Shayamaladingdong

21. Mai 2008 - 01:07 Uhr | 1 Kommentar

Zuerstmal möchte ich mir für den totally respektlosen Titel hier entschuldigen. Normalerweise bin gerade ich jemand, der sehr darauf achtet anderer Menschen Namen korrekt auszusprechen und zu schreiben, da das für mich irgendwie auch ein Zeichen des Respekts darstellt, und weil ich nur allzu gut weiß wie es ist einen Namen zu haben den man jedem erstmal buchstabieren muss. Meistens klappt das bei mir auch ganz gut mit den Namen, vor allem bei bekannten Regisseuren, aber der nette Herr M. Night Shyamalan, naja, der ist da wohl die Ausnahme die die Regel bestätigt.

Jetzt aber zum eigentlich Thema. Bei den The Happening ansehen.

Und obwohl ich auch da schon meine Meinung gepostet habe, will ich sie hier mal wiederholen. Ich persönlich mag Shyal… M. Nights Filme.

Vielerorts wird über seine Filme gemäkelt. Langweilig seien sie, unlogisch irgendwie, zu fantastisch, doofes Ende, doofer Mittelteil, doof hier doof da.

Teilweise mag das ja stimmen. Das Mädchen aus dem Wasser fand ich auch nicht wirklich toll, viel zu konstruiert war die Story. Signs hatte seine guten Momente, aber irgendwie… so der Kracher war er nicht. Unbreakable war eher medium, zu sehr Abklatsch von Sixth Sense, der widerum natürlich einsame Spitze war, genau wie The Village, den ich auch sehr gut fand.

Trotzdem, was Mister Night vielen heutzutage vorraus hat ist sein Mut zu neuen Ideen und deren Umsetzung. Gerade in der Remake-geplagten Gegenwart sind Regisseure wichtig, die sich trauen auch mal einen Schritt weiter zu gehen und abseits der sicheren Kohle durch standardisiertes Popcornkino (was ich hiermit gar nicht mal schlechtreden will) ihre eigenen Ideen auf die Leinwand bringen. Mister Nights Filme hat man so noch nie gesehen, ihre Plots sind völliges Neuland (meistens jedenfalls), und gerade das macht sie so interessant.

Klar, nicht alle seine Filme waren der Megakracher, dennoch, selbst rein technisch gesehen fand ich seine Filme schlimmstenfalls Mittelmaß, denn eins hatten fast alle gemeinsam, sie versprühten eine unheimlich erfrischende Atmosphäre der Ungewissheit. Während man bei 90% der Kinofilme schon nach 15 Minuten weiß wie sie ausgehen werden, so konnte man, kannte man sein Plots nicht schon davor, sicher sein, dass man jeden neuen Informationsschnipsel seiner Geschichten aufsaugen musste um überhaupt zu verstehen was da vorne auf der Leinwand abging. Das Ende vorraussagen? Unmöglich, denn seine Geschichten sind größtenteils so fantastisch und kreativ, dass sie nicht ins normale Schema passen.

Klar, wer auf die harte Realität steht und lieber per Drama oder sonstigem echte Geschichten des Lebens sehen will, den schrecken die stets fantasievollen Ideen Nights ab, wer sich aber darauf einlassen will kann sich sicher sein Neues zu sehen, was ihm so erst wenige Filme zeigten. Seine Filme sind dabei oft sehr gehimnissvoll, bedrückend und eher mit negativer Grundstimmung belegt, was mir persönlich aber sehr gut gefällt, da ich im Kino gerne Neues entdecke, gerne auch weitab der mir bekannten Realität, ist Film ansich doch eine Kunstform die sich leider viel zu oft von den Fesseln des Realismus niederdrücken lässt und wenig neues wagt, zumindest im Kinoformat.

Viel zu viele Filme die in die Kinos kommen ähneln in ihrer Machart und ihren Ideen den längst genormten Standards, da machen Arthaus Filme, Kunstfetzen oder die derbsten Splatterorgien leider keine Ausnahme. Viel zu wenig wird Film als frei formbares künstlerisches Konstrukt gesehen, wie ein Stück Ton, aus dem meistens uns schon längst bekannte Formen gestaltet werden, und nur selten Wesen oder Gegenstände enstehen die in ihrer Form, Farbe und Natur etwas völlig neues sind. Nur weil es sich bewegt, eine Geschichte und Musik hat, heißt das nicht dass es sich bewegen, eine Geschichte und Musik haben muss :D

Gut, genug abgeschweift jetzt, also, Manoj Night Shyamalan, ich mag ihn, und hoffe er wird noch weiter Filme machen und sich auch von wahrscheinlichen finanziellen Misserfolgen nicht abschrecken lassen.

Soviel dazu! :)



    Kommentare:

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  1. Stefan meint:


    Nach “Das Mädchen aus dem Wasser” er ja böse abgewatscht worden. Nicht ganz zu Unrecht. Aber trotzdem deutlich zu heftig. Denn bis auf o.g und “Signs” waren der Rest doch wirklich herausragende Filme. Das Problem, warum Shymalan eigentlich nie auf irgendwelchen Lieblingsfilm-Listen auftaucht, scheint mir die Konstruktion seiner Filme. Letztlich wird meist alles in einer großen Enthüllung oder Pointe gebrochen oder gewendet, was den Film in der Rückschau für viele oft eher entwertet. Den der aufgebaute Suspense entpuppt sich oft als Luftnummer, als Wolkenkuckucksheim. Ich finde das sehr mutig. Und fast ein Metakommentar zum Filmschaffen.
    Und er kann (handwerklich) das, was nur wenige Regisseure können: Eine stimmige Atmossphäre aufbauen und über die ganze Strecke halten.


    23. Mai 2008 um 14:42 Uhr | #

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