. Bitte nicht rauchen oder Alkohol trinken. Mit dem Rauchen habe ich kein Problem.
Doch ich frage mich ob ich das mit dem Alkohol vielleicht nicht ganz so ernst nehmen sollte, während ich Zuhause am Schreibtisch sitze und mir eine eiskalte, halb leere Flasche Vodka an die Backe halte. Da ich keinen Kühlbeutel habe wechsle ich die Utensilien aus meinem Kühlschrank immer ab, Vodka Vodka Bier Vodka Vodka Bier, Ketchup. Glücklicherweise ist meine Schwester gerade zu Besuch, als ich sie anrufe um ihr klarzumachen dass sie mir aus der Stadt einen Kühlbeutel mitbringen soll fängt sie an zu lachen und hört nicht auf bis ich auch lachen muss, was sich ziemlich eklig anfühlt, noch halb betäubt.
Irgendwann lege ich mich aufs Bett und sabbere im Halbschlaf ohne es zu merken Blut auf die Bettdecke. Meine Schwester kommt und bringt Kartoffelbrei und Fischstäbchen mit, außerdem noch Glühbirnen für meine Lampen, endlich wieder Licht im Zimmer das nicht an Das Rotlichtviertel in Amsterdam erinnert. Die Betäubung ist schon so gut wie abgeklungen, und ich merke wie die Schmerzen immer stärker werden, allerdings nicht so stark wie befürchtet. Ich schlucke eine Schmerztablette und stelle nach dem inzwischen schon 10. Mal vor dem Spiegel fest, dass meine Backe immernoch keine Anstalten macht anzuschwillen. Ich sehe mir in den Mund, die rechte Backe sieht aus wie ein Schlachtfeld, zerfurcht und voller Blut.
Geht, eigentlich, hätte ich mir alles irgendwie schlimmer vorgestellt. Ob ich den Zahnarzt jetzt gut oder schlecht finde weiß ich immernoch nicht, allerdings spielt das auch kaum eine Rolle, um mir einen neuen zu suchen bin ich sowieso zu faul.
Um diese Uhrzeit kommt doch nichts Gutes mehr bei rum! Verdammt! Ich sollte diesen Blog mal wieder etwas näher an meinem Leben führen, denn lese ich das hier in 2 Jahren weiß ich überhaupt nicht mehr was ich jetzt gerade so getrieben habe. Gute Idee! Ab morgen… ab morgen…
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