Pans Labyrinth

26. Februar 2007 - 23:58 Uhr | 3 Kommentare

El Laberinto del Fauno
2007, Spanien
Regie: Guillermo del Toro
Drehbuch: Guillermo del Toro
Schauspieler: Ariadna Gil, Ivana Baquero, Sergi López, Maribel Verdú, Doug Jones, Alex Angulo
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Pans Labyrinth
“Aber Oma, wieso hast du so gar keine Augen?”

Sodele, die Kinoreservierungen von vorhin haben geklappt, Herr Xoif hat seine Plätze bekommen. Das erste was mir zu dem Film auffällt ist folgendes: OMG, Jugendschutz bitte?
Pans Labyrinth ist ein Märchenfilm, keine Frage, was hier ab 16 Jahren freigegeben ist erinnert teilweise aber schon an den gar nicht so harmlosen weil überbrutalen Film Irréversible. Szenen wie die Gesichtszertrümmerung mit einer Flasche (Gruß an Fre, die diese Szene besonders mochte :) ), das Aufschneiden einer Backe, das Durchsägen eines Beines und das Schießen ins Gesicht mehrerer Männer unterbieten an Masse und Länge zwar die Szenen eines… Saw 3, stehen eben jenen jedoch in der detaillierten Darstellung kaum nach (naja fast). Ich weiß, das ist übertrieben, dennoch, ob so ein Film ab 16 freigegeben sein sollte ist fraglich finde ich.

Jetzt aber zum Rest des Films. Nun ja, das mit den Erwartungen ist so eine Sache. Mehrmals wurde mir gesagt, der Film würde nicht meinen Erwartungen entsprechen, und so wollte ich ihn mir auch ohne große Vorstellungen ansehen. Ganz geklappt hat das jedoch nicht, denn ich muss sagen, ich hätte mir mehr von der Fantasy-Story erwartet und auch erhofft.

Prinzipiell gliedert sich der Film in zwei Storys. Einmal die der Faschisten und der Widerstandskämpfer, dazu der Hauptmann, die Doktor, die Haushälterin, der Bruder bei den Rebellen und die Mutter von Ofelia. Parallel dazu dann die Geschichte von Ofelia (Ivana Baquero) und ihren Abenteuern und Aufgaben.

Pans Labyrinth
“Brrrr Herr Doktor, ich drücke und drücke und trotzdem kommt nix!”

Das Problem für mich an der Sache war, dass ich nie wusste, welcher Part nun eigentlich der eigentlich wichtige war. Es waren zwei nebenher laufende Geschichten, die voneinander aber völlig unabhängig waren. Von der Fantasy-Welt von Ofelia kam nichts in die Realität, und andersrum auch nicht. Im Prinzip ja nichts Schlimmes, wären beiden Geschichten vollwertig, was sie hier aber meiner Meinung nach nicht sind.
Die Geschichte des Hofs und der Rebellen riss mich nicht wirklich mit, dazu blieben die Charaktere und ihre Hintergründe viel zu sehr um Dunkeln. Mir war es relativ egal, ob da jetzt die Faschisten ihr Unwesen treiben, oder ob die paar unbekannten Widerstandskämpfer kräftig randalieren. Es gab einfach keine Identifikationsfigur. Einzig der Hauptmann, der Tyrann wurde etwas mehr beleuchtet, blieb dabei aber immer auf einem kalten, unmenschlichen Level.

Die Geschichte um Ofelia war da in dieser Hinsicht zwar etwas besser, wirkte für mich aber unausgegoren und nicht plausibel genug. Ein paar Male wird da jeweils 10-Minütig ein kurzes Abenteuer von Ofelia eingespielt, zwar toll anzusehen aber dafür nicht detailliert genug ausgearbeitet und vor allem, in Anbetracht des sonst so komplett und teilweise erschütternd realen Films, ziemlich unglaubwürdig. In der einen Minute wird ein Kerl von Faschisten gefoltert, und in der nächsten steht da ein Waldmensch mit seinen Feen und redet was von Aufgaben und einer Prinzessin? Alraunen? Harry Potter? Was?
Viel über die Hintergründe der Geschichte erfährt man dabei leider auch nicht, und so wirkte die Fantasy-Story auf mich meist etwas aufgesetzt. Drei Aufgaben, die letzte war eine Verarsche, natürlich besteht die Prinzessin trotzdem und ist am Ende in ihrem Zauberland. Wow, fantastisch…

Das ist schade, denn handwerklich ist dieser Film wirklich oberklasse. Die Optik, die Sets, die Figuren und die Szenen sind makellos, und gerade der Fantasy-Part beeindruckt durch sein surreales und etwas düsteres Aussehen. Man merkt, dass der Regisseur ziemlich genau wusste, was er wie zeigen wollte. Auch der Soundtrack ist dabei passend und stimmig.
Vielleicht habe ich auch einfach mehr Fantasy-Elemente erwartet, wurden in den vorher gezeigten Trailern doch hauptsächlich solche gezeigt und auf diese auch eher hingewiesen. Das diese Seite des Films dann so mager ausfällt, hat mich wohl enttäuscht. Vielleicht war ich aber auch einfach nicht wirklich in der Stimmung, mich von dem Film mitreißen zu lassen, kann sein.

Fazit: Gute Ideen, optisch großartig, beide Storys aber zu mager und fade Charaktere. 6 von 10 Punkten, weil mich der Film leider kaum bewegte oder mitnahm.


    Kommentare:

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  1. www.GlotzKind.de – Blog meint:


    [...] Gestern war ich ja im Kino. Die noch nachklingende Grippe hat dabei etwas gestört, ab und zu löste sich dann während des Films doch ein Huster. Naja, seis drum, immerhin habe ich versucht nur bei den lauten Stellen zu husten, wo es dann nicht so auffällt. Leider war der Film nicht gerade der lauteste. Hut ab vor meinen Banknachbarn, ich habe keine in die Fresse bekommen. Dafür aber der scheiß Parkautomat. Nachdem das Parkticket reingeschoben und der fürs Parken zu zahlende Preis bezahlt war, hätte der Automat das Ticket eigentlich wieder auswerfen sollen… tat er aber nicht, es steckte fest. Der obligatorische Fußtritt gegen das Blechmonster half uns auch nicht weiter, und so standen wir verdutzt davor und sahen uns gegenseitig an. Nach einer Weile entdeckten wir den Service Knopf, der uns nach dem Betätigen sofort mit dem Haus-Sicherheits-Dingsbums verband. [...]


    28. Februar 2007 um 14:43 Uhr | #
  2. ksklein meint:


    Ich finde den Film toll, obwohl er ganz anders war als ich erwartet hatte.
    Er ist brutal und gleichzeitig schön und die Musik ist einfach nur wunderbar.


    5. März 2007 um 10:29 Uhr | #
  3. thadeus meint:


    Ich bin 13 Jahre alt und musste bei Pans Labyrinth trotzdem nicht wegschauen. Es ist zwar ein sehr brutaler Film, im Kern aber zutiefst sanft. Ich habe auch eine Kritik geschrieben, die aber wesentlich besser in der Wertung ausfiel.
    Siehe: http://thadeus.blogger.de/stories/731159/

    Großartiger Blog hier übrigens! Weiter so!


    6. Juni 2007 um 20:45 Uhr | #

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