Zeitlupe

12. Juni 2008 - 02:27 Uhr | Kategorie: Gedanken | Noch nicht kommentiert...

Zeitlupe. Was ein schönes Wort! Eines der wenigen Wörter was mir im deutschen besser Gefällt als in der englischen Übersetzung. Slowmotion, die langsame Bewegung. Wir dagegen sind etwas kreativer, wir betrachten die Zeit mal etwas genauer, nehmen sie unter die Lupe, und sehen sie uns ganz genau an. Die Zeit. Als wäre die Zeit etwas sichtbares, etwas wirklich existentes, fast schon greifbares. Als könnte man sie unter ein Mikroskop legen und genau untersuchen, ihre Struktur erkennen und lernen wie sie funktioniert.

Dabei, so denke ich, ist die Zeit doch mit einer der abstraktesten Begriffe den die Menschheit erfunden hat. Eigentlich gibt es sie doch gar nicht, die Zeit. Alles verändert sich, von Moment zu Moment ist alles komplett verschieden, und was gerade eben war gibt es nicht mehr, wird es nie wieder geben. Wir können uns die Vergangenheit zwar ansehen, mit Erinnerungen, Bildern, den Jahreskreisen in einem Baumstamm, mit Filmen oder Ähnlichem, doch wird sie nie wieder auf genau diese Weise existieren. Jeder Moment ist einzigartig, egal was passiert.

Es gibt keine Vergangenheit und keine Zukunft. Die Zukunft stellen wir uns vor, die Vergangenheit halten wir fest, als wäre das Leben nur dann etwas wert wenn wir uns an möglichst viel daraus erinnern können.

Und dann betrachten wir einen Moment etwas genauer, ziehen den Moment von jetzt auf gleich in die Länge und betrachten was dazwischen lag, und manchmal erkennen wir wie viel Schönheit in so einem kurzen Moment liegen kann. Manchmal.



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