The Mist
2007, USA
Regie: Frank Darabont
Drehbuch: Frank Darabont (nach einer Geschichte von Stephen King)
Schauspieler: Thomas Jane, Marcia Gay Harden, Laurie Holden, Toby Jones, Jeffrey DeMunn, etc.
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“Ohje, noch eine King Verfilmung die nicht an ans Original heranreicht.” war mein erster Gedanke als ich von diesem Film hörte. Und ich hatte recht. Aber es hätte durchaus schlimmer kommen können.
Die Kurzgeschichte die hier zugrunde liegt habe ich vor ein paar Monaten gelesen, so lange ist das noch gar nicht her. Insofern konnte ich mir den Film nicht ganz unvoreingenommen ansehen. Während die Geschichte nicht zu den Besten, allerdings zu den wirklich Besseren von Stephen King gehört, ist der Film eher so medium, also so mittel, und irgendwie verbreitet er auch nicht wirklich King Stimmung, jedenfalls anfangs.
Die Story nur grob. Nach einem Sturm fährt ein Vater mit seinem Sohn in den Supermarkt um ein paar Dinge einzukaufen. Plötzlich hüllt ein geheimnissvoller Nebel alles in erdrückendes Weiß, und es ist recht schnell klar dass im Nebel, der wohl eines geheimen Militärprojektes in der Umgebung entsprungen ist, irgendetwas Blutrünstiges lauert. Fortan kämpfen die Menschen im Supermarkt gegen die Viecher von draußen und, eigentlich noch viel mehr, gegen sich selbst im Inneren. Irgendwann jedenfalls werden alle zu religiösen Fanatikern, was den Vater samt Sohn und ein paar Anderer mit dem Auto fliehen lässt.

Well well well, erstmal zu den schlechten Seiten des Films, dann zu den guten, also in der gleichen Reihenfolge wie im Film. Während sich viele über die schlecht animierten CGI Monster aufregten, fand ich diese gar nicht so schlimm. Klar, dass in dem Film keine Hundertmillionen stecken sieht man ihnen an, aber um eklig auszusehen reichen sie aus. Obwohl ich mir die Monster ja allgemein während dem Lesen des Buchs etwas schleimiger, und vor allem die Spinnen etwas schwärzer und horrormäßiger vorgestellt hatte.
Der gesamte Film ist, ganz dem Trend folgend, mit einer sehr beweglichen Kamera gefilmt. Nicht so wackelig wie Cloverfield, aber auch nicht so schön ruhig wie Spielberg, was mir persönlich nicht so sehr gefiel. Ich habe lieber genau im Blick was wichtig ist, und muss es nicht immer über den Bildschirm mitverfolgen.
Nun zu dem größten Manko des Films: die Charaktere. Während King in seiner Geschichte jeden Charakter glaubwürdig beschreibt und damit die komplette Situation, so plemplem sie auch ist, authentisch rüberkommt, wird im Film irgendwie nicht viel wert darauf gelegt dass man den Figuren abnimmt was sie darstellen sollen. Noch verschlimmert wird das Ganze durch die völlige Fehlbesetzung, wie ich finde. Der Nachbar, im Buch ein wichtiger Charakter, wird völlig außer Acht gelassen, die verrückte Mrs. Carmody hat sowas von die falsche Schauspielerin abbekommen, selbst die saufenden Dummschwätzer kommen nicht wirklich rüber und auch von der Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn bekommt man kaum etwas mit. Am schlimmsten wird das alles aber am Beispiel der Ehefrau ersichtlich. Während die Fahrt zur Frau im Buch wirklich eine erdrückende und traurige Stelle in der Geschichte markiert, ist ihr Verbleiben dem Zuschauer beim Film völlig piepegal. Denn mit dem quasi komplett gestrichenen Anfang der Geschichte fehlt auch das Kennenlernen der Ehefrau, die im Film gerade mal 30 Sekunden zu sehen ist und dabei nur zwei Sätze von sich gibt.

Und genau daran verreckt leider der gesamte erste Teil des Films. Denn mit den flachen und unglaubwürdigen Charakteren fällt es einem schwer die Vorfälle im Supermarkt ernst zu nehmen. Irgendwie kommt einem das alles ein bisschen bekloppt vor, und als die aufgebrachte Meute dann zu Mrs. Carmodys (ich kann es nur wiederholen, die ist sowas von falsch besetzt!) persönlicher Armee mutiert zweifelt man dann doch an der Glaubwürdigkeit.
Jetzt aber zum guten Teil des Films, und der beginnt genau dann wenn die 5 Flüchtlinge sich in das Auto setzen, die erste warnehmbare Musik im Film beginnt, und sie losfahren. Erst jetzt wird dem Zuschauer die verlorene Situation und die Aussichtslosigkeit bewusst, erst jetzt verbreitet der Film die Stimmung des Buchs, erst jetzt kamen bei mir Gefühle auf. Und als über das Auto dann das riesige Monster aus einer anderen Dimension hinwegläuft, ja, genau dann, und sind es nur 20 Sekunden, genau dann sieht man einen King Film, die Schönheit die seine Geschichten durch die realistische Darstellung des Unrealistischen bekommen.
Das Ende hält sich dann nicht an die Vorlage. Für einen Hollywoodfilm ist es fast schon eine Sensation, dass es dieses Ende in die finale Version geschafft hat. Ohne es zu verraten kann ich sagen, dass es ziemlich aussichtslos und extrem bedrückend ist. Trotzdem ist es eigentlich sogar noch positiver als das Ende der Vorlage, ist darin doch offensichtlich die gesamte Menschheit ausgerottet.
Das Ende kann insofern gefallen, obwohl, aber auch gerade weil es so anders ist als man es erwarten würde. Mir jedenfalls gefällt es. Einzig das verzweifelte Schreien in der letzten Szene hat mich verwirrt. Ich konnt mich beim Ansehen nicht entscheiden ob das jetzt unglaublich schlecht, oder unglaublich gut geschauspielert ist, dieses abdriften ins Wahnsinnige.
Also was bleibt? Eine King Verfilmung die wieder mal hinter der Vorlage zurückbleibt weil die Story aufgrund flacher Charaktere einfach nicht wirken will. Dafür aber ein tolles Ende, das zwar von der Vorlage abweicht, doch trotzdem noch eine schöne Pointe ist. Insgesamt also ein sehenswerter Horrorfilm, nichts wahnsinnig Gutes, dafür aber auch nichts komplett Schlechtes.
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