Hat sie mich also, die erste Zecke. Und dabei haben wir letztens noch über Zeckenimpfungen, hier im Süden Deutschlands ja sehr empfohlen, gesprochen. Hier, auf der Karte, ganz unten, da wo es supertoll rot ist, da komme ich her. Trotzdem hatte ich noch nie etwas ernsthaftes, obwohl zahllose Zecken an den unmöglichsten Stellen. Wo die am Körper so hinkommen, möchte man gar nicht glauben…
Ich gebs zu, dieses Video ist wirklich langweilig. Aber besser als gar nichts, oder? In Echtzeit hat das Ganze ca. 62 Minuten gedauert. Bei welchen Tätigkeiten könnte ich mich wohl noch aufnehmen? Ich dachte schon ans Kochen… aber ich koche nie wirklich lange. Duschen dauert bei mir lange, aber den Anblick will ich keinem zumuten. Mir beim schlafen zuzusehen wäre auch eher ereignislos. Hat jemand eine Idee?
Aus gegebenem Anlass:
Da werden Erinnerungen wach…
Da fühlt man sich wirklich scheiße. Körperlich meine ich jetzt. Heute morgen um 7 Uhr durfte ich meine Mutter zur Arbeit fahren. Danach habe ich mich wieder schlafen gelegt, was aber nicht wirklich viel gebracht hat. Ich bin so müde als hätte ich zwei durchgemachte Nächte hinter mir. Hinzu kommt noch der Heuschnupfen, der heute wieder besonders fies in der Nase kitzelt. Meine Nasen- und Rachengegend sind schon ganz ausgetrocknet und wund. Ich fühle mich total latschig und würde am liebsten den ganzen Tag im Bett verbringen und mir Serien ansehen. Stattdessen muss ich nochmal in die Stadt fahren und das Auto putzen, dessen Frontscheibe seit meiner Tour nach München mit Fliegenleichen gepflastert ist. Bäh!
2007, England
Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Alex Garland
Schauspieler: Rose Byrne, Cliff Curtis, Chris Evans, Troy Garity, Cillian Murphy, Hiroyuki Sanada…
Links: Offizielle Website | OFDb Eintrag | Imdb Eintrag | Wikipedia Eintrag | Filmstarts.de

Endlich mal wieder ein interessanter Science-Fiction Film, der in die Kinos kommt. Schon bei den ersten Bildern und Videos habe ich mich auf Sunshine gefreut. Ich mag das Genre, ich finde es wird viel zu wenig beachtet und behandelt, dabei bietet es doch eigentlich genügend Stoff um hunderte guter Filme zu produzieren. Actionfilme (Matrix), düstere Zukunftsvisionen (Blade Runner), Horrorfilme (Event Horizon), Thriller und Liebesgeschichten (13. Floor), Zeichentrickfilme (Titan A.E.), Komödien (Spaceballs), ja, fast jedes andere Genre lässt sich in den Kontext einer Sci-Fi Geschichte verfrachten.
Doch Sunshine geht den normalen Weg. Die Geschichte ist simpel und erfüllt ihren Zweck. 50 Jahre in der Zukunft geht der Sonne der Treibstoff aus. Langsam aber sicher verliert sie ihre Energie, was zu einem solaren Winter (paradoxe Bezeichnung, oder?) geführt hat, unter dem die Menschheit leidet. Zur Rettung dergleichen wurde ein Raumschiff zur Sonne entsendet, die Icarus I, mit dem Plan, ein riesige Bombe im Innern der Sonne zu zünden um sie somit wieder zu entfachen. Leider geht die Icarus I verloren, weswegen 7 Jahre später die Icarus II auf die gleiche Mission geschickt wird, mit dem letzten spaltbaren Material von der Erde, somit also als letzte Hoffnung der Menschheit.
Dort beginnt der Film. Wir begleiten die Icarus II auf der Reise zur Sonne, geschützt durch ein riesiges Wärmeschild, hinter dem sich das Raumschiff versteckt. Gerade als die Mannschaft die Umlaufbahn des Merkurs kreuzt, empfangen sie plötzlich ein Notrufsignal der Icarus I, und können diese sogar im Raum orten. Flugs den Kurs geändert, und schon folgt ein Unglück dem nächsten.

Soviel zur Story. Das Erste was einem bei dem Film auffällt, ist die optisch wirklich makellose und bombastische Inszenierung. Kaum eine Minute vergeht ohne dass man das riesige Raumschiff (bzw. eher sein Wärmeschild) oder die riesige Sonne in seiner vollen Pracht sieht. Begleitet wird das ganze mit einem dröhnenden Sound, der extrem gut die schiere Größe der Objekte unterstreicht. Doch auch an Board der Icarus II sieht alles perfekt aus. Das strahlende Weiß einiger Räume wechselt sich mit dem Grün des bordeigenen Gartens und dem Blau der Kühltanks ab. Wie gesagt, optisch sowie soundtechnisch ist der Film ein absoluter Leckerbissen. Doch kann auch der Rest des Films das hohe Niveau halten?
Prinzipiell ja. Die Geschichte bleibt ständig spannend und aufregend. Fangen die Pannen an Board erst einmal an, hören sie bis zum Schluss nicht mehr auf. Zu den anfangs nur technischen Problemen gesellen sich mit der Zeit auch psychische Probleme. So fühlt sich eines der Crewmitglieder verantwortlich für den Tod des Captains und wird daraufhin selbstmordgefährdet, der Psychiater der Icarus grillt seine Haut im Sonnendeck, weil er wie magisch von der Sonne angezogen wird, und alles verschlimmert sich noch, als die Crew die Leichen der Icarus I Besatzung auf deren Schiff findet – alle begingen aus unerklärlichen Gründen Selbstmord.
So wird der Film gegen Ende hin immer surrealer. Die Crew dezimiert sich Stück für Stück, und als plötzlich der frühere Captain der Icarus I als entstelltes Monster auf die Icarus II gelangt, geht alles den Bach runter. Für den Rückflug reicht der Sauerstoff längst nicht mehr aus, und was passiert, wenn die Bombe im Innern der Sonne gezündet wird, weiß nicht einmal der Boardphysiker so wirklich. Am Ende sind nur noch zwei Crewmitglieder übrig. Mit dem Captain, der sich nach 7 einsamen Jahren auf der Icarus I für einen Engel hält, der mit Gott spricht, kommt es zum großen Showdown, während sie an Board der Bombe mitten in die Sonne fliegen.

Die passende Musik unterstützt die gegen Ende hin immer abgedrehtere Optik und Handlung, das Ende erreicht gar poetisches Niveau, sowohl von den Bildern als auch vom Inhalt. Im Prinzip also eine ziemlich geile Sache, wären da nicht ein paar Macken. Zum einen gibt es ein paar Logiklöcher, die man zwar mit viel gutem Willen stopfen kann, die aber trotzdem auffallen. Für meinen Geschmack sah man außerdem das Raumschiff etwas zu oft. Klar, sieht schon geil aus, aber alle fünf Minuten?
Etwas unpassend fand ich auch das spätere Auftauchen des Captains der Icarus I. Optisch und technisch genial und einzigartig in Szene gesetzt, ja, aber wirklich nötig oder sinnvoll? Geht so. Desweiteren fand ich die Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Besatzung der Icarus I eher unbefriedigend. Das Setting wäre perfekt für etwas Gruseltstimmung gewesen, die anfänglichen aufblitzenden Portraits der Besatzung haben beim Zuschauer psychischen Druck aufgebaut, doch dann… nichts.
Sunshine streift viele Genres, vertieft sich in einzelne meiner Meinung nach jedoch zu inkonsequent. So bleibt der Film ein recht normaler Science-Fiction Film, wie man ihn gewohnt ist, mit fantastischer Optik und technischer Qualität, einem wunderbar surrealen Ende, was aber leider doch viel zu vorhersehbar ist. Trotz seiner Schwächen ist er jedoch nicht nur für Sci-Fi-Fans wie mich zu empfehlen!
Ich bin kein entschlussfreudiger Mensch. Ich glaube jeder, der mich etwas länger kennt, merkt das irgendwann. Kleine Entscheidungen zu treffen macht mir keine Probleme, doch kaum geht es mal irgendwie um etwas, oder kaum betrifft die Entscheidung die ich zu fällen habe auch andere Menschen, leert sich mein Kopf und ich weiß nicht was ich tun soll.
Ein Beispiel:
Mit Person 1 mache ich am Mittag aus, dass wir uns am Abend treffen.
Person 2 ruft am Nachmittag an und will mich am Abend besuchen.
Beides würde ich gerne machen, und keinem von beiden will ich absagen. Also was tun? Tja, gute Frage, aber einfach so entscheiden? Ne, das kann ich nicht. Lieber warte ich und tue nichts, bis sich die Sache von selbst klärt. Das ist sowieso eine oft und von mir gern genutzte Möglichkeit, Entscheidungen, oder generell Problemen aus dem Weg zu gehen. Einfach nichts tun. Wird es dadurch besser, gut, wird es dadurch schlechter, nicht so gut, aber immernoch besser als sich zu entscheiden.
Ich komme darauf jetzt auch nur wieder wegen meiner WG-Suche in München. Einmal hoffe ich, dass ich keiner WG, die mich nehmen würde, absagen muss, weil ich lieber in eine andere einziehe. Ich hasse es, anderen (netten) Menschen irgendetwas Schlechtes zu sagen. Und genauso hoffe ich, dass ich keine zwei WGs finde, die in etwa gleichwertig sind. Dann müsste ich mich wieder entscheiden, und von dieser Entscheidung hinge so einiges ab, immerhin wohnt man ja nicht nur eine Woche in einer WG.
Sobald für mich nicht klar ersichtlich ist, welche Entscheidung die richtige ist, komme ich ins wanken, bleibe stehen und gehe meist keinen Schritt weiter. Wahrscheinlich wäre ich heute wo ganz anders, wenn ich mich nur öfter klar für eine Seite entschieden hätte.
Ich hasse das.
Manchmal begegnen einem schon komische Typen. Heute kam der Eismann vorbei. Also nicht der, der Eis verkauft, sondern der, der Tiefkühlsachen verkauft. Zuerst einmal hielt er mich für 17. Das mich Menschen für jünger einschätzen ist nichts Neues, aber gleich 4 Jahre? Naja, latte, jedoch meinte er dann mir, aus welchem Grund auch immer, zwei Witze erzählen zu müssen. Und ich hasse erzählte Witze.
Zuerst meinte er: “Heute ist der 23., ne? Wissense auch wieso heute der 23. ist?”
Ich: “Nä.”
Er: “Weil gestern der 22. war. Haha. ‘N kleiner Witz am Rande, der is doch gestattet, da sindse mir doch nich böse, ne?”
Ich: “Hehe. Joa joa.”
Er: “Nachts um zwölfe fängt auf einmal einer an zu trompeten. Ruft ein Anderer ‘Ruhe da, sie können doch nicht nachts um 12 Uhr zu trompeten anfangen’. Sagt der Erste ‘Danke, jetzt weiß ich wieviel Uhr es ist!’. Haha. Witzig, ne? Den könnense auch mal ihren Kollegen in der Schule dann erzählen. Haha.”
Ich: “Hehe. Joa najoa.”
Christian, den Mitfahrer, den ich zum Flughafen bringen soll, damit er von dort aus für zwei Wochen nach Bali fliegen kann, setze ich dort um um 14.45 Uhr ab. Gegen 3 Uhr komme ich nach München. Mehr durch Glück, als durch Wissen lande ich nach unzähligen Einbahnstraßen bei der Pension, in der ich schlafen will, mitten in der Münchener Innenstadt. Mein Auto stelle ich auf den einzigen freien Platz, den ich in der Umgebung finden kann. Zwischen einem Haufen anderer Hausschilder hängt klein und verloren das meiner Pension, und weist auf eine unscheinbare Tür hin. Ich klingle, lächle in die Kamera, die neben dem Eingang hängt. Laut Klingelschild muss ich in den zweiten Stock. Der schrille Ton des Türschlosses erklingt, und ich gehe hinein. Die Treppe ist kaum beleuchtet und führt mit ihren kühlen Steinstufen um zwei alte kleine Aufzüge herum nach oben. Keine der Türen im Treppenhaus hat ein Türschild oder eine Klinge, als wäre das Haus komplett verlassen. Außer eine. Auf einem großen Schild steht dick “Pension Erbprinz” geschrieben. Ich gehe hinein, und bin plötzlich in einer anderen Welt. Nichts ist mehr von der Kälte der Stadt zu spüren, alles ist aus Holz, überall liegen Teppiche und stehen Blumen, die Wände sind vollgehängt mit Bildern. Braun ist der vorherrschende Farbton. “Liegt München also doch in Bayern” denke ich mir, und gehe an die Rezeption, hinter der ein alter Mann mit grauen, nach hinten gekämmten Haaren und einer roten Knollnase steht. Er grüßt mich freundlich, als wäre er mein Opa. Man merkt, dass er schon lange hinter dieser Theke steht. Aus dem Stand hält er mir einen, meiner Meinung nach viel zu langen aber trotzdem netten, Vortrag über das Hotel, München und beider Geschichten, und gibt mir dabei zahlreiche Prospekte über die Stadt. Mittendrin bekommt er einen Anruf. Jemand will ein Zimmer buchen. Das letzte verfügbare, wegen der BAUMA, der weltgrößten Baugerätemesse, die nur alle drei Jahre ist, und weswegen er Gäste aus aller Welt, sogar auch China, hat, wie er stolz abschweift.
Daraufhin zeigt er mir die hauseigene Garage, in der ich parken kann. Er öffnet mir das Tor und beeilt sich vor mir die Einfahrt hinab, so schnell wie sich ein Mann ab 70 eben beeilen kann. Er lotst mich auf einen Platz, danach gehen wir wieder in die Pension und er zeigt mir mein Zimmer, das Klo und die Dusche. Ich werfe meine Sachen auf den Boden, lege mich ins Bett, schließe die Augen und bin angekommen.
Ich weiß es noch ganz genau, als wäre es gestern gewesen. Ich hatte gerade meinen Führerschein bestanden, und mein Bruder ließ mich zum ersten Mal mit seinem Auto fahren. Natürlich saß er daneben, und achtete darauf, dass ich seinem Schmuckstück nichts antat. Ich weiß noch genau seine ersten beiden Sätze.
Zuerst sagte er zu mir “Björn, zu schnell fahren ist okay, aber wenns geht nicht mehr als 10 km/h zu schnell, sonst wirds teuer!”.
Sein zweiter Satz war daraufhin “So, und jetzt gib ma Gas hier, im Zweiten auf 80, du fährst wie ‘nen Mädchen!”.
Diese beiden Sätze habe ich verinnerlicht, und seitdem versuche ich mich daran zu halten. Oft klappt das nicht, wie so einige Strafzettel behaupten, doch heute Abend waren sie mir nützlich, vor allem der erste. Nach dem Theater fuhr ich den Kollegen Nilswurst nach Hause, hielt mich dabei aber an die “10 km/h zu viel ist noch ok”-Regel. Glücklicherweise, denn sowohl auf dem Hin-, als auch auf dem Rückweg fuhr ich durch eine Radarfalle der Polizei und wurde geblitzt. Das passt wunderbar zu meiner aktuellen Auto-Fahr-Unfähigkeit. Doch zieht man von den 10 km/h den Toleranzwert von 5 km/h (oder waren es 7?) ab, bleibt kein allzu hoher Betrag mehr, den ich blechen muss. Wunderbar! Danke Brüderlein!
“Is my face melting?” – “I can’t tell.”
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