Lust auf Musik während dem Lesen?
Geschichte aus dem Alltag, Numero 2.
Heute war ich also beim Arzt. Nicht weil ich krank bin, sondern weil ich nicht arbeiten war, weil ich krank bin. Ein Freund meinte zu mir :”Eh, geh zu dem, der is alt, da kriegste locker nen Attest.”
Und er hatte Recht. Die 40-jährige Sekretärin war nett, verwechselte aber meinen Nachnamen mit meinem Vornamen (wie eigentlich jeder), und meinte zu mir :”Wenn sie kurz im Wartezimmer warten würden Herr Björn…”
Gesagt, getan, setzte ich mich hinein, wollte gerade nach dem Petzi-Buch greifen, da rief die Sekretärin von nebenan herüber :”Herr Björn, Jahrgang ‘86 ist richtig, ja?”. “Würde es sonst in meinen Unterlagen stehen?” fragte ich mich, und rief ein kränkelndes “Jaa…” zurück. Gemütlich hingesetzt, Seite eins aufgeschlagen, kam auf einmal “Und wo wohnen sie, Herr Björn?”. “In Markelfingen, steht da doch…” rief ich zurück, und war schon kurz davor meinen riesigen “RTFM”-Stempel auf ihre Stirn zu stempeln. “Übrigens, Björn ist mein Vorname!”
Zurück kam dann nur noch ein leises “Achso… ja, stimmt…”, und da kam auch schon der nette, ältere Arzt herein uns bat mich ins Arztzimmer. Dort lief es ab wie immer, ich erzählte ihm irgendwas von Bauchschmerzen, Übelkeit und Kopfweh, Pfefferminztee und Zwieback, Sex und Alkohol. Er tastete kurz meinen Bauch ab, nickte wissend, und füllte mir dann ohne weitere Erläuterung einen Attest aus.
Auf meine Frage “Also was ist das nun, ein Infekt oder was?”, schwieg er erstmal kurz, sah mich an, und meinte dann auf einmal mit voller Stimme “JA! Genau, einen Infekt haben sie, Herr Björn…”.
Noch ein kurzes “Danke”, und ich war raus aus der Praxis…
Glotzkind Blog
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