“Lasst mich durch, ich bin krank und meine Nase läuft!” denke ich mir während ich vollbepackt mit lauter Hausmitteln für Kranke in Richtung Kasse laufe. Der Arbeitstag war lang und die Lust ist mir schon lange vergangen, und wieso ist gerade als ich zur Kasse will der Andrang fast so groß wie auf dem Oktoberfest? Einen Einkaufskorb nehmen ist was für Pussys, und so stehe ich mit schmerzenden Armen, kalten Fingern und alle paar Minuten runterfallenden Kaugummis an der Kasse. Der Mann der vor mir steht ist so einer, und ich verfluche ihn noch mehr als er seinen ausgeräumten Korb mit aufs Fließband legt, genau da wo ich eigentlich meine Sachen platzieren könnte. Langsam beginne ich mir auszumalen was wohl passieren würde wenn ich ihm plötzlich lauthals meine bisher nur gedachten Beschimpfungen an den Kopf werfen würde, doch da bemerkt er mich und nimmt seinen Korb vom Band. Erleichtert lasse ich alles einfach kreuz und quer fallen, und der Mann reicht mir sogar einen Kundenseparationsstab (wie heißen die Teile noch gleich?), weswegen ich ihn jetzt schon wieder sympathisch finde. Jeder macht mal Fehler, denke ich mir.
Zu meinen Waren lege ich zwei Einkaufstüten. Als ich an der Reihe bin schiebt der Kassierer die Barcodes über seinen Scanner, ich schnappe mir eine der Tüten und schaffe es gerade noch die Milchschnitten hineinzuwerfen bevor er seine Hand ausstreckt und mich damit zum Zahlen auffordert. Ich drücke ihm meine EC-Karte in die Hand, und nun habe ich genau die standardisierten 10 Sekunden Zeit um meine Sachen einzupacken, bevor er mir die Karte, oder sonst das Wechselgeld, zurückgibt. Natürlich werde ich, wie immer, nicht rechtzeitig fertig, und komme damit in die peinliche Situation den nächsten Kunden zu behindern. Ich hasse das, aber vermeiden lässt es sich nicht, vor allem nicht Freitags in der Innenstadt, wenn die Chips- und Bierregale leergeräumt werden.
Endlich fertig, auf nach Hause, für diese Nacht bin ich besser gewappnet als ich es für die letzte war. Alles was das Herz eines kranken begehrt ist da: Cola, Salzbrezeln, extraweiche Tempos, M&Ms, Schokolade, Hustenbonbons (ohne Zucker), Airwave Kaugummis, Ricola Bonbons, Milchschnitten und Cookies. Alles eben.

Glotzkind Blog
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Kommentare:
[Abonnieren]Ich wage es mal zu behaupten, dass wenn du den Scheiss gegessen hast, erst so richtig krank wirst.
Gibts in München keinen BioSupermarkt alla teGut oder Allnatura?
Also laut meiner Mutter helfen Salzstangen mit Cola bei einer Grippe besser als ne Karotte und Tomatensaft.
Ich glaube letztens erst habe ich hier irgendwo nen richtig großen Biomarkt gesehen, der sogar bis 8 Uhr offen hatte. Aber da waren nur so komische Leute drin… so Leute mit… Geld.
Ein paar Tage später hat es mich krankheitstechnisch auch voll erwischt. Ich hab mich dann mit dem guten alten Ginger Ale gesund getrunken. Nur zu empfehlen! Musste auch mal probieren. Ingwer is cool…