Hare, hare Krishna!

15. Juli 2007 - 14:53 Uhr | 1 Kommentar

Gestern war ich in der unglaublich überfüllten Innenstadt unterwegs, als ich plötzlich komische Musik hörte. Den Trommeln und dem Gesang folgend stieß ich auf diese Meute hier:

Hare Krishnaaaa!

Die Krishnas waren gekommen, um uns ungläubige auf den rechten Weg der Tugend zu führen, mit lautem Gesang und viel Klimbim. Ich muss ja ehrlich sagen, man hört dauernd von den Jungs, sehen tut man sie aber doch eher selten, oder? Abgesehen von diesen hier begegnete ich anderen Anhängern erst ein mal in meinem Leben.
Nunja, wie dem auch sei, nachdem ich eine Zeit lang gelauscht hatte und zugesehen hatte, wie immer einer von ihnen einer großen Krishna-Holzfigur Luft zufächelte (war ja auch sehr heiß), kam von rechts plötzlich einer von ihnen auf mich zugelaufen.

Er lächelte mich (die ganze Zeit) nett an und streckte mir dann ein Buch entgegen, dass er mir verkaufen wollte. Er meinte, im Handel würde es 21€ kosten (was natürlich gelogen war, siehe Amazon), aber heute würden sie es für so viel Geld verkaufen, wie man zahlen wolle.
Ich wunderte mich, und sagte ihm, dass man dann ja auch ganz wenig zahlen könne, woraufhin er fröhlich lächelnd meinte, ja das könne man, es sei eine Herzensspende, und jeder gibt so viel wie er kann und will. Ich fragte ihn, was denn in dem Buch so drinstehe, und er meinte, Informationen über die indische Religion, die 18 Mantras des Krishnas und so.

Längere Leser dieses Blogs wissen vielleicht, dass ich mir dauernd irgendwelche Sachen aufschwätzen lasse. So geschehen schon mit einer ADAC-Karte, einem Aktiontier-Abo und einem lustigen Taschenbuch. Alles Dinge die ich nun wirklich so gar nicht brauche. Doch dieses Mal wollte ich mir nichts aufschwatzen lassen, und so meinte ich zu dem nett geschminkten Krishna-Anhänger, dass ich aber gar nicht an Gott glaube.

Offensichtlich störte ihn das nicht, und er meinte, immernoch fröhlich grinsend, dass das nichts mache, ich könne ja meinen Horizont erweitern, und einfach mich mal informieren. Die Krishnas würden ihre Religion nämlich nicht als einzig wahre ansehen, es gäbe nur einen Gott, doch der habe eben viele verschiedene Namen, und darum ist ihre Religion eigentlich für jeden geeignet.

Da gingen mir wirklich die Argumente aus, und als letzte Rettung meinte ich zu ihm, ich hätte aber eigentlich total wenig Geld dabei (was gelogen war). Er fragte mich, immernoch bedröppelt grinsend, wie viel ich ihm denn geben könne, und ich meinte, maximal 3 oder 4 Euro. Er war begeistert, hielt mir eines der Bücher hin und meinte, das wäre doch eine tolle Spende vom Herzen. Also kramte ich in meinem Geldbeutel, versuchte die Geldscheine zu verdecken, und gab ihm die 3€. Er bedankte sich herzlich.

Ich fragte ihn noch, ob ich wohl ein Foto machen könne, was er freudig bejahte und mich fragte, ob er dann auch ein Foto mit mir machen könne. »Mit mir?« fragte ich verwundert, doch da stand schon ein weiterer Krishna-Anhänger vor uns, fotografierte uns und verschwand wieder. Er bedankte sich wieder, grinste mich immernoch überglücklich an, und ging dann weiter seine Bücher verkaufen.

Da stand ich nun also, ein Krishna Buch in der Hand, welches ich sicher nie lesen werde, 3€ weniger im Geldbeutel, und staunte über diesen anscheinend überglücklichen Menschen. Vielleicht hatte er zu viel am Weihrauch gerochen, vielleicht lag es aber auch wirklich an seinem religiösen Glauben, jedenfalls war das der erste Kerl dieser Sorte, der mir wirklich sympathisch war, wie er da in seinem langem Gewand herumtaumelte und Fröhlichkeit und vor allem Zufriedenheit ausstrahlte.

Aus diesem Grund, und weil ich es lustig finde, wird dieser Blog für die nächsten 1-2 Wochen zum offiziellen Krishna Blog!! Ehret den Kerl mit den Pfauenfedern!!

Zum Abschluss noch ein kleines Video, das ich gestern aufgenommen habe:

http://www.youtube.com/watch?v=H7ovyiVsh70



    Kommentare:

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  1. Lukas meint:


    Ich weiß nich, 3 € für das Ding sind immer noch zu viel.
    Eignet sich aber sicher ziemlich gut als Geburtstagsgeschenk, wenn man denjenigen…nie wieder sehn will.


    17. Juli 2007 um 15:22 Uhr | #

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