Ich bin kein entschlussfreudiger Mensch. Ich glaube jeder, der mich etwas länger kennt, merkt das irgendwann. Kleine Entscheidungen zu treffen macht mir keine Probleme, doch kaum geht es mal irgendwie um etwas, oder kaum betrifft die Entscheidung die ich zu fällen habe auch andere Menschen, leert sich mein Kopf und ich weiß nicht was ich tun soll.
Ein Beispiel:
Mit Person 1 mache ich am Mittag aus, dass wir uns am Abend treffen.
Person 2 ruft am Nachmittag an und will mich am Abend besuchen.
Beides würde ich gerne machen, und keinem von beiden will ich absagen. Also was tun? Tja, gute Frage, aber einfach so entscheiden? Ne, das kann ich nicht. Lieber warte ich und tue nichts, bis sich die Sache von selbst klärt. Das ist sowieso eine oft und von mir gern genutzte Möglichkeit, Entscheidungen, oder generell Problemen aus dem Weg zu gehen. Einfach nichts tun. Wird es dadurch besser, gut, wird es dadurch schlechter, nicht so gut, aber immernoch besser als sich zu entscheiden.
Ich komme darauf jetzt auch nur wieder wegen meiner WG-Suche in München. Einmal hoffe ich, dass ich keiner WG, die mich nehmen würde, absagen muss, weil ich lieber in eine andere einziehe. Ich hasse es, anderen (netten) Menschen irgendetwas Schlechtes zu sagen. Und genauso hoffe ich, dass ich keine zwei WGs finde, die in etwa gleichwertig sind. Dann müsste ich mich wieder entscheiden, und von dieser Entscheidung hinge so einiges ab, immerhin wohnt man ja nicht nur eine Woche in einer WG.
Sobald für mich nicht klar ersichtlich ist, welche Entscheidung die richtige ist, komme ich ins wanken, bleibe stehen und gehe meist keinen Schritt weiter. Wahrscheinlich wäre ich heute wo ganz anders, wenn ich mich nur öfter klar für eine Seite entschieden hätte.
Ich hasse das.
Glotzkind Blog
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