Wir haben ja ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits sehe ich den Gang zum Friseur als notwendiges Übel an, bei dem man sich danach besser als davor fühlt, frischer eben. Andererseits, und so langsam beginnt diese negative Seite zu überwiegen, macht es wirklich wirklich keinen Spaß.
Das beginnt schon gleich am Anfang, beim Betreten des Friseurladens, wenn man den erwartungsvollen Blicken der Mitarbeiter ausgesetzt ist und sich unheimlich dumm vorkommt wenn man sagt man habe gerne die Haare geschnitten. Ach? Genauso sinnvoll ist die Frage nach dem Zweck eines Zahnarztbesuchs, oder wenn man zum Eismann kommt und gefragt wird ob man gerne ein Eis hätte. Erinnert mich immer wieder an die Sache mit dem Schild. Sollte standardisiert an jedem Friseurladen hängen.
Ein Freund empfiehl mir Hairkiller. Viele Filialen, coole Homepage, nette Leute, dachte ich mir, und ging heute Morgen hin. “Wie lange müsste ich denn warten?” fragte ich, “Nummer ziehen und da hinten hinsetzen. Die die da schon sitzen sind noch vor dir dran.” antwortete sie. Ich machte ein paar Schritte in den Laden hinein, um sehen zu können wie viele Leute in der Sitzecke saßen. “Na, geh doch mal hinter, wird schon nix Schlimmes passieren!” sagte sie, in dem Ton in dem man sein kleines Kind an Halloween zur Haustüre der Nachbarn schickt und sagt “Na komm, geh schon, brauchst keine Angst haben, das sind doch ganz Liebe! Schau die großen Kinder machens auch!”.
Und damit hatte sie verschissen, denn wenn ich eins nicht haben kann dann ist es wenn jemand in diesem Ton mit mir spricht. In diesem Ton der einen zum mutlosen 10 Jährigen degradiert und einem mit einem Schlag all die Männlichkeit raubt, die sich über die Jahre seit der Pubertät mit jedem einzelnen neuen Barthaar im Gesicht langsam aufgebaut hat. Und sowas machen Friseurinnen, bei mir jedenfalls, wohl gerne, denn schon vor zwei Jahren war der letzte Satz den ich bei meinem ersten und gleichzeitig letzten Besuch in einem anderen Friseursalon hört “Ist ja gleich vorbei!”, im gleichen Tonfall den ich von meiner Mutter kannte als ich mit 8 Jahren schluchzend auf dem Zahnarztstuhl saß.
Also raus aus dem Laden, und rein in den bei dem ich schon das letzte Mal war. Der Kerl verstand immernoch kein Wort von dem was ich sagte, bekam es dann aber doch wieder irgendwie hin, und klotzte mir wieder einige Liter Haargel rein, same procedue as every year eben. Ich glaube, beim Friseur genau die Frisur zu bekommen die man sich wünscht geht wohl nur im Schlaraffenland, dort wo einem der Eismann anstatt einen zu fragen was man denn gerne hätte einfach sofort sein Lieblingseis in die Hand drückt.
Und so mag ich Friseure wieder mal ein Stückchen weniger, und komme dem Kauf einer Haarschneidemaschine etwas näher.
Glotzkind Blog
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Kommentare:
[Abonnieren]Dr. Mosi empfiehlt:
Haare einfach wachsen lassen!
Das erspart nicht nur den Gang zum Frisör, sondern irgendwan siehst du genauso super aus wie ich!
Wunderbar!